Segeln olympisch

Bruch und Ausfälle zum WM-Auftakt

10.02.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: privat, Kieler Woche, Laura Carrau/BISC - Starke Winde und eine gefährlich ruppige Welle haben den Auftakt zur WM für die Olympia-Disziplinen 49er, 49erFX und Nacra 17 fast verweht

Rückkehr vom windigen Racekurs

Kurzprogramm statt Kür: Starke Winde und eine gefährlich ruppige Welle auf dem oftmals nur fünf Meter tiefen Revier vor Clearwater haben das Programm der Weltmeisterschaft für die olympischen Disziplinen 49er, 49erFX und Nacra 17 gleich zum Auftakt fast verweht. In den zunehmenden Winden und Böen von bis zu 6 Beaufort konnten nur die 49er-Herren und die Nacra-Mixed-Team jeweils ein Rennen austragen. Die 49erFX-Seglerinnen blieben gleich ganz im Hafen. Allein im Feld der 68 49er-Teams aus 25 Nationen brachen im einzigen Rennen des Tages bis zu zehn Masten. Der mangelnde Tiefgang in Floridas Revier vor Clearwater macht den Seglern das Leben bei Kenterungen schwer. Ein Durchkentern ist in dem teilweise nur fünf Meter tiefen Revier ohne Bruch kaum möglich.

WM 49er, 49erFX, Nacra 17
Fotograf: © privat

Grau, kalt und windig: Die WM-Teilnehmer erlebten das Revier in Florida zum Auftakt ganz anders, als man es sonst kennt

Mit ihren Vorrunden-Gruppenrängen 13 und 14 segelten die Kieler 49er-Europameister Justus Schmidt und Max Boehme sowie die Berliner Erik Heil und Thomas Plößel zum Auftakt auf die Plätze 25 und 27. "Deutschland ist aber noch in einem Stück", scherzte 49er-Steuermann Justus Schmidt, der wie die meisten Segler davon ausging, dass die Bedingungen sich für den heutigen zweiten WM-Tag ein wenig beruhigen werden. "Alles bleibt drin", sagte 49er-Trainer Thomas Rein. Die Führung haben die Dänen Jonas Warrer/Anders Thomson sowie die neuseeländischen Top-Favoriten und Titelverteidiger Peter Burling/Blair Tuke mit ihren jeweiligen Gruppensiegen übernommen. 

Kieler Woche 2014
Fotograf: © Kieler Woche

Erik Heil und Thomas Plößel liegen nach dem ersten Rennen auf Platz 27

 

 

 

 

In der neuen olympischen Mixed-Katamaran-Disziplin Nacra 17 ersegelten die "German Wonder Kids" Paul Kohlhoff und Carolina Werner aus Kiel zum Auftakt einen 13. Rang in der Flotte der 43 Teams aus 22 Ländern. Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann, die Flensburger Rivalen im Kampf um nur eine Nacra-Olympiafahrkarte nach Rio de Janeiro, liegen nach dem ersten Tag auf Platz 24. Spitzenreiter sind die französischen Titelverteidiger Billy Besson und Marie Riou, die sich aber noch eines Vermessungsprotests erwehren müssen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass dieses erste Rennen der Zweirumpf-Crews noch ganz gestrichen wird, weil weite Teile des Feldes eine sehr kleine Ablauftonne in der steilen Welle übersehen hatten.

Nacra 17 EM 2015
Fotograf: © Laura Carrau/BISC

Wollen bei der WM für ihre Rio-Olympiafahrkarte punkten: die Nacra-17-Crew Paul Kohlhoff und Carolina Werner

Das WM-Programm wird am Mittwoch um 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr deutscher Zeit) mit weiteren Rennen der Vorrunde fortgesetzt. Die Hauptrunde und die Medaillenrennen in allen drei Disziplinen werden ab Freitag hier live übertragen.

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