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BOBBY SCHENK
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Erfahrungsbericht: super Wetter-Faxprogramm Jvcomm32



Wetterfaxe und Satellitenbilder mit Kurzwelle

Was haben wir damals die Yachten beneidet, die einen Wetterkartenschreiber an Bord hatten und so - praktisch von überall - an Wetterkarten herankamen? Viele tausend Mark teuer waren diese Wunderkästen! Und heute? 

Man kriegt heute einen "Wetterkartenschreiber" fast geschenkt - wenn man als Langfahrtyacht zeitgemäß ausgerüstet ist. Manche werden es nicht gerne hören, aber wir sind nicht mehr weit von der Zeit entfernt, wo auf einer Langfahrtyacht der Notebook, PC oder Laptop (das ist, von der Leistung her, alles mehr oder weniger dasselbe) Ausrüstungsstandard ist. Genauso selbstverständlich halte ich es, dass auf jeder solchen Yacht ein geeigneter Radioempfänger ist.

Damit sind nicht die Empfänger gemeint, die mit Namens-Zusätzen wie "YACHT" oder "WORLD" auf teuer getrimmt werden, sondern echte Allroundempfänger, also folgende Voraussetzungen erfüllen:

Solche Voraussetzungen erfüllt jeder Amateur-Kurzwellen-Sender (wenn man mal dran denkt, auch zu senden, aber das ist ein anderes Kapitel). Für einen reinen Empfänger mit den genannten Qualitäten wird man nahe an 1000.- DM hinlegen müssen. Amateursender gibts ab 2000.- DM.

Für einen Empfänger ist die Antenne unproblematisch. Irgend ein langer Draht (isoliertes Achterstag) tut es immer. Man lasse sich zum Empfang(!) nicht irgendwelche Spezialantennen aufschwätzen, denn um Fax- (also Bild-)Sendungen gut aufzunehmen, brauchen wir ohnehin starke Sender und gute Empfangsbedingungen, mit denen auch einfache Antennen ohne Antennenverstärker o.ä. gut zurecht kommen.

Also, wenn Computer (bitte mit Windows 95 aufwärts) und Radio onboard sind, haben wir eigentlich schon alles zusammen, um Wetterfaxe aufnehmen zu können. Denn im Internet gibt es dir übrigen Zutaten umsonst, oder zumindest fast umsonst.

Funkamateur Eberhard Backeshoff, DK8JV, hat ein wunderbares Programm, Jvcomm32, geschrieben, das nahezu schon Kultcharakter genießt - so gut ist es. Auf den meisten Yachten mit Computer ist es schon installiert. Unter der Webadresse www.jvcomm.de lässt es sich runterladen  - als Demoprogramm kostenlos. Wer jetzt die Nase rümpft "Demoprogramm..." liegt hier schief. Denn dieses Programm ist voll funktionsfähig mit allen derzeitigen Leistungsmerkmalen. Man kann also alles ausprobieren, die Zusammenarbeit mit dem Radioempfänger testen, die Qualität der Aufzeichnung überprüfen und das Handling des Programms sich aneignen. Die einzige hinnehmbare Einschränkung gegenüber einer Vollversion ist das Wort "Demo...", das sich in den Faxen und den Satellitenbilder wiederfindet. Wenn man mit dem Programm zurechtkommt und sich von seiner Leistungsfähigkeit überzeugt hat, erst dann, kann man sich für knappe 130.- DM den Registrierungsschlüssel über Email schicken lassen - muss aber nicht unbedingt (obwohl eine so glänzende Programmierleistung schon honoriert gehört).

Dringender Ratschlag: Man sollte das Programm noch zu Hause am Schreibtisch mit Internetzugang testen, denn dort holt man sich kostenlos die notwendigen Zutaten zum Backeshoff'schen Rezept:  

Das Programm lässt sich easy installieren und - gelegentlich noch wichtiger - leicht und ohne Spuren deinstallieren.

Brauchten die früheren Faxprogramme einen Demodulator, also eine Hardware zur Verbindung von Radio und Computer, so spannt Backeshoff hierfür - wirklich genial - die Soundkarte des Computers ein, die das Programm auch selbsttätig erkennt.

Dann kann es losgehen: Die Frequenzen für Fax-(Wetter-)Sendungen kriegt man im Internet, und zwar auf der hervorragenden Seite www.hffax.de , die wohl einen einzigartigen weltweiten Überblick über die Frequenzverteilung von Fax-Sendungen ergibt.

Ein weiterer Vorteil des Faxprogramms Jvcomm32 liegt in seiner einfachen Funktionsweise. Fast alle Einstellungen nimmt das Programm automatisch vor, sodass kaum noch etwas zu tun bleibt, als die richtige Frequenz - exakt!!! - einzustellen. Manche Radioempfänger lassen sich auch über  Jvcomm32 ansteuern, was insofern von Vorteil ist, wenn für eine Sendung mehrere Frequenzen zur Verfügung stehen. Denn oft, je nach Ausbreitungsbedingungen, taugt an jenem Tag die eine Frequenz nicht, ist kaum aufzunehmen, während die andere laut und stark reinkommt. Müsste die Frequenz mühsam eingedreht werden, aufs Zehntel genau, verliert man schon einen Teil des Bildes.

Das Ergebnis, auf hoher See, weit weg vom Internet, kann sich sehen lassen und bietet meist mehr als ein gesprochener Wetterbericht. Dem Programm ist es weitgehend gleichgültig, welche Bilder es empfängt, ob Wetterkarten oder Satellitenfotos. Nahezu immer stellt es die Parameter automatisch ein. Und wenn man wirklich mal im Programm "hängen" sollte, dann kann man auch auf die Hilfedateien von Jvcomm32 zurückgreifen, von denen ein erfahrener Weltumsegler gesagt hat: Die beste Hilfestellung, die mir jemals in einem deutschen Programm begegnet ist!"

Apropos "Demodulator". sicher ist die Nutzung der vorhandenen Audiokarte mehr als nur ein Notbehelf, doch, wer es sich leisten will (und mit runden 1500.- DM kann), der schaffe sich gleich den Controler PTCII an, den Jvcomm32 ebenfalls selbsttätig erkennt. Sein Vorteil ist, dass mit seiner Hilfe (mit anderen Programmen) Fernschreiben, Navtex, Morsesendungen und vor allem PactorII zum Mail-Verkehr auf hoher See möglich sind - siehe Radiokommunikation auf Yachten.

 

Kleiner Wehrmutstropfen: Noch ist mit Jvcomm32 Fernschreiben zum Empfang von Wettermeldungen (zum Beispiel des Deutschen Wetterdienstes rund um die Uhr) nicht möglich, aber in der nächsten Version (sicher dann als kostenloses Update von Jvcomm32 erhältlich) schon angekündigt. Bis dahin lassen sich Fernschreiben mit dem PTC II (oder seinem Nachfolgermodell PTC II pro - siehe www.scs-ptc.com ) und der Freeware NCWinPtc (Downoad auf: http://web.inter.nl.net/hcc/PA0NC) bestens empfangen. Auch NCWinPtc erkennt den Controller PTCII selbsttätig und empfängt auf Kurzwelle die Fernschreiben (RTTY) des Deutschen Wetterdienstes einwandfrei, wenn die Baudrate auf "50" gestellt wird.

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