America's Cup

Kiwis bekommen zweiten Kat zugestellt

16.01.2013 Dieter Loibner, Fotos: Chris Cameron/ETNZ - Schnell, riesig und teuer: AC72-Kats sind unbeliebt. Dennoch hat Team New Zealand gestern das zweite und endgültige Gefährt übernommen

America's Cup
Fotograf: © Chris Cameron/ETNZ

Anlieferung des zweiten AC72 zur Teambasis in Auckland

„That’s it”! So lautete der Kurzkommentar von Teamchef Grant Dalton bei der Übernahme der Rümpfe des zweiten AC72-Kats, der bei der Cookson-Werft für Team New Zealand gebaut wurde. „Wir werden das Boot wohl schneller machen, aber die Form bleibt. Ob wir Recht haben, werden wir dann im September sehen.” Klingt vollmundig, was Dalton da von sich gibt. Denn implizit geht er offensichtlich davon aus, den Louis Vuitton Cup, also die Qualifikation der Herausforderer gegen Luna Rossa, die nur ein Boot bauen, und gegen Artemis zu gewinnen. "Unsere Hoffnungen ruhen auf diesem Boot”, präzisierte der technische Direktor Nick Holroyd. „Mit ein bisschen Glück ist dieses Boot gut genug, dass wir das alte (dekommissionierte) nicht aus dem Schrank holen müssen.” In den kommenden Wochen wird zusammengeschraubt, bevor es im Februar zur Jungfernfahrt kommen kann.

America's Cup
Fotograf: © Chris Cameron/ETNZ

Die Beschläge des ersten Bootes werden wiederverwertet

„Generell hat Team New Zealand ein gutes, geradliniges und konservatives Boot mit viel Volumen und einer erprobten Struktur”, erklärt Mike Drummond, einer der ehemaligen Designer von Oracle Team USA, auf der Webseite von Sail-World in einem ausführlichen Interview zu den verschiedenen AC72-Designphilosophien. „Der Wing ist eine Weiterentwicklung der C-Klasse (Kats), und sie haben korrekterweise den Anhängen mehr Aufmerksamkeit geschenkt.” Drummond gibt allerdings zu bedenken, dass Boote mit hohem Volumen auch hohen Luftwiderstand aufweisen, was bei den gesegelten Geschwindigkeiten vor allem bei leichteren Winden bis zu 5 Prozent Speed kosten könnte.

America's Cup
Fotograf: © Chris Cameron/ETNZ

Anlieferung des zweiten AC72 zur Teambasis in Auckland

Es gehe dabei nicht nur um Verwirbelungen, sondern auch um aerodynamische Effizienz, die durch die vielen Verstrebungen und die Y-förmigen Träger unter dem Trampolin bei Team New Zealand leidet und zudem durch den großen Abstand von Wing-Unterkante zur Wasseroberfläche beeinträchtigt werde. Oracle begegnet diesem Problem mit einem glatten und ansehnlichen Pod zwischen den Rümpfen, der nicht nur tragende Funktion hat, sondern auch den Wing quasi nach unten, Richtung Wasseroberfläche, verlängern soll. Dabei vergaß Drummond nicht zu erwähnen, dass seine Landsleute von Team New Zealand alle verfügbaren Segeltage zum Testen nutzten und so Erfahrung sammeln konnten, die ihnen bei der Weiterentwicklung des zweiten Boots zugute kommen dürfte. 

America's Cup
Fotograf: © Chris Cameron/ETNZ

Robust – aber auch schnell? Team New Zealand schlug beim Design einen eher konservativen Weg ein

Ungeachtet der Spekulationen, welches Design-Team aufs richtige Pferd gesetzt hat, äußerte sich Prada-Boss Patrizio Bertelli, der Luna Rossa sponsert, abfällig über die AC72-Kats. „Der 34. Cup wird der einzige sein, der mit diesen Booten gesegelt wird”, wurde er vom italienischen Magazin Vela zitiert. „Es geht nicht um Mono- oder Multihulls. Kats sind attraktiv, doch diese AC72 sind ein Irrwitz, den man mit 40 Leuten zu Wasser bringen muss.”

Team New Zealand übernimmt zweites Boot

 

 

  • Twitter
  • Facebook
  • myspace
  • del.icio.us

Neueste Artikel dieser Rubrik

Montage Barker vs. Spithill: <p>
	Dean Barker verl&auml;sst Team New Zealand</p> 26.02.2015 — America's Cup: Nach 20 Jahren Einsatz brutal gefeuert

Team New Zealand segelt ohne Skipper und Segel-Direktor Dean Barker in die Zukunft. Der Geschasste ist erschüttert, bleibt aber loyal mehr

America's Cup World Series: Der Winker: Dean Barker, Lenker von „Team New Zealand" ist sicherlich einer der Besten der Zunft 18.02.2015 — America's Cup: Team New Zealand künftig ohne Barker?

Die Neuseeländer starten womöglich ohne Skipper Dean Barker in den 35. America's Cup. Als Nachfolger wird der junge Peter Burling gehandelt mehr

Sir Ben Ainslie und die Herzogin von Cambridge: Team BAR &ndash; Die Herzogin von Cambridge besuchte das Hauptquartier der britischen Cup-Kampagne Mitte Februar 2015 13.02.2015 — America's Cup: Mit der Herzogin an seiner Seite

Sir Ben Ainslie hat BARs royale Schutzpatronin in Portsmouth empfangen – und der Herzogin von Cambridge ein paar Geheimnisse verraten mehr

ACWS Bermuda 2015: <p>
	Bermuda: Das Bilderbuch-Revier f&uuml;r den 35. America&#39;s Cup</p> 29.01.2015 — America's Cup: Ainslie ist Erster – wer sonst?

Ben Ainslie war schon bei Olympia gern Erster. Jetzt hat sein Team Ben Ainslie Racing als erste Mannschaft Bermudas Cup-Revier erobert mehr

ACWS Bermuda 2015: ACWS Bermuda 2015 21.12.2014 — America's Cup: Bermuda: Das Video zum Cup-Revier

Kurz vor Weihnachten eine schöne Einstimmung auf das Revier für den 35. America's Cup: Bermuda wird zum ersten Mal Gastgeber sein mehr

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

YACHT im Abonnement

Verpassen Sie keine Ausgabe, sparen Sie bares Geld und lassen Sie sich jede Ausgabe bequem ins Haus bringen. Bestellen Sie jetzt Die Nr. 1 bei Seglern im ABO!

Jahresabo

Freuen Sie sich über ein tolles Begrüßungsgeschenk!

Geschenkabo

Verschenken Sie für ein Jahr YACHT und Sie erhalten ein Geschenk Ihrer Wahl.

Freundschaftsabo

Wertvolle Prämien für die Vermittlung eines neuen Abonnenten.

Kennenlernabo

6 Hefte nur € 18,00 und ein Begrüßungsgeschenk Ihrer Wahl.