|
||||||||||||
Wir sollten mal richtig segeln lernen!
Segelfit in drei Tagen?
Mal
ganz ehrlich: Wir können navigieren, segeln sowieso (jedenfalls irgendwie),
fahren locker einen riesigen Spinnaker, haben ein Funksprechzeugnis erworben, um
semiprofessionellen Funkverkehr durchzuführen, bedienen eine recht komplexe
Bordelektronik, wissen vielleicht sogar noch, mit einem Sextanten umzugehen.
Richtig souverän sind wir!
Aber in einem Punkt werden wir nervös: Wenn es darum geht, unser schönes Schiff in einen Hafen zum Liegeplatz zu manövrieren. Dass wir uns darüber aufregen, liegt nicht nur an den paar Schrammen, die wir uns dabei einfangen können, sondern mehr noch fürchten wir die zahlreichen Kapitäne an Land, die unser Anlegemanöver mit Kritik, meist bissig und mit Häme, begleiten. Diese A....er!
Ja, dann ist da noch die eigene Mannschaft, die vermeintlich hilfreich mit Anregungen genau dann aufwartet, wenn der Skipper, angespannt bis zum letzten, allmählich gewahr wird, dass das Anlegemanöver wieder mal nicht so hinhaut, wie es sollte und er momentan auch keinen Ausweg für sein treibendes Schiff sieht. Weil in diesem Moment die Ruderwirkung fast Null geworden ist.
Kurzum, die meisten von uns (Autor eingeschlossen) sehen solchen Manövern nicht gerade eben zuversichtlich entgegen. Ursache hierfür ist, dass entweder An-und Ablegemanöver bei der Ausbildung sträflich vernachlässigt werden oder der Skipper mangels eigenen Schiffs dieser Größe (wie er gerne nächsten Urlaub chartern würde) keine Gelegenheit hat, Hafenmanöver zu fahren.
Die immer größere Beliebtheit von Bugstrahlrudern bei Neubauten zeugt in besonderem Maße von der bewußten Unsicherheit des Skippers vor bevorstehenden Hafenmanövern. Ein Trost für jene, die neidvoll auf solch teuren Spielzeuge schielen: Ein Allheilmittel gegen verunglückte Hafenmanöver sind die neckischen Propeller im vorderen Unterwasserschiff nicht, bei starkem Wind werden sie sowieso wirkungslos.
Noch was: Da üben und lernen Weltumseglers in spe Navigation und Weißgottwas am Schreibtisch winterlang und um die wirklich elementaren Dinge der Bootsbeherrschung (die Amis sprechen von "basics") kümmern sie sich nicht. Dabei werden Hafenmanöver mit zunehmender Bootsgröße immer problematischer. Als wir noch mit 6-Meter-Schiffchen rumgeskippert sind, da war das An-und Ablegen kein Problem, notfalls hat man halt per Hand abgehalten. Heute chartern sich Stammtischrunden schon mal einen 15-Meter-Schlitten am Mittelmeer und ihr Häuptling, der arme Skipper mit Sportbootführerschein in der Tasche, soll doch alleine zusehen, wie er mit den engen Lücken an der Pier, womöglich noch bei Wind, zurecht kommt.
Vor allem aber: Er möge mir nicht reintreiben!
Die Geduld der Vercharterer bewundere ich eh, die Fünfzigfüßer gegen Vorlage eines Papiers rausgeben, ohne sich mal ein An- beziehungsweise ein Ablegemanöver vorführen zu lassen. Ach ja, die Versicherung...
Vor ein paar Jahren kam der segelnde Österreicher Kurt Ecker als Erster in seiner Branche auf die Idee, praktische Kurse anzubieten, die sich just um diese Probleme kümmern. Und nach Berichten weiß ich, dass hier die Bezeichnung "Intensivlehrgänge" keine der üblichen Marketinglügen ist, sondern genau dem entspricht, was angeboten wird. Als diese Homepage vor ein paar Jahren den hunderttausendsten Besucher begrüßte, da war ein solcher Skipperlehrgang von Ecker als Preis ausgelobt worden und die beiden Gewinner, absolute Nichtsegler wurden von Eckeryachting innerhalb weniger Tage zu respektablen Manövrierern auf großen Yachten ausgebildet - wie die YACHT damals in einem großen Report berichtete.
Kurt Ecker hat mit seinem "Skippertraining" 1985 begonnen und inzwischen immerhin 8000 Personen zu richtigen Seglern ausgebildet. Anfänger, Fortgeschrittene und Stammkunden, die sich gesagt haben: "Bevor ich mich im Charterurlaub vor meiner Crew blamiere, oder im Hafen Schrammen in den Bootswänden verteile, nehm ich mir drei Tage Zeit und lerne, mit einer großen Yacht umzugehen, also das Grund-Handwerkszeug eines Seglers. Dann hab ich auch Freude und nicht nur Stress im Sommerurlaub."
Die
Teilnehmer fahren während eines solchen "Skippertrainings" in drei
Tagen mehr Manöver als während eines ganzen Urlaubs. Und zwar unter
hochkarätiger Anleitung mit modernen Yachten zwischen 40 und 50 Fuß. Peter
Talas, einer der Masters, hat zum Beispiel mehr Biskayaüberquerungen im Winter
auf dem Buckel als jeder andere deutsche Segler. Und der bescheidene
Gerhard mit der leisen Stimme hat sicher schon an die fünfzigtausend Meilen auf
dem Buckel - eine Weltumsegelung als Skipper einer 52-Fuß-Yacht nicht mit
eingerechnet.
Und - fast - das Beste: Der Trainingsplatz ist mit dem Auto zu erreichen: Punat auf der Insel Krk in Kroatien.
|
Das Trainingesprogamm:
|
Der
Veranstalter: "Sinn des Trainings ist
es, den praktischen Umgang mit einer Yacht rechtzeitig vor der Segelsaison zu
trainieren und über die Wintermonate verloren gegangene Praxis nachzuholen."
Und das Allerbeste: Auch Anfänger sind ausgesprochen willkommen! Näheres über Ecker-Yachting
Übrigens - ganz leise unter uns: Mir täte so ein Intensivkurs auch mal wieder gut. Ehrlich!
Termin: Vom 20. März bis 08. Mai 2004Mittwoch, 14.00 Uhr (Check-In) bis Samstag, 12.00 Uhr (Check-Out) 3-Tages-Intensivtraining mit Einrumpf-Yacht pro Teilnehmer: Euro 250,- 3-Tages-Intensivtraining mit Katamaran pro Teilnehmer: Euro 280,-
|