Hochwasser

Ostsee-Häfen kamen glimpflich davon

Das gestrige Hochwasser hat nur überschaubare Schäden angerichtet, die frühe Warnung ließ offenbar vielerorts genug Zeit zur Vorbereitung

Andreas Fritsch am 05.01.2017
Hochwasser
S.Jürgensen/Velamente

Hochwasser in Kappeln

Rund 1,7 Meter über Normallnull lag gestern der Pegel zum Beispiel im Flensburger Stadthafen, der mit 90 Winterliegern am Steg recht gut gefüllt ist. "Das Hochwasser war schon extrem, aber so weit wir es bislang übersehen können, sind außer vielleicht ein paar überspülten Stromkästen keine größeren Schäden zu verzeichnen", sagt Hans Jaich von der Firma Im Jaich, die den Hafen und eine ganze Reihe weiterer Marinas an der Küste betreibt. Kein Boot habe sich losgerissen oder Ähnliches. "In Langballigau haben der Hafenmeister, einige Skipper sowie die DLRG mit Sandsäcken gegen das Hochwasser gekämpft, und es ist ihnen gelungen, die Gebäude trockenzuhalten," berichtet Jaich weiter. Auch auf den Anlagen der Firmengruppe auf Rügen (Lauterbach, Gustow) kam es zu keinen nennenswerten Schäden. 

Hochwasser

Hochwasser an der Hafenkante zur Klappbrücke in Kappeln

In Kiel gab es unwesentlich mehr Probleme, wie der Geschäftsführer der Sporthafen Kiel GmbH Philipp Mühlenhardt berichtet: "Im Großen und Ganzen ist es glimpflich abgelaufen. Allerdings war der Wasserstand so hoch, dass die Stromkästen auf den festen Steganlagen überspült wurden, daher können wir noch nicht absehen, ob es zu Folgeschäden durch das Salz kommt. Bei unseren Winterliegern gab es kaum Probleme. Die 60 bis 70 Yachten in Stickenhörn und Wellingdorf liegen alle an Schwimmstegen. Lediglich einen polnischen Gastlieger im Hafen Düsternbrook mussten wir mit zusätzlichen Festmachern sichern. Viel höher hätte der Pegel aber nicht mehr steigen dürfen, sonst gibt es an den Schwimmstegen Probleme mit den Zugangsbrücken."

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Die Situation gestern Abend in Kiel-Schilksee

Mit Spannung hatte man das Hochwasser in Heiligenhafen erwartet. Dort hat die Gemeinde in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro in den Hochwasserschutz gesteckt. Und er schien gut funktioniert zu haben: "Die Stadt hat mit Arbeitern rechtzeitig die Schutzwände am Fischereihafen montiert, da ist wenig passiert", berichtet Dirk Kadach von 1. Klasse Yachten. "Es ist etwas Wasser in unsere Werkstatt-Räume direkt am Steg gelangt, aber wir waren vorbereitet." Weiter hinten in dem 2015 eröffneten Bereich um die Segelmacherei Oleu stand das Wasser zwar hoch, aber mit einem neuen mobilen Hochwasserschutzwall konnte das Eindringen in die Geschäftsräume weitgehend verhindert werden.

Video von 1.Klasse Yachten zum Hochwasser

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Die Kappelner Klappbrücke

In Kappeln stieg der Pegel am alten Speicher knapp über die Kante der Pier, wie die Fotos von gestern Abend zeigen. Größere Schäden an den Marinas scheinen auch hier bislang ausgeblieben zu sein.

Andreas Fritsch am 05.01.2017

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