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BOBBY SCHENK
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Brauchen wir für  unsere Yachten einen TÜV?

von Bobby Schenk


Der Yacht-Tüv wäre extrem teuer

Bei der Überschrift handelt es sich selbstverständlich um eine rein rethorische Frage, denn einen Tüv wie beim Auto, der Zustand und damit letztlich auch Qualität überprüft, wird es für Yachten nie geben. Schon allein deshalb, weil solche Kontrollen nicht zu bezahlen wären, beziehungsweise die Yachten derart verteuern würden, dass sie - für uns jedenfalls - unerschwinglich würden.

Aber vorstellen könnte man es sich. In der Fliegerei, sowohl im professionellen, als auch im Hobby-Bereich gibt es solche Kontrollen. Kein Teil kann in ein Flugzeug eingebaut werden, das nicht mit einem amtlichen Stempel die "Lufttüchtigkeit" bescheinigt bekommen hat. Außerdem wird jedes Flugzeug von eigens dafür zugelassenen "Prüfern" in ebenso vom Bundesluftfahrtamt zugelassenen Betrieben alle 50 Stunden, alle 100 Stunden und einmal im Jahr in technischer Hinsicht überprüft und beim Nichtbestehen der Prüfung notfalls gegroundet. All das hat dazu geführt, dass Unfälle auf Grund technischem (nicht menschlichem) Versagen im Luftverkehr extrem selten sind, nahezu nicht vorkommen. 

Allerdings: Wenn dann in einem kleinen sechs - oder achtsitzigen Mini-Jet eine einzige Flugstunde zwei bis dreitausend Euro kostet, dann liegt das nicht nur am Anschaffungspreis der neuen Maschine in Höhe von 10 bis 15 Millionen (Dollar), sondern eben auch an der Höhe der regelmäßigen Unterhaltskosten.

Autofahrern garantieren TÜV, DEKRA etc die Verkehrssicherheit

Beim Auto ist der Tüv, zuständig für jede Neuzulassung,  Typenzulassung und regelmäßigen Überprüfung nur deshalb bezahlbar, weil die Prüfungen weitgehend standardisiert sind. Außerdem macht's die Masse!

Wer übrigens diesbezüglich Hoffnungen auf das nun für Yachten der Europäischen Gemeinschaft obligatorische CE-Zeichen gesetzt hat, lag völlig daneben. In Bezug auf technischem Zustand der Yacht ist das CE-Zeichen völlig bedeutungslos, schlimmer noch, bei manchen Werften hat man das Gefühl, dass sie erst recht schlampen, weil sie durch das CE-Zeichen einen gewissen Schutz genießen, vor allem gegenüber Mitbewerbern aus dem (Dritt-)Ausland. Insofern hat es seinen Zweck zum Teil erfüllt, das grafisch schöne Zeichen, nämlich die EG-Werften vor dem Import guter Yachten aus Neuseeland, Amerika und dem preiswerten Südafrika zu schützen.!!!!!

Nun gut, wird der eine oder andere einwenden, im Flieger oder im Auto gehts ja bei technischem Versagen oft um Leben und Tod. 

Ohoo!

Schlechte Ausrüstungsgegenstände gefährden Menschenleben 

Was soll denn da prinzipiell anders sein auf einer Hochseeyacht? Wer überlebt das schon, wenn ein Want wegen einem schlecht gewalzten Terminal bricht und der Mast einem auf den Kopf knallt? Komischerweise nimmt man ansonsten einen Mastbruch als halt zum Segeln zugehörig hin, wenn kein Besatzungsmitglied zu Schaden kommt. Vor allem dann, wenn die Versicherung zahlt. Viele tödliche Unfälle beim Segeln, die üblicherweise auf die höhere Gewalt geschoben werden, beruhen auf Ausfällen technischen Materials, zu deutsch: Gelump, das niemals einen "Tüv-Stempel" bekommen würde.

Wenn es in einem Unfallbericht beispielsweise heißt: Die Yacht sei im Sturm gestrandet und ein Mann beim Versuch an Land zu schwimmen, ertrunken, dann könnte eine genaue Untersuchung auch ergeben, dass eine Seilklemme, die die Hole-Leine der Roll-Genua gehalten hat, sich auf Grund Ermüdung durch ständiges UV-Licht bei hartem Wetter in ihre Einzelteile zerlegt hat, und daraufhin die Genua ausgeweht ist. Damit ist die Yacht in Sekundenschnelle bei diesem harten Wetter manövrierunfähig geworden und auf eine Untiefe gelaufen. Beim Versuch, mindestens sein Leben zu retten, ist dann der Skipper ertrunken. Also ist doch wohl die Ursache für diesen tödlichen Unfall die mangelnden UV-Beständigkeit der Seilklemme!

 

Weiter durchaus praxisnahe Beispiele: Wenn das Großfall bricht und der Großbaum einen zufällig darunter stehenden Kameraden erschlägt, ist doch nicht anderes für den Tod verantwortlich, als die Ursache, nämlich das Brechen des Großfalls. Keine höhere Gewalt oder gar das Unfallopfer, weil er seinen Kopf zu hoch getragen hat. 

Wenn eine Yacht auf einem Felsen zerschmettert wird, weil der Anker nicht gehalten hat, dann wird man gelegentlich in einem ganz anderen Sinn fündig, wenn man hinterfragt, warum der Skipper diesen Ankerplatz nicht rechtzeitig verlassen hat. Vielleicht erfährt man, dass er bei den ersten Winddrehungen wegsegeln wollte, dass aber die Ankerwinde wegen Korrosion ausgerechnet in diesem Moment versagt hat.

Liest man mal die verschiedenen Berichte von Langfahrtseglern - siehe auch den Bericht von Weltumsegler Günther Voigt auf dieser Webseite Pfusch auf Yachten - zu dem Thema Qualität der Yachtausrüstung, dann kann man nur in schlimme Depressionen verfallen. Selbst Firmen mit hoher Reputation genieren sich nicht, Ausrüstung auszuliefern, bei der abzusehen ist, dass sie ihren Zweck nicht erfüllen kann, jedenfalls nicht nach Ablauf der Garantiefrist. Ich behaupte, dass zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, wie sie heute auf vielen Yachten Standard sind, nie und nimmer einen Tüv-Stempel "Geeignet fürs Hochseesegeln" bekämen.

Auf unsere Yacht kann ich von diesem Elend ein Lied singen, wenn auch ein kleines, wobei schon zu betonen ist, dass Werften an diesem Missstand zwar weitgehend schuldlos sind, andererseits ihren Lieferanten gegenüber nicht genügend Druck zur Qualität ausüben.

4000 Meilen bis zum nächsten Hafen warens noch, als es Ratsch machte und das Großsegel samt Großbaum von oben kam. Glück gehabt - unterm Großbaum stand zufällig niemand. Ursache: Der Block im Großfall eines namhaften Herstellers war der Sonne offensichtlich nicht gewachsen, gebrochen und hatte mit den Bruchrändern das Fall abgesägt.

 

Glück gehabt - unterm Großbaum war zufällig niemand gestanden.

 

Die elektrische (und mehrere tausend Mark teure) Ankerwinde befindet sich - logisch - im Ankerkasten. Das heißt die Kettennuss oben an Deck, unter Deck die Antriebseinheit mit Elektromotor und Getriebe. Nachdem das Schiff zweieinhalb Jahre in Betrieb ist, wurde nunmehr erhebliche Korrosion festgestellt, die bei Nichtbehandlung in absehbarer Zeit sicher die Funktion der Winde in Frage gestellt hätte. Die Herstellerfirma wird sich beim Bau der Winde etwas gedacht haben, deshalb möchte ich auch nicht vorschnell urteilen.

Ob es aber sinnvoll ist, eine Ankerwinde mit einem Aluminium-Gehäuse mittels Eisen-Schrauben (Magnetprobe positiv) zusammen zu halten, wage ich zu bezweifeln, zumal das Ganze von unten mittels V4A-Bolzen gehalten wird. Ein Irrtum mit den Eisenschrauben bei der Montage kanns auch nicht gewesen sein, denn alle Schrauben, die das Alu-Gehäuse zusammenhalten, zeigen das gleiche Rostbild. 

Ganz schön viele Metalle sind da versammelt. Vielleicht würde das Ganze noch in einem strohtrockenen Raum ohne Schönheitsfehler viele Jahre funktionieren. Ich ahne auch schon, auf wen der Hersteller die Schuld schiebt. Logisch: Die salzhaltige Luft. Aber wo soll denn eine Ankerwinde sonst montiert werden. Doch nicht im Salon, sondern dort, wo die zu bedienende Kette ist, also im Kettenkasten.

Aber bitteschön: Es gibt doch auf einer Yacht nur einen einzigen Platz, wo salzwasserschwangere Atmosphäre garantiert ist, und das ist der Kettenkasten. Denn mit der Kette kommt Salzwasser an Bord und sei es mit den Tangresten in der Kette. Dass die ehemals weiße Farbe des Antriebes rund ums Gehäuse abblättert, ist nicht nur ein Schönheitsfehler, denn es zeigt, dass das Aluminium wunderbar zu blühen beginnt, was nicht normal ist, auch nicht im Frühling. Es wird mit einiger Sicherheit dazu führen, dass die Gehäuseteile sich gegenseitig absprengen. Die Folge wird sein: Ausfall der Ankerwinde, nach "Murphys Law" garantiert im schlechtesten Moment. Freilich, das Timing war eigentlich nicht schlecht. Innerhalb der Garantiezeit war noch nichts zu sehen, die weiße Farbe hatte diesen Zweck bestens erfüllt.

Ausrüstungsmängel sind meist bekannt.

Ein Einzelfall? Eine deutsche Segelzeitschrift hat allen Ernstes unter den Lesern die Frage diskutieren lassen, ob man bei der Ankerwinde (eines anderen Herstellers) von vorneherein alle Schrauben herausschrauben, um sie rechtzeitig gegen Korrosion zu schützen, oder eben die Garantie verlieren soll? Ja wo sind wir denn? So wird doch die Endfertigung auf den Kunden verlagert und die Garantie entfällt. Schlechthin eine Ideallösung für den Produzenten! Eine strenge TÜV-Zulassung würde solche Hersteller schon kirre machen. Uns, wegen der Kosten, allerdings auch.

Jedenfalls in unserem Fall Glück gehabt - den Zustand der Winde rechtzeitig entdeckt. Bevor sie versagen konnte.

Ein weiteres Beispiel: Nur weil ein Schwesterschiff der THALASSA schon auf der Jungfernfahrt Ärger mit der Seilklemme an der gleichen Stelle hatte, überprüften wir den  Block der Holeleine für die Rollgenua regelmäßig. So entdeckten wir auch noch rechtzeitig den Riß im Achslager für den Bedienhebel. Sicher wäre der Block bei der nächsten Belastung auseinandergeflogen. Interessant die Reaktion des Verkäufers für das Ersatzteilpaket: "Die Klemme hat wohl zuviel Sonne abbekommen!" Ja wo sind wir denn, seit wann ist Fahrtensegeln ein Indoor-Sport?

Glück gehabt - dass der Block nicht in schwerem Wetter weggeflogen ist und die Genau ausrauschen konnte.

Die einzigen, die hier wirklich helfen könnten, wären die Produzenten selbst. Aber bei vielen ist kein guter Wille zu sehen. Obige Mißstände sind ja nicht eben aufgedeckt worden, sondern gibts ja schon viele Jahre. Selbstverständlich kennen die Produzenten die Schwächen ihrer Erzeugnisse. Bei ihnen laufen ja die Beschwerden und Rügen zusammen. Und trotzdem hat sich in den letzten dreißig Jahren kaum etwas geändert. Ich kenne Schrott, der schon so vor Jahrzehnten eingebaut wurde.

Der Verbraucher muss kuschen

Ganz im Gegenteil: Statt ihre Produkte den harten Umweltbedingungen beim Hochseesegeln anzupassen, versuchen sie den Verbraucher an die Produkte anzupassen. Was muss ich in den Betriebsbedingungen für einen Beiboot-Außenborder lesen: "Nach jedem Gebrauch ist der Motor mit Süßwasser abzuspülen!" Und natürlich: "Garantie besteht nur, wenn..."

Im Manual für den Innenborder steht, dass beim Segeln alle 10 Stunden der Motor in Betrieb genommen werden muss. Und natürlich: "Garantie besteht nur, wenn..."

Also: Ein Yacht-Tüv kann halt in der Praxis nicht durchgesetzt werden. Gesteigertes Verbraucherbewußtsein würde aber auch schon ein klein wenig helfen. Viel zu lange haben wir die miese Qualität, die uns umgibt still leidend hingenommen, ja, wir haben uns damit abgefunden. Erinnern Sie sich an Segelprüfungen zu den höheren Scheinen: Da wurden Fragen gestellt, die ungefähr so anfingen: "Stellen sie sich vor, die Maschine ist ausgefallen..." Oder: "Was machen Sie, wenn das Ruder bricht...?" Oder: "Das Fall kommt von oben...." Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei meiner (Auto-) Führerscheinprüfung gefragt worden bin, was ich mache, wenn meine Bremsen kaputt sind. Oder meine Steuerung. Oder mein Motor...

Hinzu kommt, dass viele Firmen zwar für Qualitätssteigerung kein Geld haben, wohl aber für teure Rechtsanwälte, wenn es gilt, Kritiker ruhig zu stellen. So dämpft man die diesbezügliche Kommunikation unter den Yachtsleuten am besten.

Deshalb ein anderer Vorschlag: Ich richte hier eine Seite ein, auf der Artikel kurz vorgestellt werden, die sich - am besten langjährig - besonders in der Praxis bewährt haben und bedingungslos weiter empfohlen werden können. Es gibt nämlich auch Hersteller - oft sind es die kleinen -   die stolz auf ihre Qualitätsprodukte sind und sein können. Das sind unsere Freunde!

Nicht diejenigen, die wie folgt reagieren, wenn mal was schief läuft: 

 

Ein Dutzend beliebte Reaktionen von Verkäufern/Werften auf Mängelrügen

  • Ja, um Gottes willen, was haben Sie denn da gemacht?

  • Die Ware dürfen Sie natürlich nicht dem Salzwasser aussetzen!

  • Da muss eine zu hohe Spannung draufgekommen sein.

  • Der Beschlag hat zuviel Sonne abbekommen

  • Wir hatten da mal so eine Serie, die haben wir inzwischen aus dem Verkehr gezogen, kann sein, dass Sie noch was aus den Restbeständen bekommen haben

  • Sie glauben ja gar nicht, wie unzuverlässig heute die Zulieferer sind

  • Wir haben Ihnen ja gleich gesagt, dass Sie schonend mit der Ausrüstung umgehen müssen.

  • Ausgeschlossen, dass sie die Ware von uns bezogen haben. 

  • Wir hatten damals einen Mitarbeiter, der gegen die Weisungen fehlerhafte Ware ausgeliefert hat. Inzwischen haben wir uns von ihm getrennt.

  • Sie sind der erste, der mit solchen Problemen zu uns kommt.

  • Man kann natürlich alles kaputt kriegen.

  •  Aber wir haben das ja auf Ihren Wunsch eingebaut!

(Bei einer einzigen solchen Reaktion wissen Sie gleich woran Sie sind...)

 

Stimmen zu diesem Artikel:

(Firmennamen etc sind aus oben genannten Gründen ausgelassen)

Sehr geehrter Herr Schenk.

Es ist erfreulich und tröstend zugleich, dass endlich einmal darauf hingewiesen wird wie auch renomierte Werften mit der Qualitaets-sicherung für ihre Produkte umgehen. Tröstend für mich, weil auch Sie diese Erfahrungen machen mussten, die ich bei meinen neuen Boot einer renomierten Grosswerft aus Frankreich machte.
Es kamen bei mir echte Zweifel auf, ob ich vielleicht zu pingelig bin. 
Ihre Werft hat oder hatte, mit Sicherheit, den gleichen Lieferanten, für Blöcke, wie meine Werft. Ursache der Ausfaelle an den Blöcken ist nachweislich ein Kunstoff der unter UV-Licht den Weichmacher verliert und damit versprödet. Auch mir flogen die Blöcke um die Ohren und das noch nicht mal mit hoher Belastung. Es ist nicht entschuldbar, weil es heute Kunstoffe für diesen Einsatz gibt, die dieses Problem nicht haben und von den Kosten unbedeutend unterschiedlich sind. Dies war noch eines der kleinsten Probleme das bei mir auftrat. Ich war jahrelang in einem süddeutschen Automobilwerk als Konstruktionsleiter für die Aggregate-entwicklung zustaendig und weiß von was ich rede. Es sollte aber erwartet werden, dass man als Werft auch dazu steht. Man haette uns fristlos rausgeschmissen, wenn wir solchen Murks unseren Kunden zugemutet hätten. Von Haftungsproblemen mal abgesehen. Mich bringen diese von den Bootsverkäufern gebrachten Sprüche auf die Palme Eine Saison benötigte ich um den Murks dieser bekannten Grosswerft auszubessern. Zum Glück bin ich handwerklich, fachlich und von der Einrichtung meines Betriebes so gut drauf, um solche Probleme zu lösen. Aber was macht ein Bootskäufer der diese Vorraussetzungen nicht hat. Als Käufer einer neuen Yacht war ich dem Wahn verfallen einen Qualitaetsstand wie bei Automobilen zu erhalten. Ich bin leider eines Besseren belehrt worden. Ihre Initiative eine Seite mit empfehlbaren Produkten zu erstellen hat meine volle Unterstützung. 

Vielen Dank für Ihre Initiative
Max Ruf

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Hallo Bobby,
ich finde den Ansatz, einen TÜV für Schiffe zu fordern sehr interessant. Speziell bei Neuzulassungen dürfte das untenstehende dann eigentlich nicht mehr passieren:....

Thema: Kiel drückt in den Rumpf der .... Die Werft mauert, der Händler mauert, ein Beweissicherungsverfahren ist eingeleitet, aber das kann lange dauern. Der Kunde wird hängengelassen.
Beste Grüße aus Köln (z.Zt. mit Schneeschauern)
sendet
Ralf Ternes

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Hallo Bobby Schenk,
die Frage scheint typisch deutsch zu sein. Man braucht für alles den Staatlichen Segen.
Schon allein mit der Frage öffentlich aufzutreten, könnte manche Beamten auf den Plan rufen... Gott bewahre...
Gerade auf dem Wasser sind doch viele bedacht, mit möglichst gutem Material in See zu stechen. Nirgendwo wird mehr repariert, poliert, als an privaten Schiffen. Auch wenn es einige ungepflegte "Rostlauben"  gibt, die Möglichkeit mit so einem zusammen zu stossen ist gleich null. Vom Himmel fällt auch kein Boot... letztendlich schaden sich die Insassen nur selbst.

In den USA, wo es keine vergleichbare Einrichtung wie den TÜV gibt, passieren weniger Autounfälle, als in Deutschland. Es scheint wohl auch an den Fahrern zu liegen, nicht nur am Material.
Grüße,
S. Knecht

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das internet bietet ja alle chancen der information.
ja, warum nicht von der erfahrung der blauwassersegler profitieren. stellen sie ruhig eine negativ-/positiv-liste ins internet. ich bin überzeugt, dass sich die yachteigner bei der ausrüstung ihrer boote danach orientieren werden. ich denke das käuferverhalten reguliert dann schon das qualitätsbewusstsein der hersteller - einen tüv (als überbordende verwaltungskrake) halte ich dann für unnötig. ich stell mir das ganz passsend vor, wenn die käufer auf der messe die werbeverlockungen der herstller kontern mit: "ich hab schon über die mängel eurer produkte nachgelesen, stampft eure märchen-broschüren nur ein"; oder: "bei einer werft, die so mit ihren kunden umgeht, nachdem sie erstmal ihr schiff verhökert haben, kaufe ich kein schiff".
in den usa regeln vermutlich die hohen schadenersatzbeträge das qualitätsbewusstsein der hersteller.
fritz lutz
münchen

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Hallo,
großes Lob für diese Seite.
Ich glaube noch, dass der volljährige Bürger mündig ist und nicht über die Massen reglementiert werden muss. Reputation wird heute immer weniger wichtig (privat wie geschäftlich).
Mit dieser Seite wirken Sie hoffentlich darauf hin, dass in der (relativ) kleinen Gemeinde der Segler ein paar Hersteller durch gute Qualität eine -bekannte- gute Reputation bekommen und sich diese somit auszahlt. Die Käufer (und besonders Nicht-Käufer) haben in ihrer Gesamtheit eben doch Einfluss auf die Qualität von angebotenen Produkten. Nutzen wir diese Macht.
Grüße Holger
PS: Schade, dass eine Negativliste (früher: Pranger) wahrscheinlich nicht rechtens wäre.

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Hallo Herr Schenk,
ist es wirklich der TÜV oder ein Zertifikat was eine Sache technisch sicher macht? Diese Überlegung würde zwangsläufig dazu führen das der gemeine Segler also "Nicht-Fachmann" ohne technischen annerkannten Ausbildungsberuf auch nicht mehr an seiner Yacht rumschrauben oder reparieren kann oder darf !? Von der Problematik aus der Luftfahrt (in ihrem Artikel gut beschrieben) kommen wir sicherlich dahin das Material was heute schon "Apothekenpreisniveau" erreicht hat noch teurer wird wenn der behördliche Stempel für die einzelne Schraube auch noch hinzu kommt, geschweige von den Lohnkosten. Man sollte doch beim Restrisiko unterscheiden zwischen eigenem Risiko und dem externen also für andere. (Thema: Jeder kann gegen alles und jeden klagen) "Es fallen keine Yachten vom Himmel auf Häuser oder unbeteiligte Personen" Wir fahren ja auch nicht mit dem Auto durch die Gegend, wenn wir wissen das die Bremsen nicht ordnungsgemäß arbeiten, oder wenn wir nahezu 100% reliability von unserem Auto erwarten müssen wir uns halt ab und an in der Werkstatt blicken lassen, das geht auch ohne TÜV ! Nicht der Stempel machts sondern: Wir erhalten uns Freiheit nur durch die Eigenverantwortung und Eigeninitiative des einzelnen. Meiner Meinung nach einer der Gründe warum wir hier seit Jahren auf der Stelle treten. Viele Grüße "aus dem Staat der Bedenkenträger"
K.Gareiss Köln

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Sehr geehrter Bobby Schenk
vielen Dank für die Vorträge auf den verschiedenen Messen -
ein bischen TÜV gibt es ja nun für Charterbootmarkt- Bundesgesetzblatt 3457 vom 29.08.02. Danach müssen Yachten jetzt erstmals technisch komplett geprüft werden. Hochzeit für den GL und Sachverständige an der Ostsee.
Kosten für unsere 331 waren 150 Euro. Dafür hat sich der Sachverständige einiges angesehen. Aber- ob Ihre Beispiele damit erfasst würden, nein. Ein TÜV prüft ja nicht Konstruktion, sondern Funktion. Was Sie ansprechen ist Defekt nach Benutzung, Ermüdung, Verschleiss. Sicherlich wünscht man sich, dass alle Teile eines Schiffes Jahrelang halten. Dann würden Sie aber immer noch mit massiven Stahlpötten rumfahren, wo Sie sich dann über das Rostklopfen beschweren könnten. Vieles ist aber so filigran gestaltet, dass es für die geplante Lebensdauer sehr von Nutzen ist- natürlich gibt es auch Fehlkonstruktionen. Diese öffentlich zu machen und damit eine Klage seitens des Herstellers zu riskieren wäre mir die Sache nicht wert. Ich denke, eine Seite einzurichten wo über Ausfälle von Material oder Yachten berichtet wird, wäre gut.
Gute Zeit wünscht
Hartmut Riedel
Tutzing

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Servus Herr Schenk,

zu Ihrem Beitrag "Brauchen wir für unsere Yachten einen TÜV?" muss auch mal eine PRO-Stimme abgegeben werden. In Ihrem alten Heimatrevier, den Bayrischen Seen, müssen wir unsere Schiffe alle 3 Jahre dem TÜV vorführen. Das führt immerhin dazu, dass z.B. die Gas-Untersuchung durchgeführt wird, dass die Sicherheitsmittel vollzählig und einsatzbereit sind und auch, dass der Zustand z.B. des Riggs in Ordnung ist. Der Vergleich mit dem Auto-TÜV verbietet sich, weil bei einem Auto, dessen Kotflügel abfällt, nicht die Gefahr des Ertrinkens besteht.

Jedenfalls sehen wir hier nicht die Seelenverkäufer wie andern Orts, und über stinkende und rußende Motoren müssen wir uns hier auch nicht ärgern. Das ganze Verfahren ist für uns alle natürlich erst einmal ärgerlich, weil mit Zeit und Kosten verbunden, aber immerhin kümmert sich somit auch die Minderheit um ihre Schiffe, die das sonst nicht tun würde. Siehe den Zwang
zur Gurtpflicht... anscheinend geht es nicht anders.
Immer eine Handbreit auf Ihrem Törn in die Türkei!
Tilo Klesper
München
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