America's Cup

Slingsby: „Es war gruselig"

18.10.2012 Dieter Loibner, Fotos: Guilain Grenier/Oracle Team USA, Oracle Team USA - Das AC72-Wrack wurde eingeschleppt, gekrant, aufgerichtet und in die Werkstatt verholt, wo nun Kohlefaserchirurgie angesagt ist

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Fotograf: © Guilain Grenier/Oracle Team USA

Der Kran bringt den Schaden ans Licht

Nach der gestrigen Kenterung des AC72-Kats von Oracle Team USA wurde das Boot über Nacht langsam zur Teambasis zurückgeschleppt und am folgenden Nachmittag beim Kranen wieder aufgerichtet. Auch wenn die Rümpfe und Anhänge intakt scheinen, zeigten sich die weitreichenden Schäden, die dieser Unfall hinterlassen hat. Das Deck ist komplett leergefegt, das Trampolin und die aerodynamische Verkleidung am Heck fehlten. Suchkommandos waren noch Stunden nach dem Vorfall damit beschäftigt, treibende Wrackteile auf der Bay aufzuspüren und zu bergen.

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Fotograf: © Oracle Team USA

Tom Slingsby

„Es war ganz schön gruselig", sagte Laser-Weltmeister und Olympiasieger Tom Slingsby, der beim Überschlag an Bord war. „Wir haben das Boot jeden Tag härter rangenommen und dabei, so glaube ich, unser Limit erreicht. Ich bin auch sicher, dass die anderen genau hingesehen haben, um die Grenzen zu erkennen." Dabei merkte man, dass diesem Weltklassesegler noch der Schreck in den Gliedern saß. „Ich war an der Winsch und habe nach achtern geblickt, als ich sah, wie das Leeruder aus dem Wasser kam. Mein Kollege, der nach vorn schaute, ging gleich in Deckung und klammerte sich am Podest fest. Als das Schiff vornüber ging, war das ein bizarres Gefühl, weil noch keiner bei einer Kenterung so weit über Wasser war. Man kann's nicht beschreiben, aber es war sehr besorgnisserregend."

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Fotograf: © Guilain Grenier/Oracle Team USA

Spithill bei der Pressekonferenz

Beim Oracle-Stützpunkt auf der Pier 80 war die Stimmung indes am Tiefpunkt angelangt, die Gesichter auf den Fotos sprechen Bände. Diese Kenterung war mehr als nur ein Missgeschick, es könnte der kritische Punkt für das gesamte Programm sein, ein Moment der Wahrheit, ähnlich wie der Mastbruch auf dem großen Trimaran vor dem letzten Cup 2010. „Ein Rückschlag", nennt es Skipper Jimmy Spithill. „So etwas wollten wir uns sparen, doch dieses Team ist stark und hat in der Vergangenheit solche Herausforderungen bestanden", machte der Australier sich und seinen Kollegen Mut. „Champions müssen Probleme meistern, und ich vertraue darauf, dass wir dies tun werden. In einem Moment wie diesem möchte ich bei keinem anderen Team sein."

Retrospektive der Kenterung

Wie lange das Schiff außer Gefecht sein wird, ist derzeit unklar. Ebenfalls ungeklärt sind die Auswirkungen, die dieser Vorfall auf den Bau des zweiten AC72 haben wird, der schon begonnen haben dürfte. Dieses Boot soll ab Frühjahr 2013 zum Einsatz kommen.

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