Italien

Marina Tropea versinkt im Chaos

Der beliebte und schön gelegene Hafen am italienischen Festland nahe der Straße von Messina hat offenbar massive Finanzprobleme

Andreas Fritsch am 05.11.2012

In einem Schreiben an die Liegeplatzinhaber, darunter auch rund zehn deutsche Eigner, informierte die Betreibergesellschaft Porto di Tropea S.A.P., dass offenbar die Gemeinde der Firma die Konzession für den Betrieb entzogen hat und mittlerweile das Betreten der Marina durch deren Mitarbeiter sogar verbietet.

Im Schreiben, das ein betroffener deutscher Segler der YACHT zur Verfügung gestellt hat, heißt es, dass der Hafenbetrieb deshalb seit dem 15. September eingestellt sei. Es gebe keine Wasser- oder Stromversorgung, die Sanitäranlagen seien geschlossen, Service und Kranen seien nicht möglich und – der wohl schlimmste Punkt für die Betroffenen – die Marina wird nicht einmal mehr bewacht. In der Folge soll es zu ersten Fällen von Vandalismus in der Anlage und auch Diebstählen auf Schiffen gekommen sein. Auch ist unklar, ob die Eigner, die teils Jahresverträge bis Mitte 2013 geschlossen haben, ihr Schiff überhaupt in der Marina lassen können oder es entfernen müssen. Ganz zu schweigen von der Frage, was aus den geleisteten Zahlungen für die Liegeplätze wird. Die Webseite der Marina ist abgeschaltet, telefonisch ist niemand zu erreichen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Gemeinde, der der Hafen eigentlich gehört, offenbar keinerlei Unterlagen über die Verträge der Betreibergesellschaft mit den Kunden hat und so gar nicht genau weiß, wem welche Schiffe gehören und die Mitarbeiter der Stadt nur Italienisch sprechen.

Die Entwicklung ist besonders bedauerlich, da Tropea idealer Start- und Zwischenstopp-Hafen für Törns durch die Straße von Messina und zu den Äolischen bzw. Liparischen Inseln ist. 

Andreas Fritsch am 05.11.2012

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