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Verpflegungstipps für Langfahrt

Von Sybille Uehr, SY SUBEKI, Weltumseglerin

Bevor wir zu unserer Weltumseglung starteten wusste ich nicht,

- dass man überall auf der Welt Milchpulver kaufen kann (außer in Europa), 

- dass man Kohl auf den Pazifischen Inseln bekommt und man daraus, unter anderem, auch schmackhaften Salat bereiten kann,

- dass man sich über exotische Gemüse und Früchte, und deren Zubereitung rechtzeitig informieren soll.


Ich könnte diese Liste endlos verlängern aber irgendwann bin ich ja auch darauf gekommen und das werdet ihr auch, wenn ihr erst mal unterwegs seid. Manchmal muss man aus unbekannten exotischen Zutaten etwas zaubern und auf Passagen wird der „Jibber“ nach etwas Frischem unerträglich, nachdem man den letzten verfaulten Apfel über Bord geworfen hat.

Milchpulver, wie gesagt, man bekommt es nahezu überall, sollte aber tüchtig zugreifen, wenn man es in einem sauberen Supermarkt findet. Es hält sich lange und man kann es für vieles verwenden:
Milch natürlich, Sahne, wenn man die doppelte Menge Pulver nimmt. Gut gekühlt lässt sich die Sahne sogar schlagen.

Das Beste ist allerdings frischer Yoghurt aus dem Kühlschrank. Unser Frühstück bestand in der Regel aus selbst gemachtem Yoghurt mit Früchten und selbst gemixtem Müsli.

Yoghurt: In einem Gefäß mit Deckel, 16 EL Milchpulver in 500ml kaltes Wasser einrühren, auf 1L mit kochendem Wasser auffüllen und gut vermischen. Nun aus einem Becher Naturyoghurt (möglichst ohne Calciumzusatz) 2 EL dazugeben und umrühren. Das Gefäß verschließen und an einem warmen Ort etwa einen halben Tag stehen lassen, anschließend in den Kühlschrank stellen. Wenn man sauber arbeitet, kann man 7 bis10 mal die 2 EL von dem selbst hergestellten Yoghurt nehmen.

Roggenvollkornbrot: Wer hier ein Fan ist und sich nicht mit „white bread, mighty soft“ abfinden kann, sollte sich aus dem Bioladen Roggenkörner und Roggenmehl mitnehmen, eine Körnermühle und Sauerteig, am besten getrocknet. In Neuseeland, Australien und einigen anderen Ländern bekommt man Roggenmehl und manchmal sogar Vollkornmehl im Supermarkt. Für meinen Backofen hatte ich drei Kastenformen, die gerade so nebeneinander passten, außerdem empfehle ich ein Handrührgerät, da der Teig zum Kneten zu flüssig ist.

Hier mein Rezept für 3 Kastenformen:
- Roggenkörner einweichen
- Vorteig: 2 Päckchen Sauerteig in 500ml lauwarmem Wasser verrühren, 450g Roggenmehl dazumischen und zugedeckt an einem warmen Ort 12 – 24Std ruhen lassen.
- Sauerteig für nächstes Brot abnehmen, ca. 80g. Hält etwa 2 Wochen im Kühlschrank. Backt man in dieser Zeit kein Brot, einfach etwas lauwarmes Wasser und etwas Roggenmehl zurühren.
- Teig: Zum Vorteig (Sauerteig) knapp 500ml Wasser und 3 TL Salz geben und verrühren, 350g Roggenmehl, 350g Weizenmehl und 1 Tüte Hefe dazurühren, sowie Körner, Nüsse und die eingeweichten Roggenkörner nach Belieben. Den Teig in die gefetteten Formen geben und zugedeckt nochmals an einem warmen Ort 2 – 5Std ruhen lassen.
- Backofen auf 200°C vorheizen (meinen Bordbackofen habe ich immer auf volle Leistung gestellt) und ungefähr 1Std backen (Klopfprobe, wenn es hohl klingt ist das Brot fertig, sonst 10 Min weiterbacken). Während des Backens eine feuerfeste Form mit Wasser dazustellen.
Nach dem Abkühlen kann man 2 Brote in ein Küchenhandtuch und eine Plastiktüte gewickelt im Kühlschrank länger als 1 Woche frisch halten.

Fisch haltbar machen: Was macht man mit dem 1m langen Fisch, den jeder von Euch einmal fangen wird, wenn man nur zu zweit an Bord ist und keinen Tiefkühler besitzt? Das habe ich mich wirklich verzweifelt gefragt, nachdem die ersten Riesenfische an unsere Angel gegangen sind. Meistens passiert das in der Dämmerung, also kommen die ersten Filets bereits zum Frühstück in die Pfanne. Doch danach ist noch ein Eimer voll bestem Fischfilet übrig, die man folgendermaßen verarbeiten kann:
Die Filets Säuern, Salzen und braten. Man bereitet einen Sud aus 1 Teil Wasser, 1 Teil Essig, 1 Teil Wein, Lorbeerblatt, Senfkörner etc und schmeckt das Ganze mit reichlich Zucker, Salz und Pfeffer ab. Jetzt legt man die noch heißen Fischstücke in Gläser mit Schraubdeckel (z.B. Gurkengläser), gießt den heißen Sud darüber, verschließt die Gläser und kühlt sie in kaltem Wasser soweit ab, bis der Deckel mit einem hörbaren „Klack“ eingedellt ist, dann können sie im Kühlschrank versenkt werden. Schmeckt köstlich auf dem Roggenbrot oder zu Bratkartoffeln und hält sich etwa 2 – 21/2 Wochen im Kühlschrank. Ist der Deckel in der Mitte nicht mehr eingedellt, muss man das Glas wegwerfen.

Kohl: Es hat mich wirklich überrascht, dass es wirklich überall auf der Welt, auch auf den Inseln im Pazifik unseren Weißkohl gibt. Da es ein Gemüse ist, dass wunderbar haltbar ist und man für den aktuellen Bedarf häufig nur einige der äußeren Blätter benötigt, ist es auch für eine Zweipersonencrew eine willkommene Vitaminspritze. Neben Krautsalat mit geraspelten Möhren, kann man in Streifen geschnittenen Kohl auch statt Eisbergsalat für Salat nehmen, er ist etwas härter in der Struktur aber besser als gar kein Salat. Auf unserer SUBEKI war Kohlsuppe ein Hit! Ja wirklich, viele mögen die Nase rümpfen, aber Kohlsuppe schmeckt vorzüglich, selbst wenn man in Ermanglung von Fleisch auf Cornedbeef Dosen zurückgreifen muss, Karotten, Kartoffeln oder was gerade da ist, etwas Kümmel, Salz und Pfeffer ein Schuss Rotwein, schon gibt es eine willkommene Abwechslung im Speiseplan.

Dies sind ja nur einige Anregungen und sollen die Sorgen des Kochs an Bord schmälern. Wichtig ist eine gute Planung, die Zutaten für bekannte Gerichte sollte man an Bord haben. Lebensmittel, die lange haltbar sind, wie Kartoffeln, Kohl, Melonen etc. gut lagern und regelmäßig durchsortieren, den Bestand an Konserven, Nudeln, Kartoffelpüree, Haferflocken, Nüsse, Körner, Trockenfrüchte etc. gut im Auge behalten und wenn nötig auffüllen.

Nachlesen kann man das eine oder andere in unserem Buch: "Sieben Jahre, sieben Meere und drei Ozeane" - siehe hier!

Ich wünsche Mast und Schotbruch, 
Sybille Uehr, SY SUBEKI

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