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BOBBY SCHENK
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Kauftipps fürs GPS



Vorbemerkung:

Kein Navigationsinstrument ist so universell einsetzbar wie GPS. Es kennt keinen Dämmerung- oder Küsteneffekt oder ähnliches. Es arbeitet in schlechtem Wetter genauso zuverlässig wie unter günstigsten Bedingungen. Es gibt die Postition rund um die Uhr, 24 Stunden lang, wenn man will.

Kein Navigationsinstrument, Radar vielleicht ausgenommen, ist so genau wie GPS. In der terrestrischen Navigation begnügte man sich mit Genauigkeiten von ein paar Kabellängen, in der Funknavigation mit ein paar Meilen und mit Hilfe des Sextanten war man bei schlechter Sicht und Seegang schon froh, wenn die Position auf drei Seemeilen genau war. Was nach einer Atlantiküberquerung und zur Vorbereitung des Landfalls durchaus gereicht hat.

Noch vor ein paar Jahren kosteten GPS-Geräte viele tausend Mark und es gab nur eine Handvoll Hersteller. Heute finden sich tausende von Geräte-Typen auf dem Markt, sodaß es ausgeschlossen ist, bestimmte Geräte nach Namen und Verkäufer zu empfehlen. Trotzdem ist die Auswahl eines GPS-Geräts einfach!

Steht man noch vor der Anschaffung eines GPS-Geräts, dann halte man sich unbedingt folgendes vor Augen:

Alle GPS-Empfänger sind gleich genau.

Sie lassen sich - dem Meßsystem entsprechend - mit einem Meterstab vergleichen. Es gibt keine guten oder schlechten Meterstäbe, höchstens handliche oder unhandliche. Es gilt hier das Gleiche wie bei den gängigen Quarzuhren: Ob eine Quartz-Armbanduhr 20 Mark oder 2000 Mark kostet, macht in der Genauigkeit keinen Unterschied.

Es gibt Unterschiede in der Update-Geschwindigkeit. Der eine Empfänger stellt pro Sekunde einmal, der andere fünfmal den genauen Schiffsort fest. Das spielt in der Seefahrt nicht die geringste Rolle.

Wenn es also nur um die Navigation geht, kann mit bestem Gewissen das billigste GPS gekauft werden. Viel mehr wie 200 .- DM müssen nicht angelegt werden.

Wo liegen aber dann die für uns maßgeblichen Unterschiede der einzelnen GPS-Geräte?

 

Stromversorgung

Die heutigen modernen GPS-Geräte brauchen so wenig Strom, daß dies kein Thema mehr ist. Wenn der Skipper nur bei Bedarf das GPS einschaltet, um die Position festzustellen (was bei Praktikern die Regel ist), dann reicht ein GPS aus, das mit handelsüblichen Walkman-Batterien betrieben wird. Es sollte die Möglichkeit haben, die Update-Rate zu ändern, sodaß man mit einem Batteriesatz möglichst weit kommt. Wenn man das GPS nicht ständig mitlaufen hat, dann reicht bei den heutigen GPS-Geräten für den Urlaubstörn ein Batteriesatz (und einer in eiserner Reserve) völlig aus. Auf dem eigenen Schiff wird man in die Navigationsecke ein (preiswertes) GPS-Gerät einbauen, das am 12-Volt-Bordnetz hängt.

Empfangsemfindlichkeit

Es gibt hier keine großen Unterschiede, wenn die GPS-Geräte freien Blick zum Himmel haben. Unter guten Bedingungen funktionieren GPS-Geräte auch am Kartentisch, indem Sie durch die transparente Luke oder durch das Fenster genügend Satelliten empfangen können (mindestens drei zur zweidimensionalen Ortsbestimmung!) Bevorzugt man die handlichen portablen GPS-Geräte, ist eine Zusatzantenne von großem Nutzen, weil die außen mit "Blick zum Himmel" angebracht werden kann. Häufig reicht es, wenn diese Zusatzantenne mit Saugnapf an Deck an einer ansonsten geschützten Stelle fixiert wird.

Handlichkeit

Der Charterskipper wird immer ein GPS-Gerät benutzen, das er bequem in die Tasche stecken kann.

Empfindlichkeit im Bordbetrieb

Moderne GPS-Geräte, auch die billigen, sind recht unempfindlich gegen die Wettereinflüße beim Segeln. Trotzdem sollte man darauf achten, daß das GPS nicht massivem Wasser ausgesetzt wird. "Spritzwasserfest" heißt "nicht wasserdicht"! Am besten, man schützt das GPS mit einer durchsichtigen Plastikfolie gegen Wasserspritzer und nasse Finger. Sie sollte gelegentlich erneuert werden. Dann kann eigentlich nichts passieren. Besondere Aufpreise für "wasserdicht" lassen sich so leicht vermeiden.

Computeranschluß

Ist man mit Computern vertraut, wird man die Anschlußmöglichkeiten des GPS an den Computer nutzen, um zum Beispiel einen Törn mitzuprotokollieren oder über den Computer das GPS mit "Waypoints" zu laden. Programme hierfür gibt es im Internet, zum Teil als Shareware. Man braucht dazu ein GPS mit NMEA-0183-Anschluß. Hat man mit Computer gar nichts am Hut, kann man darauf getrost verzichten.

"Eingebaute Software"

Alle heutigen GPS-Geräte sind mit Software bestens ausgestattet und unterscheiden sich durch diverse Spielerein. Die wichtigen Grundfunktionen wie Position, Geschwindigkeit und Kurs sind auf allen GPS-Geräten vorhanden. Man lasse sich nicht durch die Zahl der möglichen Wegpunkte oder Routen blenden. Ob 500 oder 1000 Wegpunkte möglich sind - man wird die Kapazität nie ausnutzen!

Benutzerfreundlichkeit

Sie läßt sich vor dem Kauf niemals abschätzen. Wenige Tasten auf dem Display bedeuten noch lange nicht, daß das Gerät einfach zu bedienen ist. Es ist so ähnlich wie mit dem Videorecorder. Dem einen liegt das spezielle System besser, der andere verzweifelt. Immer hängt die Einfachkeit der Bedinung in erster Linie davon ab, wie intensiv sich der Navigator mit dem Gerät vorher beschäftigt hat. Jeder GPS-Empfänger ist kompliziert zu bedienen, wenn man es nicht schon auf dem Trockenen geübt hat. Dies liegt nicht daran, daß das GPS so kompliziert ist, sondern, weil die Software so leistungsfähig ist, soviel bietet.

Elektronische Seekarten

Sie werden hier nur aufgeführt, weil der Trend bei den GPS-Geräten dahin geht, sie mit möglichst vielen terrestrischen Daten zu füllen. Solche GPS-Geräte faszinieren den Autor, weil derartige Möglichkeiten noch vor einigen Jahren utopisch gewesen wären. GPS-Geräte mit "eingebauter" Seekarte sind eine herrliche Spielerei. Mehr nicht! Seriöse Navigation ist damit nicht möglich. Die Elektronik ist der primitiven Papierkarte in Genauigkeit und Aktualität weit unterlegen. Außerdem ist die elektronische Seekarte recht umständlich zu bedienen, wenn das Optimum herausgeholt werden soll. Elektronische Seekarten auf dem Laufenden zu halten, ist teuer und in den meisten Fällen nach ein paar Jahren nicht mehr möglich, weil die Dienste eingestellt worden sind. Es gibt Dutzende von einst sündteuren Geräten, die wegen der Software schon heute hoffnungslos für immer veraltert, somit Schrott sind. Aber, wenn ich demnächst für wenige hundert Mark die einfachsten GPS-Geräte mit "eingebauter" Karte bekomme, ist dagegen nichts zu sagen.

Noch was: Möchte man das GPS-Gerät nicht nur in der Seefahrt, sondern vielleicht am Fenster des Urlaubsjets (verbotenerweise) zum Spielen benutzen, muß darauf geachtet werden, daß (wie bei einigen Firmen geschehen) die Geschwindikeit nicht bei 90 Knoten abgeschnitten wird.

Und was ist mit DGPS (Differential-GPS)?

Als vorsichtiger Nautiker sollte man nicht mit den besten Meßergebnissen, sondern mit den ungenauesten, rechnen. Das heißt, das (zivile) GPS ist oft auf 20 Meter genau, kann aber auch bis zu dreihundert Meter daneben (auf dem Riff) liegen. Von einer solchen Genauigkeit haben alle großen Seeleute noch vor ein paar Jahren geträumt. Deshalb reicht das "normale" GPS für jede Art von Seenavigation völlig aus.

DGPS ist dagegen bis auf wenige Meter genau, setzt aber einen stationären (Korrektur-)Sender in der Nähe voraus. Wenn man also ständig im gleichen Revier segelt, das mit DGPS-Sendern abgedeckt ist, erfreut vielleicht die technische Leistung. Notwendig ist es aber nicht, und mehr wir hundert Mark extra würde ich auch dafür nicht ausgeben. Verkaufsargumente wie "zukunftssicher" ziehen bei GPS genausowenig wie bei Uhren.

 

Zusammenfassung und Empfehlung

Aus all diesen Gründen würde ich heute das preiswerteste Hand-GPS kaufen, wenn es eine NMEA-0183-Schnittstelle (Computeranschluß) und eine Zusatz-(Außenantenne) hat. Mehr wie 300.- DM sollte es nicht kosten. Und wenn ich 600.- DM ausgeben wollte, dann würde ich mir - aus Sicherheitsgründen - zwei Geräte kaufen.

Aber nicht vergessen: Gegen das Abschalten durch die Amis helfen auch zwei Geräte nichts.

Bobby Schenk

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