DIE HOMEPAGE VON
BOBBY SCHENK
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Der gelernte Ingenieur Bill Robinson ist zusammen mit seiner Partnerin Marlyse seit vielen Jahren auf seiner topgepflegten Stahlyacht JENAIN in allen Erdteilen unterwegs. Wenn man solange auf seiner (selbstausgebauten) Yacht lebt und segelt, sammelt man tiefgehende Erfahrungen, von denen alle Segler, seien es Urlaubs- oder Chartersegler, seinen es Fahrtenskipper in unseren Küstengewässern, auch im Mittelmeer, oder seien es Aspiranten auf eine Atlantiküberquerung oder gar auf eine Weltumsegelung nur profitieren können.

Eines der "heißesten" Themen beim Langfahrtsegeln ist die Sicherheitsfrage. Nein, nicht in Bezug auf Wind, Sturm und Wetter, da wird sich jeder ohnehin die richtige Taktik zurechtlegen, nein, hier geht es darum, wie man sich und die Yacht vor unliebsamen Mitmenschen schützen kann. Wann man die Ratschläge von Bill befolgt, ist man nach seiner Meinung auf einer Yacht sicherer als an Land.


Wie schütze ich Crew und Yacht vor Eindringlingen?

von Bill Robinson

Einfache Lösungen zur Sicherheit für Fahrtensegler:

Unter Langfahrt-Yachties ist die Sicherheit auf Yachten ein vieldiskutiertes Thema – noch vor “beste Ankerplätze”, „Umgang mit Behörden” und die “bevorzugte Plätze zum Fischen”. Der Aspekt der Sicherheit ist also vorrangig! Wer wurde bestohlen, wer wurde ausgeraubt und, ganz schlimm, wer wurde körperlich angegriffen? Hier wird das Paradies paranoid!

Aber man bedenke, dass immer noch wenige Ereignisse dieser Art passieren und dass man wahrscheinlich auf einer Yacht unterwegs immer noch sicherer ist als wenn man in den meisten Städten leben würde. Trotzdem, solche Übergriffe nehmen zu und unglücklicherweise werden sie auch immer gewalttätiger. Auf unserer JENAIN hatten wir nur einen einzigen Übergriff in immerhin 13 Jahren, die wir auf unserem Schiff unterwegs waren: Ein unversperrter Außenbord-Motor wurde uns gestohlen. Dies, trotz der Tatsache, dass wir uns meist in Entwicklungsländern aufgehalten haben, nämlich in Afrika und Südamerika, wo die Kriminalität angeblich geradezu wuchert.


Hier einige Vorschläge zur Gefahrenabwehr, die wir nützlich finden:

Wenn man in den Tropen alle Luken schließt, führt das zu einem unerträglich heißem und stickigen Boot. Wir ersetzen deshalb die normalen Schiebeluken durch Nirosta-Gitter. Dieses, kombiniert mit sechs großen Ventilatoren und zwei kleinen Öffnungen nach draußen, hält JENAIN gut durchlüftet, kühl und sicher, wenn wir nicht an Bord sind. Der Gitterrahmen ist aus einem Gitter, bestehend aus runden 12mm-Nirostastangen, das in der Mitte ein Scharnier hat.

 

Um unsere Außenborder zu sichern, auch während sie im Beiboot sind, als auch achtern an dem dafür vorgesehenen Brett, habe ich zwei einfache Röhren angefertigt, die von einem Rohr mit einem Durchmesser von 38 mm übriggeblieben sind. Es hat mich nur 15 Minuten gekostet, sie zu fabrizieren, hat nichts gekostet und sichern die Außenborder zuverlässig: Schneide das Rohr 50mm länger als den Abstand zwischen den Klemmschrauben an der Außenborder-Halterung! Bohre ein Loch, welches geringfügig größer ist als der Durchmesser der Außenborder-Klemmschrauben, und zwar 25 Millimeter vom Ende entfernt. Man schneide dann mit einer Trennscheibe auf einer kleinen Flex einen Schlitz von diesem Loch bis zur anderen Seite. Schiebe das Rohr über die beiden Klemmschrauben und markiere eine Stelle, wo zwei Löcher für ein Vorhängeschloss gebohrt werden. Das Schloss sollte auf der Rückseite des Rohres angebracht werden, also zwischen dem Rohr und dem Heck oder der Motorenhalterung. Das macht es noch schwieriger, die Außenborderhalterung mit einem Bolzenschneider oder einer Säge zu erreichen. Ähnliche Diebstahlsicherungen können auch beim Schiffshändler gekauft werden, aber sie sind dort teuer und nicht passgenau für unser Schiff.

Als einfache und preiswerte Diebstahlsicherung gegen Eindringlinge benützen wir einen kleinen Batterie-Alarmgeber, der mit eingelegten Batterien betrieben wird.Er ist in einer kleinen Box neben dem Niedergang angebracht. Von der Pin des Alarmgebers haben wir eine dünne Angelschnur quer übers Cockpit zu den Außenbordern (meistens das Hauptziel der Diebe) gezogen. Die Angelschnur ist nachts praktisch unsichtbar und der Alarmton mit seinem schneidenden 130-Dezibel-Lärm würde die meisten Diebe oder Eindringlinge in die Flucht schlagen. Sicher weckt er uns und die anderen Crews auf dem Ankerplatz auf.

Feuerwaffen an Bord ist ein anderes heiß diskutiertes Thema. Gibt man sie den Behörden bei der Ankunft an, bedeutet das nahezu sicher, dass man sie der Polizei beim ersten Einklarierungshafen eines Landes übergeben muss. Damit ist man aber unbewaffnet, und zwar möglicherweise dann, wenn man sie am dringendsten benötigt, außerdem bedeutet dies normalerweise, dass man zu diesem Platz zurück segeln muss, wenn man das Land verlassen möchte.

Soll man sich auf sein Glück verlassen und die Waffen nicht deklarieren? Das kann mit Strafen, gar mit einem Gefängnisaufenthalt oder auch mit der Beschlagnahme der Yacht enden, wenn man erwischt wird. Für welche Feuerwaffen soll man sich entscheiden? In vielen Teilen der Welt sind Kriminelle mit Maschinenpistolen, Maschinengewehre oder gar mit raktengetriebene Granaten ausgerüstet. Tritt man diesen Waffen mit einer Handfeuerwaffe oder einem Schrotgewehr gegenüber, ist man ernsthaft im Hintertreffen. In der Realität hat keine Yacht eine Verteidigungsmöglichkeit gegenüber Piraten vom Typ „Somalia“. In der Realität gibt es da nur eine mögliche Alternative: Plätze, wo sich solche Piraten rumtreiben, meiden!

Jedoch finden eine Menge anderer Übergriffe statt: Üblicherweise durch Gelegenheitsdieben oder aggressive Fischern. Unsere Antwort auf diese Art von Bedrohung war der Kauf einer robusten Machete, die wir richtig scharf geschliffen haben. Wir haben jetzt ein Buschmesser, welches in früheren Zeiten die bevorzugte Waffe war, um Schmarotzer abzuschrecken. Die Machete braucht nicht deklariert werden, weil sie ja ein „Werkzeug“ ist, und als solches ist sie brauchbar für alle möglichen Dinge, angefangen vom Öffnen einer Kokosnuss bis zum Bearbeiten von Treibholz für die Grillparty am Strand. Unsere Machete haben wir in Argentinien gekauft, sie hat nicht einmal drei Dollar gekostet. Natürlich ist sie nutzlos, wenn wir einem Angreifer gegenüberstehen, der uns ein AK47-Gewehr unter die Nase hält. Aber in solchen Momenten ist man ohnehin machtlos. Unser Buschmesser ist tödlich und groß genug, um handgreifliche Räuber einzuschüchtern. Ich hoffe, dass ich diese Waffe niemals im Zorn benutzen muss, aber sie ist in manchen miesen Häfen oder Ankerplätzen griffbereit – genauso wie unsere Signalpistole mit den 12 Leuchtpatronen.

Mein Rat: Das Wichtigste ist es, nicht zu überreagieren. Sei vorsichtig, aber dreh nicht gleich durch! Vermeide es, Plätze aufzusuchen, von denen Du geträumt hast, wie zum Beispiel den Karneval von Rio de Janeiro oder Stone Town in Sansibar. Denk dran, dass Du als Fahrtensegler auf einer Yacht für die meisten Menschen in unterentwickelten Ländern unvorstellbar reich bist – und somit auch ein Ziel für deren Begehrlichkeit. Richte Dein Verhalten und Dein Auftreten nach diesen Umständen! Zum Beispiel habe ich in Rio de Janeiro beim Landgang immer meine teure Taucheruhr abgelegt und sie gegen eine billige Digitaluhr ausgetauscht. Wir haben nie offen einen Fotoapparat oder eine Kamera sichtbar mit uns getragen. Auch kleidermäßig haben wir uns einfach gegeben. So hatten wir eine Super-Zeit, fühlten uns niemals bedroht und wurden nicht sonderlich von Händlern bedrängt, die uns irgendwas andrehen wollten. Ein weiterer Vorteil meiner Meinung nach ist der, dass Einheimische Dich schneller akzeptieren, Dir keine Touristenpreise berechnen, wie es häufig üblich ist, wenn Du besser als sie angezogen bist und Dir keine teuren und modernen Uhren oder Handys aufschwätzen wollen.
Es scheint, dass viele Diebe zu Yachten hinaus schwimmen oder mit irgendwelchen schwimmenden Untersätzen kommen. Mach es ihnen nicht zu leicht, um an Bord zu kommen oder das Beiboot zu stehlen, indem Du es über Nacht im Wasser lässt. Schliesse eventuell vorhandene Reling-Zutritte und ziehe die Badeleiter ein, beziehungsweise die Badeplatform rauf. In dieser Beziehung sind die traditionellen Einrumpfboote gegenüber Katamaranen im Vorteil, bei denen man meistens leicht vom Wasser aus aufs Boot kommt. Der Vorteil entfällt allerdings wiederum bei modernen Einrumpf-Hecks mit eingearbeiteten Stufen.

Wir mühen uns jeden Abend damit ab, das Beiboot mit dem Spinnakerfall an Deck zu nehmen. Das hat den zusätzlichen Nutzeffekt, dass Bewuchs am Dhingy-Boden nahezu vermieden wird. Wenn wir an Land gehen, schließen wir das Schiff üblicherweise ab, aber wir haben nahezu niemals das Bedürfnis verspürt, die Luken abzuschließen, solange wir an Bord sind. Klar, es ist unmöglich, zu hundert Prozent vor Dieben sicher zu sein, aber wir achten durch einfache Vorsichtsmaßnahmen schon darauf, dass unser Schiff keine leichte Beute ist. Wir sind überzeugt, dass wir so auf unserer Yacht sicherer sind, als an Land. Und das gilt für alle Plätze, die wir bis jetzt besucht hatten.

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