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BOBBY SCHENK
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Rückblick auf das 8.Bobby Schenk's Blauwasserseminar

Olympiasieger Ecke Diesch - Goldmedaille weg!

Das war lange überlegt: Soll man ein Blauwasserseminar im tiefsten Binnenland, am Bodensee, abhalten? Welch oberflächliches Vorurteil!

Zum 50. Geburtstag der INTERBOOT fühlte man sich unter den großen Hochseeyachten in eine Messe nahe am Meer versetzt. Großer Zuschnitt!

Deshalb hat das Ergebnis des Seminars alle überrascht. Noch nie nahmen soviele an "Bobby Schenk's Blauwasserseminar" teil wie diesmal. Und wie die vergangenen sieben Seminare war diese Veranstaltung wiederum frühzeitig ausgebucht. Vorweg auch ein großer Dank an die INTERBOOT, die weitsichtige Messe hat alles getan, damit sich der zweitägige Besuch für die Besucher des Seminars gelohnt hatte! Für die Statistik: 10 Prozent der Besucher kamen aus Österreich, 40% aus der Schweiz  - ja, dort spielt die Hochseesegelei eine große Rolle - und 50% aus allen Teilen Deutschlands, von Hamburg, Düsseldorf bis in Zugspitznähe. Und was am meisten positiv überraschte: Ein bemerkenswerter hoher Anteil von jüngeren Seglern und beachtlich viele Damen.

Der Erfolg ist sicher auch dem diesjährigen Programm zuzuschreiben. Bei der Planung kristallisiertes sich heraus, dass eine "normale" Weltumsegelung heute nicht mehr unbedingt ein Anziehungspunkt ist. Und ein "Blauwasserseminar light" sollte den Teilnehmern für ihr Geld schon gar nicht zugemutet werden. So wurden dieses Mal neben dem "Wetterfrosch" Dr.Schrader und dem Spitzenjuristen Willy Schmidt nur Weltumsegler als Referenten eingeladen, die über ihre Weltumsegelung hinaus etwas zu bieten hatten.

Hochseesegler Willy Schmidt (Foto) beschrieb die rechtliche Seite einer Hochseereise in die "große Freiheit" und zeigte auf, wie Probleme mit den Behörden - legal - zu vermeiden sind. Das Spektrum der Fallkonstruktionen ging vom Vertrag unter Mitseglern, über die Probleme bei Auseinandersetzung von Eignergemeinschaften (Freundin brennt mit Kariben durch) oder Kaufvertrag über eine Yacht, zu Versicherungsfragen bis hin zum Treffen auf Flüchtlingsbooten auf offener See. 

Uli und Lazi (hier klicken) bauten vor ihrer Weltumsegelung mehrere Schiffe von Grund auf und vollendeten ihre Weltumsegelung durchs Rote Meer mit einem Stahlschiff. Interessant die Einsicht, dass sie den letzten Abschnitt der Reise durch das piratenverseuchte Gebiet nicht mehr erleben wollen.

Dr.Meeno Schrader (links auf dem Foto neben Bobby Schenk) beleuchtete in gewohnter souveräner Weise die metereologische Seite eines Hochssetörns, ja einer Weltumsegelung und zeigte mit vielen Hintergrunddaten auf, wie man der größten Gefahr auf einer Weltumsegelung, nämlich dem Hurrikan, aus dem Wege segeln kann.

Manfred Jabbusch hat seinem früheren Referat - Weltumsegelung und nachfolgende Überführung der Yacht zum Käufer durch die brüllenden Vierziger (hier klicken) - ein neues Highlight, ein negatives hinzufügen müssen. Bei einer Überführung einer Yacht von den USA nach Europa wurde er und seine Crew von einer Monsterwelle getroffen, worauf sie notgedrungen die Yacht aufgeben mußten. Glücklicherweise geschah dies noch in der Reichweite eines Hubschraubers der amerikanischen Coast guard, der gerade noch die verletzte Mannschaft auf hoher See vom Schiff abbergen konnte.

Ärztin und Weltumseglerin Dr.Kerstin Heller hielt ihren Vortrag über die medizinischen Probleme auf einer Weltumsegelung, der wie sonst keine Veröffentlichung in einer knappen Stunde alle gesundheitlichen Probleme einer so großen Unternehmuung anreißt und praktikable Lösungen anbietet, also nicht die stereotypische Formulierung wie in vielen Büchern: "Wenden Sie sich an den nächsten Arzt"

Und Sebastian Pieters samt seinem ehemaligen Lehrer waren 11 Stunden angereist, um aufzuzeigen, wie man mit recht bescheidenen Geldmitteln und einem 8 Meter langen Sperrholzboot, das viele nicht gerade als superhochseetüchtig ansehen würden, nach Neuseeland oder gleich um die ganze Welt segeln kann. Auch im jugendlichen Alter von 21 Jahren (hier klicken).

Einer der aufmerksamsten Zuhörer war ein Regattasegler, der sich den ganzen Tag kein Wort entgehen ließ. Er hatte auch gleich zu Beginn des Seminars für einen unerwarteten Höhepunkt gesorgt: Es war die Einleitung vom Olympiasieger im Flying Dutchman, Dr.Eckart Diesch (auf dem Foto neben Weltumseglerin Carla Schenk), der sich zwar zunächst mit sechs Vize-Weltmeister-Titeln und fünf(!) Weltmeistertitel als Regattasegler outete, dann aber auch darauf hinwies, dass als Eigner einer X-Yacht nicht wenige Fasern seines Herzens auch für die Hochseesegelei schlagen.

Als patenter Segelkamerad zeigte sich "Ecke" (nebenbei Präsident des 100 Jahre alten und ehrwürdigen Württembergischen Yachtclubs Friedrichshafen - einer der Vorgänger von Diesch war Graf Zeppelin) als er lässig aus seiner Hosentasche die olympische Goldmedaille hervorholte: "Wenns jemand interessiert, das ist meine Goldmedaille, die lass ich mal durch die Reihen gehen"! Für alle, ehrlich, ein großes Erlebnis, die schwere olympische Goldmedaille auf der Hand zu haben - und nachzudenken, wie unerreichbar so etwas für den normalen Segler ist. Allerdings sprang Ecke nach einer Stunde nervös auf: "Wo ist meine Medaille?". Jeder der 160 Seminarteilnehmer genoß das großartige Gefühl, einmal in seinem Leben eine olympische Goldmedaille in den Händen zu haben. Natürlich bekam Ecke das Goldstück unzerkratzt zurück.

"Ecke" wird sie nochmals mitbringen müssen. Denn auf Grund des großen Zuspruchs und Erfolges des Seminars wurde sofort von der Messe festgelegt, dass " Bobby Schenk's Blauwasserseminar" auf der 51. INTERBOOT am 29/30.09.2012 wieder stattfinden wird - wegen der Aktualität mit teilweise anderen Referenten, aber mit gleich hoher Qualität wie in den vergangenen acht Seminaren.

Anmerkung: Viele der auf dem Seminar eingespielten Film-Szenen, u.a. Rundflug über die Gesellschaftsinseln und Tamure-Tanz entstammen der 60-Minuten-DVD von Bobby Schenk "Südseeträume" (mit der SARITA durch Französisch Polynesien). Diese kann für 25 Euro (Porto inklusive) über bobbyschenk@yahoo.com bezogen werden. Ideales Weihnachtsgeschenk!

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