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Gesundheit und Bordapotheke - auch für Senioren

von Apothekerin Karla Schenk


Ein größerer Teil der Fahrten- und Weltumsegler sind im Pensionsalter. Sie sind gut versorgt, haben sich bereits die Yacht ihrer Träume gekauft und freuen sich im Alter, auf der Ostsee, dem Mittelmeer oder über die Ozeane zu segeln. Sie können zu Recht stolz sein, denn Segeln ist eine Sportart, in der die Oldies die gleiche Leistung bringen wie das junge Volk.

Die ältere Generation hat Segeln von der Pieke auf gelernt und beherrscht Seemannschaft, speziell die Navigation.

Aber sind ihre Yachten für einen jahrelangen Törn in die Karibik über den Atlantik oder eine Weltumseglung ausreichend gerüstet? Die Kräfte lassen mit zunehmendem Alter nach und der Wunsch nach Bequemlichkeit wird größer. Man braucht eine elektrische Ankerwinsch, ebenso eine elektrische Winsch für das Großsegel, Mastsprossen zum Aufentern; ein leicht zu handhabendes Dinghi mit Außenborder, ein wasserdichtes Klappverdeck, ein gut angepasstes Sonnensegel (kein flatterndes altes Laken) und bei Bedarf auch einen Watermaker. Letzterer, soweit er funktioniert, garabtiert überall Wasser von einwandfreier Qualität, was ma vom Trinkwasser aus dem Wasserschlauch, ja selbst aus der Bwergquelle nicht unbedingt immer sagen kann. Im Ausland, vor allem außerhalb Europas, ist Yachtzubehör nur schwerlich zu organisieren. Gute Handwerker oder Arbeiter sind kaum zu finden.

Auf unserer jüngsten immerhin 10-jährigen Reise kauften wir uns nach 5 Jahren (im Haushaltsgeschäft) eine Klimaanlage, die unser Leben vollkommen verändert hat - siehe auch hier. Bis dahin glaubten wir, in den Tropen ohne eine solche Anlage auskommen zu können. Welch ein Irrtum! Jetzt hatten wir immer eine angenehme Temperatur, konnten in der Nacht - nicht im Schweiß gebadet - gut schlafen und wurden insbesondere bei geschlossenen Luken nicht mehr von Moskitos gequält, die ja auch ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko mitbringen (Malaria). Leider stellen Klimaanlagen erhebliche Ansprüche an die Stromversorgung, sodass sie unterwegs praktisch nur mit Landstrom oder ständig laufenden Generator zu betrieben sind. Am Ankerplatz kann man auf Klimaanlagen normalerweise eh verzichten, weil durch die geöffneten Luken der kühlende Wind streicht und die summenden Plagegeister meist nicht so weit fliegen.

Wie ist es um die Gesundheit bestellt?

Ab dem fünfzigsten Lebensjahr sollten sich Segler, bevor sie zu einem ausgedehnten Törn starten, von einem Arzt untersuchen zu lassen. Für Privatversicherte empfiehlt sich zu einem Check-up zu gehen. Die erste Adresse ist die Medizinische Klinik, der Chefarzt der Universitätsklinik. Nützen sie diese Möglichkeit! Denn Eines ist klar: Weder auf dem offenen Ozean, noch auf einsamen Inseln oder in kleineren Orten findet man eine Klinik mit ausreichender medizinischer Versorgung. 

Ein guter Freund, der dem Ratschlag seines Arztes, sich einem kleinen relativ ungefährlichen Eingriff am Herzen zu unterziehen, nicht folgte, um zuerst für einige Tage auf seinem Schiff im Mittelmeer zu segeln, musste das mit seinem Leben bezahlen. Er hat den ersten Sprung von seinem geliebten Boot ins Wasser nicht überlebt.

Auch die Bordapotheke braucht auf Langzeittörns Pflege und Wartung. Gerade bei den älteren Seglern die genügend Zeit und Geld zur Verfügung haben, werden aus einer geplanten Weltreise von vier Jahren schon mal 10 oder auch 15 Jahre. Oft machen die segelbegeisterten Paare Urlaub vom Boot und fliegen für Monate in die Heimat nach Europa oder Amerika, um nach dem Rechten zu sehen. Die Yachten werden an Land gestellt. Das ist billiger und sicherer, als ein Liegeplatz in der Marina. Kaum eines der Schiffe hat eine Klimaanlage und die feuchte Innentemperatur erreicht schon mal 45 Grad.


Die Medikamente, die eventuell bereits das Verfallsdatum überschritten haben (nur das uralte Aspirin hat kein Verfallsdatum ) gammeln iim Plastikbehälter in der Bilge so vor sich hin. Wahrscheinlich wird eine bei leichtem Kopfschmerz eingesetzte Schmerztablette, die das Verfallsdatum überschritten hat, keine bleibenden Schäden verursachen. Ein wenig wirksames Antibiotikum kann Rezidive bilden, das heisst die Erreger ändern ihre Struktur und sprechen auf Antitbiotika nicht mehr an. Die Infektion verschlechtert sich und kann im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.


Aufbewahrung der Bordapotheke

Die Medikamente, Instrumente und Verbandstoffe werden in verschiedenen wasserdichten Plastikbehältern aufgehoben. Es empfiehlt sich, die Medikamente zu nummerieren und in ein Inhaltsverzeichnis einzutragen, wo die verschiedenen Präparate nach Krankheitsgebieten geordnet sind. Die Apotheke muss an einem kühlen, trockenen und gut zugänglichen Platz aufbewahrt werden, in heißen Gegenden nahe an der Bordwand, unterhalb der Wasserlinie. Keinesfalls sollten aus Platzersparnis die Medikamente aus den Originalpackungen entfernt werden, wegen des darin enthaltenen Beipackzettels, welcher Indikation, Dosierung, Kontraindikation (in welchen Fällen muss auf das Medikament verzichtet werden) und Unverträglichkeiten mit anderen Präparaten oder Alkohol angibt.

Im Kasten meiner Bordapotheke befindet sich für den Notfall, am Deckel befestigt, eine Taschenlampe (jährlich die Batterie prüfen!)

Wartung der Bordapotheke

Zu Beginn der Saison oder vor größeren Reisen sollte die Bordapotheke auf Vollständigkeit und einwandfreien Zustand überprüft werden. Bei jahrelanger Lagerung können Medikamente aufgrund chemischer Umsetzungsprozesse einem erheblichen Wirkungsverlust unterliegen, ja sogar schädlich sein. Wie kann nun aber auch der Laie feststellen, wann die Arzneimittel bereits veraltet sind und durch neue Waren ersetzt werden müssen?

Grundregeln für die Aufbewahrung von Medikamenten 

* Medikamente, bei denen das Verfallsdatum überschritten ist, dürfen nicht mehr verwandt werden. (Das Verfallsdatum kann im Inhaltsverzeichnis der Bordapotheke vermerkt werden.)

* Arzneimittel, die durch Verfärbung oder intensive Geruchsentwicklung auffallen, müssen ausgesondert werden.

* Rissig oder schmierig gewordene Dragees oder zu Pulver zerfallene Tabletten sind unbrauchbar.

* Salben, Emulsionen oder Cremes, die sich zersetzt haben, oder eingetrocknet sind, gehören nicht mehr in die Bordapotheke.

* Klare Lösungen, Tropfen oder Säfte, die starke Trübung oder Bodensatz zeigen, sind nicht mehr anwendbar.

* Sterilisierte Verbandstoffe oder Instrumente sind nur in einwandfreier, verschlossener Packung wirklich keimfrei. 

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