Mittelmeer

Neue App für Kroatien-Segler

Die kroatische Regierung hat eine Wassersport-App herausgebracht, die viele nützliche Infos und eine Notruf-Funktion enthält

Andreas Fritsch am 21.12.2016
Gajeta Kornaten Reise Kroatien 2015 AFr_IMG_8991
YACHT/A. Fritsch
Kroatien-App

Die neue App des kroatischen MPPI

Die App mit dem etwas sperrigen Namen "Nautical Info Service Croatia" ist vom Ministerium für See, Transport und Infrastruktur (MPPI) in Auftrag gegeben worden und seit Herbst für iPhones und Android-Smartphones verfügbar. Sie schnürt ein für Wassersportler durchaus sehr interessantes Bündel an Informationen. So gibt es eine Übersicht aller Marinas mit Kontaktdaten, eine Liste aller Bojenfelder und ihrer Betreiber samt Telephonnummern, ein Verzeichnis der Tankstellen sowie der Hafenämter der einzelnen Regionen. Fast alle Daten sind in Nord-Süd-Richtung gelistet, also nicht alphabetisch. Einige bieten auch Kartenübersichten zur rascheren Übersicht.

Kroatien-App

Die neue App des kroatischen MPPI

Weitere Features sind Wetterberichte, die beim Aufrufen allerdings den Hinweis beeinhalten, dass sie Kosten verursachen können – ob für Datenroaming oder für den Service, ist nicht klar ersichtlich. Interessant ist vor allem für Eigner kleiner Boote, die keinen Funk an Bord haben, auch die Notruf-Funktion. Mit ihr kann über einen roten Button auf dem Homescreen relativ simpel ein Notruf an die kroatischen MRCCs herausgegeben werden. Damit die Retter den Notruf verorten können, werden die GPS-Daten des Smartphones dafür angezapft. Damit dies funktioniert, muss allerdings der User zwei Telefonnummern angeben, die erste muss die des benutzten Smartphones sein, das dann per SMS zugesandter Pin-Nummer aktiviert wird. Wichtig: Ohne dieses Prozedere ist die App nicht im vollen Funktionsumfang nutzbar! Allerdings muss Eignern natürlich auch klar sein, dass die App nur funktioniert, wenn das Smartphone ein Netz hat!

Kroatien-App

Die neue App des kroatischen MPPI

Ein weiteres, etwas überraschendes Feature ist die Möglichkeit, Verstöße anderer Crews oder von Pächtern der Bojenfelder gegen geltende Vorschriften mit Foto und kurzem Text zu melden. Klingt im ersten Moment nach einer etwas abstrusen Denunzierungs-App, hat aber vermutlich den Hintergrund, dass es in Kroatien immer wieder Unfälle mit tödlichem Ausgang gibt, die von schnell fahrenden Motorbooten verursacht werden.

Wir testeten die kostenlose App auf einem Smartphone mit Andoid 6.0.1. (Motorola G 2), darauf lief sie flüssig, und alle Funktionen funktionierten einwandfrei. Es gibt sie aber auch für iPhones mit dem Betriebssystem iOS 8 oder höher (aktuell ist 10), sie sollte also selbst auf älteren iPhones der 5er-Reihe noch laufen. Für Tablets ohne Sim-Karte ist die App allerdings nicht brauchbar, weil sie, wie erwähnt, ohne Telefonnummer und Registrierungs-Code nicht registriert und entsperrt werden kann.

Allerdings gibt es auch schon die erste Kritik an der App, etwa von Wolfgang Götzinger, der eine (kostenlose) Webseite betreibt, auf der alle Bojenfelder Kroatiens mit Lage, Karte, Kontakt-Daten und Preisen gelistet sind (www.wosamma.at): Nach einigen Stichproben befand er, dass diverse Bojenfelder fehlten beziehungsweise deren Lage nicht immer korrekt eingezeichnet war. Dies war in der Vergangenheit schon immer ein Problem der Liste der Felder, die das Ministerium auf seiner Webseite veröffentlichte. Sie hinkte praktisch zeitlich immer ein, zwei Saisons hinterher.

Einen vernünftigen Revierführer kann die App also natürlich nicht ersetzen, sie ist aber durchaus ein nützliches Programm, besonders wegen der Seenot-Funktion.

Andreas Fritsch am 21.12.2016

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