Ägäis

Erdbeben trifft Kos und Raum Bodrum

Das Beben mit Epizentrum zwischen Bodum und Kos kostete zwei Touristen das Leben. Viele Verletzte und erhebliche Gebäudeschäden

Andreas Fritsch am 21.07.2017
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Kosnews24

Schäden am Hafen in Kos

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Schäden am Hafen in Kos

Heute Nacht bebte für nicht einmal eine Minute die Erde, und doch waren die Schäden vor allem auf der Insel Kos erheblich. In der historischen Altstadt stürzte die Decke einer Bar ein, zwei Urlauber wurden getötet, wohl über 100 verletzt, drei davon schwer. Viele Häuser sind beschädigt, Teile einer alten Moschee stürzten ein. Touristen und Einheimische verbrachten die Nacht aus Sorge vor Nachbeben und wegen Schäden an Häusern im Freien. Eine kleinere Flutwelle als Folge des Bebens der Stärke 6.7 überschwemmte die Häfen und den Strandbereich der Hauptstadt. Im Altstadthafen von Kos gab es schwere Schäden an der Kaimauer und an einigen Schiffen, vor allem an Ausflugsdampfern. Yachten liegen dort relativ wenige, sie gehen meist in die Kos Marina. Hier eine Bilderstrecke der Schäden auf der griechischen Webseite Kosnews 34.

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Schäden am Hafen in Kos

"Auch in der Marina gab es Schäden an einigen Booten und der Anlage. Aber das genaue Ausmaß muss noch untersucht werden", erklärte eine Mitarbeiterin der Kos Marina gegenüber YACHT online. Alle Eigner von beschädigten Schiffen werden von der Marina-Leitung unverzüglich informiert. Der Hafen sei aber nicht gesperrt, Boote könnten ein- und auslaufen. Chartercrews und Eigner sollten aber mit Verzögerungen rechnen und müssen auf jeden Fall kurz vor dem Einlaufen Kontakt zur Marina aufnehmen, was in der Kos Marina aber sowieso üblich ist. Der Stadthafen blieb dagegen heute vorerst gesperrt, der Fährverkehr wird zeitweise eingestellt. Chartercrews sollten vor dem Einlaufen Kontakt zu ihrer Basis aufnehmen, falls diese sich nicht schon bei den Seglern gemeldet hat. Neue Crews, die die Boote am Samstag übernehmen, sollten sich ebenfalls auf Verzögerungen einstellen. 

Auch auf der türkischen Seite der Ägäis sorgte das Beben für Schrecken. "Unser Haus wackelte. Man hatte das Gefühl, es sei aus Gummi!", berichtet ein deutscher Eigner mit Wohnsitz in Bodrum. Menschen verließen ihre Häuser. In einigen kleineren Fischerhäfen wurden Boote durcheinandergewirbelt; an Land stehende Schiffe wurden beschädigt, aber die Folgen seien marginal. An Land gab es kleinere Schäden, aber keine Verletzte oder gar Tote.

Das türkisch-griechische Grenzgebiet ist eine der aktivsten Erdbebenzonen Europas und wird immer wieder von Erdstößen heimgesucht. Erst im Frühjahr hatte es die Insel Lesbos getroffen. 

Andreas Fritsch am 21.07.2017

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