Regatta-News
166 Schiffe hielten durch
Eine zähe Dauerflaute war das wesentliche Merkmal der 57. Rundum, der wichtigsten Segelregatta am Bodensee, zu der Gräfin Bettina Bernadotte den Startschuss gab. In der folgenden Nacht hat Werni Hemmeter vom gastgebenden Lindauer Segler-Club die besten Windstriche gefunden, zwischen Romanshorn und Konstanz legte er den Grundstein für seinen dreistündigen Vorsprung im Ziel.
"Eine ideelle Goldmedaille" nannte er den Sieg bei der Rund Um, bei der er zum 38. Mal mitgefahren ist. Hemmeter siegte mit der Psaros 40 "Da Capo" mit Schwenkkiel und Wasserballast in der Klasse der Neuen Technologien, auch wenn der trimmbare Ballast bei Windstärken zwischen 0 und 3 sicher nicht ausschlaggebend für den Sieg war. Zweiter im Ziel wurde Wolfgang Palm vom Yachtclub Langenargen mit seiner nagelneuen "Wild Lady", das 49 Fuß-Schiff (16,5 Meter) ist von den Regattaseglern am Bodensee mit Spannung erwartet worden, wurde aber erst fünf Stunden vor dem Start fertig. Ein Probeschlag oder eine Trimmfahrt mussten entfallen. "Wir haben höchstens die Hälfte des Schiffes ausgenutzt", lobte Großschot-Trimmer Alexander Fundele das Potential der Wilke 49. Dritter wurde die Psaros 40 "Basic Logic" von Werner Deuring vom Yachtclub Bregenz, er musste sich im Ziel-Finish gegen Wolfgang Palm nach über 15 Stunden gesegelter Zeit um 40 Sekunden geschlagen geben. Der Gesamt-Vierte im Ziel war zugleich das erste konventionelle Schiff: Die "BTV" von Fritz Trippolt vom Yachtclub Bregenz. Die umgebaute ehemalige Libera hatte den Kiel vergrößert sowie den Wasserballast stillgelegt und konnte deshalb als konventionelles Schiff starten.
Vor allem die hochfavorisierten Katamarane enttäuschten. Am Start am Freitag, 8. Juni um 19.30 Uhr — als es noch frischen Wind gab — rauschte die "Nila-Ann" von Ralph Schatz allen anderen davon. Aber kurz nach Romanshorn setzte die nächtliche Dauerflaute ein. Der extra in Holland für 30.000 Euro gecharterte Katamaran vom Typ extreme 40 konnte sein Geschwindigkeitspotential bei weitem nicht ausspielen und kam als Gesamt-Fünfter ins Ziel.
Die 57. Rund Um brachte eine entscheidende Neuerung. In diesem Jahr waren zum ersten Mal Mehrrumpfboote sowie Schiffe mit Wasserballast und beweglichem Kiel zugelassen. Unter den Seglern hatte das zum Teil für heftige Debatten gesorgt. Am Ende der Rund Um gab es überwiegend zufriedene Gesichter. "Das Ergebnis hat gezeigt, dass sowohl Katamarane, als auch NT-Schiffe und konventionelle Yachten im direkten Wettkampf gegeneinander bestehen können, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht vergleichbar erscheinen", erklärte Christl Holz, die Vorsitzende des Lindauer Seglerclubs das Resultat.
Knapp 400 Schiffe mit 2.000 Seglern an Bord wurden zur 57. Rund Um gemeldet, ins Ziel kamen nach einem nächtlichen Flautenkrimi 166 Boote, kurz vor dem Ziel gab ein schwaches Gewitter vielen Teilnehmern noch einmal einen Schub. Der 100 Kilometer lange Kurs hatte sie nach dem Start in Lindau über Romanshorn nach Konstanz und Überlingen wieder zurück nach Lindau geführt. Um 19.30 Uhr am Samstag, 9. Juni wurde die Regatta nach 24stündiger Dauer mit drei Schüssen beendet.










