America’s Cup
Alinghi reagiert auf Vorwürfe
Weniger als drei Wochen vor dem geplanten ersten Match spitzt sich der Streit der beiden Kontrahenten weiter zu. Auf den Vorwurf des Herausforderers, die Ausschreibung und Segelanweisungen seien unfair, reagierte jetzt der Verteidiger scharf.
„Ich bin hier wegen des Segelns dabei, nicht wegen der Rechtsstreitigkeiten“, sagte Alinghi-Teameigner Ernesto Bertarelli in Valencia. „Schon im Jahr 2000, als wir das Team gründeten, war unser Ziel das Segeln, und daran hat sich nichts geändert. Jetzt sehen wir uns mit der neunten Rechtsklage von BMW Oracle konfrontiert: mit ihrer speziellen Interpretation der Regel Im Land gebaut'. Unser Boot stimmt mit der Deed of Gift überein, aber falls BMW Oracle weiterhin unsere Segel anfechtet, sollten sie auch ihre eigenen Probleme nicht vergessen, angefangen mit der Tatsache, dass USA' ein französisches Boot ist.“
Laut Bertarelli sei der Tri „USA 17“ eine Weiterentwicklung des französischen Trimarans „Groupama“ und zudem mit einem deutschen (BMW) Motor ausgestattet, wäre also nicht konform mit der Anforderung, in den USA gebaut und konstruiert worden zu sein. Wenn man diesen Passus der Stiftungsurkunde so auslegt, wie es BMW Oracle im Falle der Alinghi-Segel versucht.
Bertarelli sagte weiter: „Darüber hinaus haben sie die Jury heute Morgen um Schadenersatz ersucht. Offensichtlich zielt die Strategie von Ellison und seinem Team darauf ab, sich möglichst viele Vorteile über die New Yorker Gerichte zu verschaffen. Das haben sie bis jetzt ziemlich gut gemacht. Aber wie auch immer: Was zählt, ist, wer am 8., 10. und 12. Februar gewinnt.“
Auf den Vorwurf, die Segelanweisungen (Sailing Instructions, SI) und die Ausschreibung (Notice of Race, NOR) seien unfair, ging Alinghi-Skipper Brad Butterworth ein: „Entwürfe der NOR und der SI gingen zwischen den Teams, der Jury und dem Hauptrennverantwortlichen Harold Bennett hin und her. Ich bin ein wenig enttäuscht darüber, dass uns eine Schadenersatzforderung präsentiert wird wegen kleiner formaler Elemente der SI, die seit langem in der NOR waren. Wir sind in der gleichen Position wie viele Yachtclubs rund um die Welt: Dem Verteidiger obliegt die Verantwortung, eine Regatta auszurichten. Wenn BMW Oracle der Verteidiger wäre, hätten sie das Recht, die Notice of Race und die Sailing Instructions herauszugeben, aber sie sind nicht der Verteidiger. Es ist die Regatta von Alinghi. Wir haben versucht, so offen wie möglich zu sein und haben sie um ihre Kommentare gebeten und viele davon auch in den verschiedenen Dokumenten implementiert. Aber das reicht immer noch nicht, um sie davon zu überzeugen, dass Alinghi die Regatta abhält und nicht sie. Wir freuen uns darauf zu segeln. Wir hatten hier manchmal gute Bedingungen, manchmal auch schwierige. Aber das Renntraining ist bisher gut verlaufen, deshalb freuen wir uns darauf, am 8. gegen sie zu segeln.“










