Rekordfahrt

Achtzehntausend Seemeilen – nonstop

06.11.2012 Bendix Hügelmann, Fotos: Boris Herrmann - Die Crew des modifizierten VO 70 "Maserati" um Skipper Giovanni Soldini setzt an zum großen Sprung: Rekordversuch rund Südamerika

"Maserati" in La Spezia
Fotograf: © Boris Herrmann

Der modifizierte VO70-Racer "Maserati" wird derzeit in Charleston zur Durchsicht erwartet

Neustart für das Maserati-Projekt. Die internationale Crew um den italienischen Profisegler Giovanni Soldini hat sich wieder formiert, um in den kommenden Wochen zu einer neuen Rekordfahrt aufzubrechen: New York–San Francisco, einmal rund um den südamerikanischen Kontinent, und das nonstop. Atlantik, Southern Ocean, Pazifik. Vorbei an Kap Hoorn zu seiner ungastlichsten Jahreszeit. Wieder mit an Bord: Boris Herrmann.

Als Navigator wird der Oldenburger auf "Maserati" für die Berechnung und Auswahl des schnellstmöglichen Kurses verantwortlich sein. Im Angesicht der zu absolvierenden Route von 18.000 Seemeilen keine leichte Aufgabe. "Das wird ein hartes Stück Arbeit", sagte Herrmann im Gespräch mit der YACHT. "50 Tage an Bord sind eine enorme Herausforderung, mental und physisch." Dennoch blickt der junge Deutsche zuversichtlich auf die bevorstehenden Strapazen. Bevor es Ende November nach Amerika geht, will Herrmann die kommenden Wochen nutzen, um sich geistig auf die entbehrungsreiche Zeit vorzubereiten. "Ich treffe derzeit viele Freunde, unternehme Dinge, die in letzter Zeit zu kurz gekommen sind, das verschafft mir Ausgleich und gibt Stärke."

Erkenntnisse aus dem Volvo Ocean Race

Doch nicht nur die Crew, sondern auch der fahrbare Untersatz erfährt in der Vorbereitungsphase besondere Zuwendung. "Maserati" befindet sich derzeit auf dem Weg nach Charleston, um für die anstehende Rekordjagd perfekt in Schuss gebracht zu werden. Viele Erkenntnisse, die während der letzten Auflage des Volvo Ocean Race gewonnen werden konnten, sind in die kontinuierliche Optimierung von "Maserati" geflossen. Vor allem die Auswahl und Aufstellung des Segelprogramms ist signifikant modifiziert worden. Drei Buchstaben haben Einzug gehalten, die aus den Segelplänen der letzten VO 70 nicht mehr wegzudenken waren: MHO, sprich: Mo' (mit stummem "H").

Hinter diesem kryptischen Kürzel verbirgt sich ein toppgeriggter Rollgennaker, der englischen Bezeichnung als "Mast Head Zero" verdankt dieses All-Purpose-Segel sein Akronym. "Alle konventionell geschnittenen Gennaker sind gegen die vielseitigeren Codes eingetauscht worden", beschreibt Herrmann die technischen Veränderungen an "Maserati".

Mehr Leistung, weniger Stress: der MHO

Für Herrmann als Navigator ist eine leistungsfähige und vielseitige Segelgarderobe kein unerheblicher Faktor: Die Segel geben dem Navigator durch ihre Einsatzwinkel zu einem gewissen Grad den Weg vor, welchen das Boot einschlägt. Je größer der Einsatzbereich eines Segels, desto vielfältiger der Handlungsbereich innerhalb der Wettersysteme. Auch bedeutet ein größerer Einsatzbereich eine signifikante Verkleinerung des Segelinventars, was sich wiederum durch weniger Gewicht und weniger Segelwechsel positiv auf die Gesamtperformance des Bootes auswirkt. All diese Eigenschaften konnten über eine neue Generation rollbarer Reachingsegel im MHO verwirklicht werden.

Ab dem 5. Dezember wird es ernst für die Crew um Soldini. Das Team wird von dann an in New York auf Standby sein, um ein passendes, möglichst windträchtiges Wetterfenster abzuwarten. Die Chancen stehen gut, dass "Maserati" einen neuen Rekord aufstellen wird.

Vor dem ersten Rekordversuch mit der "Maserati" gaben Soldini und Herrmann bereits ein Interview bei YACHT tv:

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