America´s Cup
Alinghi-Monster ist ein Kat
Am Wochenende hat Ernesto Bertarelli das Schiff vorgestellt, mit dem er den America’s Cup vom 10. Februar 2010 an gegen Larry Ellison und sein BMW-Oracle-Team entsprechend den Regeln der Stiftungsurkunde verteidigen will.
Die Antwort auf den Mega-Trimaran der Amerikaner ist, wie schon seit einiger Zeit vermutet, ein Katamaran. Die Länge entspricht den von der Deed of Gift geforderten 90 Fuß. Seine Breite wird von Beobachtern auf 70 bis 80 Fuß geschätzt.
Offensichtlich ist der Kat eine Weiterentwicklung von Bertarellis 41-Fuß-Kat „Le Black“ und den Décision-35-Kats, auf denen seit einiger Zeit zwei Alinghi-Teams regattieren.
Der Neubau ist für wenig Wind konzipiert. Ein extrem langer Bugspriet, der die Gesamtlänge des Schiffes auf rund 120 Fuß bringt, macht es möglich, Code Zeros und Gennaker mit bis zu 1.000 Quadratmetern Segelfläche zu setzen. Der drehbare Mast soll 180 Fuß in die Höhe reichen und die Fläche eines Jumbo-Jets haben. Er drückt mit einer Kraft von über 100 Tonnen auf die Kugel am Mastfuß, auf der er rotiert.
Die nötige Crewstärke wird auf 20 bis 25 geschätzt. Wenn der Kat auf einen Schwimmer maximal anhebt, werden sich die Segler acht Stockwerke hoch in der Luft befinden. Ein Sturz auf den Leeschwimmer dürfte schwere Verletzungen verursachen.
Das Schiff ist nicht auf eine maximale Endgeschwindigkeit ausgelegt, sondern soll maximale Leistung auf dem vorgeschriebenen 20-Meilen-Up-and-Down-Kurs erreichen.
Alinghi plant offenbar, herkömmliches Segeltuch zu setzen. Es wird aber auch gemutmaßt, dass für stärkeren Wind ein festes Profil im Bau ist. Solche Segel werden erfolgreich bei den C-Katamaranen eingesetzt.
Am Mittwoch soll das Schiff mit einem russischen Mi-26-Transport-Hubschrauber in den Genfer See gesetzt werden. Die ersten Segeltests werden vorbereitet.
Offen ist die Frage, wo Alinghi den Americas Cup segeln lassen will. BMW Oracle hat die richterliche Anordnung so verstanden, dass es nur Valencia sein kann. Alinghi hat sich geäußert, dass diese Meinung nicht geteilt wird.
Der filigrane Katamaran lässt darauf schließen, dass Valencia nicht in Betracht kommt. Dort können im Februar starke Winde auftreten. Im August müssen die Schweizer den Ort bekannt geben. Ein heißer Tipp ist Dubai. Aber auch im Mittelmeer kommen Leichtwind-Spots in Betracht.
Wenn es nicht Valencia wird, könnte eine weitere Klage von BMW Oracle das Rennen verzögern. Aber das könnte Alinghi sogar gelegen kommen. Denn Chefdesigner Rolf Vrolijk würde mehr dringend benötigte Test-Zeit bekommen. Deshalb kann es sein, dass BMW Oracle schnell dem vorgeschlagenen Ort zustimmt.
Es heißt, die Amerikaner hätten ebenfalls noch einen Monster-Katamaran im Bau.










