DIE HOMEPAGE VON
BOBBY SCHENK
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Ade DEUTSCHE WELLE


Heide und Günther segelten Anfang der Achtziger mit ihrer Ketsch PUSTEBLUME um die Welt. Beide waren/sind Funkamateure und der Technik gegenüber immer aufgeschlossen. Fast klingt es wehmütig, wenn Günther nun erzählt, welche Perioden der Kommunikation und der Navigation sie an Bord durchgemacht hatten. Und welche man sich nicht verschließen konnte. Und immer wieder hieß es: "Es geht auch ohne, Columbus hattauch keine..."

Und immer wieder hatte man dann so einen Apparat an Bord, ohne den es eigentlich nicht geht. Bis dr wieder über Bord fliegt. Aber es tut gut, wenn man sich gelegentlich an solche Entwicklungsperioden erinnert. Auch die "Pusteblumes" selbst, wie sie unter den Yachtsleuten genannt werden, machten eine ähnliche Entwicklung mit ihren Schiffen durch. Der im Artikel erwähnten 8,5-Meter-Yacht DALIAH folgte die erste Pusteblume (mit der die Welt Anfang der Achtziger umrundet wurde !siehe hier. Daraufhin ließ Güntehr sein "Traumschiff", die etwas größere Ketsch PUSTWEBLUME bauen, die schließlich dem Motortboot NUDEL weichen mußte, mit der die beiden (Rentner) nunmehr seit Jahren ausgedehnte Mittelmeerwanderungen unternehmen - siehe hier.

Bobby Schenk



Jahrzehnte haben wir Ihr die Treue gehalten, selbst wenn wir sie manchmal nicht gut verstehen konnten. Viele Stunden haben wir ihrer Stimme mit Andacht gelauscht, in guten wie in schlechten Zeiten. Sie hat uns in mehr als 50 Länder dieser Erde begleitet, war ein Stück Heimat für uns in der Fremde. 

Jetzt hat sie uns über Nacht treulos verlassen. Ist verstummt. Neulich hat das Hörfunk-programm der DEUTSCHEN WELLE auf Kurzwelle den Betrieb eingestellt. Nur im Internet und mit ihrem Fernsehprogramm versucht sie weiterhin, ein möglichst ungeschminktes Bild Deutschlands in die Welt zu tragen. Und auch wir sind in letzter Zeit schon immer häufiger mal aufs Internet zum Deutschlandfunk oder Nudels geliebtem Lokalsender NDR 90,3 ausgewichen, wenn uns die Berichte auf der störungsempfindlichen Kurzwelle allzu sehr verrauscht oder von anderen Sendern überlagert in den Empfänger kamen.

Auf unserem ersten Kajütboot, der 8,50 m langen DALIAH, machten wir 1973 ihre erste Bekanntschaft. 5 Monate besegelten wir auf einem langen Törn große Teile des Mittelmeeres. Und da klang es dann, täglich gespannt erwartet, im Rauschen aus dem Lautsprecher: 
"....Brindisi NordNordOooost 5 bis 6, zunehmend 7, SüdOooost drehend, leicht bewölkt, diesig, 29 Grad." 
Der Mittelmeer-Wetterbericht brachte dann noch die für uns besonders wichtigen Aussichten für den nächsten Tag. Ganz bewusst wurden meistens Sprecherinnen eingesetzt, deren helle Stimmen viel besser durch die Nebengeräusche drangen als der sonore Bass von Männern.

Das waren für uns damals die wichtigsten Tagesinformationen, denn mit unserem Mini-Kreuzer brauchten wir möglichst Winde unter 6 Windstärken. Darüber hörte das Vergnügen auf und der harte Kampf mit den Naturgewalten fing an. Die jede volle Stunde gesendeten Nachrichten waren für Monate die Grundlage unseres Weltblickes. Aktuelle deutsche Zeitungen bekam man selbst in größeren Ferienorten noch nicht, Telefonate waren viel zu teuer für unsere schmale Bordkasse, und postlagernde Briefe gab es nur sehr selten.

Wie viel anders ist das heute geworden. Über die Kurzwelle waren Wetterkarten schon vor der Jahrtausendwende kostenlos vom Deutschen Wetterdienst zu empfangen. Zeilenweise kamen sie mit Störungen über viele Minuten langsam auf den Bildschirm. Manchmal war vor Schwärze kaum etwas zu erkennen. Dann aber kamen über die Kurzwelle im digitalen PACTOR-Verfahren auch endlich Emails und weltweite Wetterprognosen fehlerlos über WINLINK zu uns an Bord. Amerikanische Amateurfunker hatten das System weltweit zum Laufen gebracht. Damit waren wir nun jederzeit auch schriftlich erreichbar. Für uns ein riesiger Fortschritt, der an Land durch Fernschreiber und Fax vorbereitet nicht so gravierend war.

Allerdings setzte der Amateurfunk eine ziemlich schwierige Prüfung voraus. Monatelang habe wir Funktechnik und Gesetzeskunde gebüffelt. Viel aufwendiger aber war das tägliche Üben der Morsezeichen. Wir mussten 120 davon mit höchstens 3 Fehlern in 3 Minuten verstehen und den gemorsten Text mitschreiben. Wir haben das immer als notwendiges Übel zum Erreichen der Funklizens gesehen und später nur äußerst selten mal angewendet. Als wir auf unserer PUSTEBLUME auf dem Wege zu den Marquesas zum ersten Mal in das Pazifiknetz der segelnden Amateurfunker auf der Frequenz 14.313 KHz eincheckten, bat mich der damals schon sehr bekannte Buchautor Bobby Schenk um ein, wie es in der Funkersprache heißt, QSO (Funkgespräch) in CW (Morsen), was ich dann auch brav gemacht habe. Einmal, aber bitte keine Wiederholung.

Dabei gibt es durchaus Amateurfunker, die das Morsen mit Leidenschaft betreiben, am liebsten mit Highspeed von über 150 Zeichen pro Minute. Das war in frühen Jahren der Kurzwelle sicher auch vernünftig, weil Morsezeichen im Rauschen noch viel besser zu verstehen sind als Sprache. Die Technik entwickelte dann Decoder, die die Morsezeichen in lesbaren Text verwandelten. Das PACTOR-Verfahren perfektionierte die Übermittlung mit digitalen Signalen zu völlig fehlerfrei ankommenden Texten. Das war für uns ein ganz wichtiger Vorläufer in der Nachrichtenübermittlung vor dem Internet. Heute höre ich Morsezeichen nur noch, wenn mein Handy den Empfang einer neuen SMS mit den Morsezeichen … -- … anzeigt. Aber wer weiß heute noch, was das Signal bedeutet?

Mit Macht kam das Internet auch auf dem Bordcomputer. Zunächst erreichte man es nur per WLAN an Ankerplätzen in der Nähe von Internet-Cafes, dann auch in vielen Marinas. Heute haben wir so einen kleinen Dongle (USB-Stick für Mobilfunk) des örtlichen Telefonanbieters, der uns für 15 Euro den ganzen Monat über das Mobilfunknetz mit dem Internet verbindet. Deshalb ist Email nun im Küstenbereich fast überall auch ohne Kurzwelle verfügbar. Der Wetterbericht von verschiedenen Ländern ist uns in graphisch bestens aufbereiteter Form jederzeit zugänglich. Selbst Wolken, Regen oder Gewitter werden für 5 Tage und für mindestens 4 Tageszeiten recht zuverlässig vorhergesagt.

Wenn es eilig und dringend erforderlich ist, können wir nun von Bord aus in hübschen Ankerbuchten Ersatzteile direkt in Deutschland bestellen, beim Hersteller im Teilekatalog blättern, und die Rechnung sofort online bezahlen, damit die Sendung über UPS in spätestens 3 Tagen bei uns ist. Und abends gönnen wir uns dann als Tagesabschluss die HEUTE-Sendung des ZDF. Wenn wir wollten, könnten wir auch den am Abend laufenden Krimi schauen, was aber allerhand von unseren bezahlten 4 Gigabyte verbrauchen würde. Noch vor 2 Jahren brauchte man dafür auf Booten eine etwa 6.000 Euro teure und reichlich plump aussehende Spezialantenne, die sich in Sekundenbruchteilen nach dem eingestellten Satelliten ausrichtete.

Selbst das relativ teure Telefonieren mit dem Handy ist entbehrlich geworden, seit wir über Skype für wenige Cents überall anrufen können. Von Computer zu Computer ist es sogar kostenlos. Was haben die Telefongesellschaften früher an unserer Telefonitis verdient. Wem der heimische PC nicht reicht, der trägt das Internet heute über sein Smartphone in seiner Tasche mit sich herum. Und er hat natürlich auch alle wichtigen Fotos und Termine, alle guten Restaurants und die kürzesten Wege zu den teuersten Boutiquen stets bei sich. Wenn die Leute das schmucke Gerät beim gemütlichen Plausch im Restaurant dann stolz hervorziehen und demonstrieren, kommen uns aber Zweifel, ob wir diesen „Gesprächs-killer“ auch für uns wollen.

Da fällt uns der Abschied von der DEUTSCHEN WELLE bei diesem reichhaltigen neuen Angebot natürlich nicht mehr allzu schwer. Früher nahmen wir auf Flugreisen in ferne Länder immer unser kleines Kurzwellenradio von SONY mit. Heute ist es sinnvoller, ein Notebook oder den i-Pad im Reisegepäck zu haben, um über das WLAN-Netz der Hotels ins Internet zu gelangen. So schnell hat sich das Radio-Zeitalter gewandelt, dass sich der für viel Geld in Deutschland vor wenigen Jahren installierte digitale Radioempfang kaum mehr gegen das Internet-Radio durchsetzen wird. Wir haben in unserem neuen AUDI für über 300 Euro Aufpreis so ein Gerät mit Digitalempfang einbauen lassen, aber es funktioniert nur in Ballungsgebieten in dieser völlig störungsfreien Qualität, die sich automatisch immer den besten Sender sucht. Internet-Radio funktioniert hingegen überall, wo es Mobilfunkantennen gibt. Das ist mit Flatrate nicht zu toppen.

Wir Rentner werden heute ganz schön gefordert, wenn wir auf dem neusten Stand der Technik bleiben wollen. Gerade haben wir einen analogen Flachbild-Fernseher noch im 4:3-Format gekauft, da kommt das neue 16:9, dann der digitale Empfang nun auch schon hochauflösend in HDTV. Aber doch schon alles veraltet gegen 3D noch mit Shutter-Brille und bald gewiss schon ohne so ein Gestell auf der Nase. Wer kauft noch Filme auf DVD, wo es doch nun die noch brilliantere Blueray gibt? Dabei stehen überall noch die VHS- und Casetten-Recorder oder der Discman herum, und neulich habe ich gerade die letzten Disketten in den Müll geworfen.

Bei der Fotografie haben wir auf der Weltumseglung noch mit Super 8 gefilmt und natürlich tausende Dias geschossen. Den Film der Reise habe ich aber nie fertig gestellt, weil uns nacheinander 2 Kameras in der Südsee kaputt gingen und damit der wichtigste Teil der Reise gefehlt hätten. Originalton hatten wir natürlich auch noch nicht. Mit einer Videokamera, wäre mir das nie passiert, weil ich damit das gerade Gefilmte hätte sofort kontrollieren können.

Also schafften wir umgehend eine VHS-Kamera für die nächste Reise nach Neuseeland an. Der eigentlich ganz schöne Zusammenschnitt litt aber durch das notwendige Kopieren an Schärfe. Eine Super-VHS-Kamera konnte das dann schon viel besser und die erste digitale Kamera noch viel besser. So entstanden einige ganz schöne Reisefilme, denen man aber nach über 10 Jahren auch schon wieder das Alter durch verblassende Farben ansieht. Nun endlich werden Datenträger entwickelt, die das Digitalsignal Jahrzehnte verlustfrei speichern können. Längst überfällig, finde ich, wenn ich mir immer noch gute Fotos meiner Großeltern anschaue.

Meine Nudel war mächtig stolz auf ihre vom Vater geerbten tollen LEICAS mit einem Satz bester Wechselobjektive. So schleppte sie auf Reisen eine große Fototasche von 5 kg mit sich herum, dazu noch die obligate Handtasche. Bis es ihr zu schwer wurde, und sie eine Kamera mit einem tollen Zoomobjektiv kaufte. Immerhin erzielten die LEICAS damals bei Liebhabern noch gute Preise. Doch vom analogen Foto auf einem Film wollte sie keinesfalls lassen, bis die digitalen Fotos mit ihren Megapixeln so ein Dia in 24x36 mm alt aussehen ließen. Und viel billiger waren sie obendrein noch. Heute haben wir für den Normalbedarf eine leichte, kleine PANASONIC für die Westentasche und für anspruchsvolle Reisen eine Kamera mit 18-fachem Zoom, die nicht nur hochauflösend fotografiert sondern auch filmt. Und beide kosten jeweils nur ein Zehntel einer LEICA, und viel leichter sind sie auch noch.

Bei der Musik lief die Entwicklung ähnlich. Der Plattenspieler war noch für den schaukelnden Bordbetrieb völlig ungeeignet. Die teuren Tonbandgeräte von ELAC oder UHER, der ganze Stolz von Nudels Vater, brauchten ebenfalls einen ruhigen Standort. Der Casetten-Recorder aber schaffte dann schon den ersten Einstieg auf Booten, obwohl auch er bei viel Bewegung manchmal noch etwas jaulte. Perfekt wurde der Musikgenuss dann aber mit den CDs. Allerdings war es immer etwas mühselig, den 6er-Wechsler neu zu bestücken. Und man hörte auch stets unfreiwillig all die nicht so guten Titel einer CD mit. Die Probleme löste bald die MP3-Komprimierung, mit der wir von unseren etwa 300 CDs mit Popmusik nur unsere Lieblingstitel überspielten. Nun haben wir über 800 unserer Hits auf nur einer kleinen SD-Speicherkarte und einem USB-Stick, die beide heute auf jedem neuen Radio und Fernseher abgespielt werden können. Nur die CDs mit Klassik stehen jetzt noch im Regal. Die bisherigen Geräte ohne diese Anschlüsse sind plötzlich völlig veraltet.

Beim Computer an Bord habe ich einige Jahre gezögert. Als wir auf unserer Weltumseglung in Tahiti Detlev Martens kennen lernten, der 1983 schon einen Computer an Bord hatte, stand für mich fest: So ein „Ding“ kommt bei uns nicht an Bord! Einige Jahre später hatten wir so ein „Ding“ dann schon in der Apotheke als notwendiges Arbeitsgerät. Aber privat hatte zumindest ich dafür keine Verwendung. Meine Nudel sah das anders und schenkte mir kurz darauf einen COLANI, ein hübsch gestyltes Notebook mit gerade mal 250 Megabyte Festplatte. Zunächst weigerte ich mich, das „Ding“ auch zu nutzen. Aber dann brach ich mir den großen Zeh und musste 2 Wochen weitgehend ruhig im Bett verbringen. Das sah Nudel als die große Gelegenheit an, mich zum Computerfreak zu wandeln. 

Listig legte sie mir das Notebook auf die Bettdecke. Da ich auf gute Pflege angewiesen war, musste ich mich nun notgedrungen mit diesem neuen Gerät befassen. Ich habe es nicht bereut, denn seitdem ist es das am meisten genutzte Gerät an Bord geworden, das nun schon in der 4. Generation auf dem Navigationstisch steht. Im Winter muss nach 6 Jahren Bord- und Reisedienst dringend die 5. Generation angeschafft werden, mit noch größerem Speicher und deutlich schneller im Gebrauch. Wie konnten wir überhaupt damals mit nur 0,25 Gigabyte Arbeitsspeicher zufrieden sein, wenn wir heute unbedingt 1 Terabyte, also 4.000-mal so viel brauchen?

Auf dem Boot sind dafür immer mehr Geräte überflüssig geworden, auf die wir früher als neuste Errungenschaft noch stolz waren. Auf unserer DALIAH hatte wir einen Funkpeiler, um uns auf See ohne Landsicht in deren Sendebereich durch das Peilen mehrerer Sender orientieren zu können. So fanden wir damals z.B. 1973 von Jugoslawien kommend nach unserer ersten Nachtfahrt um das kommunistische Albanien herum sicher den Hafen von Brindisi, ohne dass wir am nächsten Leuchtturm ablesen mussten, wo in Italien wir angekommen waren. Heute gibt es längst die notwendigen Peilsender nicht mehr. 

Einen Peilkompass benutzten wir in Küstennähe zur Ortsbestimmung. Heute ist selbst der immer noch vorhandene Steuerkompass weitgehend überflüssig, weil wir uns über das GPS-System viel genauer orientieren können. Selbst Seekarten haben wir nur noch im großen Maßstab für den Notfall, weil digitale Seekarten auf einem Plotter genauer sind und noch vom GPS gesteuert den Standort anzeigen. So billig ist das alles geworden, dass wir auf dem PC ein Reservesystem laufen haben. Auf unserer Weltumseglung hatten wir noch über 300 Seekarten, die nicht nur viele tausend Mark gekostet haben, sondern auch noch mordsschwer waren.

Unser schöner Sextant der Firma PLATH ist längst ein Museumsstück. Selbst auf unserer Weltumseglung haben wir ihn nur am Anfang benutzt, weil unser toller neuer Satellitenempfänger (Messe-Sonderpreis 8.000 Mark und groß wie ein Video-Recorder) uns etwa alle Stunde von 2-3 seiner 5 Satelliten einen ziemlich genauen Standort brachte. Der war mit einigen hundert Metern aber schon viel genauer als es je mit dem Sextanten möglich war. Bei dem wussten wir bestenfalls auf eine Seemeile genau, wo wir uns gerade befanden. 

Wenn Küsten nicht allzu weit entfernt waren, orientierte man sich damals auch mit den Funksystemen DECCA und LORAN, die spezielle Seekarten erforderten. Diese Art der Navigation haben wir durch unseren Satellitenempfänger total überschlagen. Der Sextant kostete übrigens über 2.000 DM. Und für die eigentliche Berechnung des Standortes aus den gemessenen Höhen hatten wir noch einen 500 DM teuren programmierten Taschenrechner an Bord, der uns in der Karibik bei einem Einbruch geklaut wurde. Er ersparte uns das umständliche Errechnen des Standortes aus den vorberechneten Tabellen der HO-Tafeln.

Wieder eingestiegen sind wir dann in die neue Navigations-Elektronik mit einem nur noch etwa 500 DM teuren GPS-Empfänger, der uns von über 20 Satelliten gesteuert zunächst aber nur auf etwa 100 m genau unseren Standort zeigte. Das war immerhin schon so genau, dass die meisten Seekarten entsprechend berichtigt werden mussten. Die Amerikaner haben ihr für die Kriegsführung entwickeltes GPS-System anfangs für die zivile Nutzung bewusst ungenau gemacht, bis findige Gerätehersteller mit der Installation von Zusatzsendern anfingen, die den Fehler minimierten. Erst danach ermöglichte das GPS auch eine Genauigkeiten von unter 10m, was dann schnell die Einführung der kleinen Navigationsgeräte in Autos ermöglichte, die wir nun fast alle schon für selbstverständlich halten. 

Es ist kaum zu glauben, dass sie uns für wenig über 100 Euro schon in ganz Europa den fast immer richtigen Weg weisen. Einmal allerdings sagte uns unser Helfer im Auto auf einer Passstrasse in den Alpen auf über 1.500 m Höhe: “Biegen Sie rechts ab und nehmen sie die Fähre“. - Das jetzt im Aufbau befindliche europäische System GALILEO soll die Genauigkeit nun noch mal unter einen Meter drücken. Das hat den großen Vorteil, dass wir auf unseren Smartphones einen unterschiedlichen Standort angezeigt bekommen, wenn wir mit unserer Liebsten zusammen auf der Couch sitzen, es sei denn sie sitzt auf unserem Schoß. 

An Bord haben wir auch immer noch einen NAVTEX-Empfänger, der uns zu bestimmten Zeiten Wetterberichte in geschriebener Form ausdruckt. Das ist heute auch so ein Gerät, das nur noch seinen Platz im Armaturenbrett hat, weil dort sonst ein hässliches Loch zurückbleiben würde. Moderne Geräte sind kleiner, führen z.B. die Radar- und Seekarten-bilder zu einer Abbildung zusammen, geben Warnmeldungen und zeigen auch unsere Geschwindigkeit und den Kurs mit an, was sonst nur Extra-Geräte konnten. 

Unser viele Jahre so wichtiger Kurzwellensender, über den wir 3 Jahrzehnte die Verbindung aus allen Teilen der Welt nach Deutschland gehalten haben, wird nun nach dem Abschalten der DEUTSCHEN WELLE auch immer überflüssiger. Wetter, Email und das tägliche Gespräch mit Segelfreunden sind auf diesem Wege nur noch für Segler weitab der Zivilisation und jeder Mobilfunkantenne wichtig. Und das hat eigentlich auch nur den Grund, dass der Zugang zum Internet über Satelliten noch viel zu teuer ist. Sollte auch diese Lücke geschlossen werden, dann ist auch die Kurzwelle nur noch etwas für ausgesprochene Liebhaber vom Amateurfunk. Das sind dieselben Leute, die sonst alte Fotoapparate oder Uhren sammeln. Wenn wir uns nicht rigoros von all der veralteten Technik verabschieden, werden wir Rentner selbst immer mehr zu Museumsstücken.

Mit digitalen Grüßen
von
Heide & Günther

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