Karibik

Crew auf St. Lucia überfallen

In Soufrière wurde eine Chartercrew an der Ankerboje nachts von vier Bewaffneten überfallen, verletzt und ausgeraubt. Die Täter sind flüchtig

Andreas Fritsch am 16.11.2017
Windward Islands Karibik 2016 MAM_MAA1714
Michael Amme

Bucht von Soufrière auf St. Lucia

Wie das "Caribbean Safety and Security Net" mitteilt, wurde Anfang November eine sechsköpfige Crew aus zwei Familien mit Teenagern nachts von fünf Tätern überfallen. Die Männer kamen nachts um 1.30 Uhr an Bord und verschafften sich über ein aufgebrochenes Luk Zugang in den abgeschlossenen Katamaran. Vier von ihnen waren mit Pistolen bewaffnet, einer mit einem Messer. Als die Crew den Überfall bemerkte, schlossen sich die Frauen und Kinder sofort in einer Kabine ein, die Männer blieben im Salon. Die Täter bedrohten sie und schlugen einem mit der Pistole ins Gesicht, den anderen auf den Kopf.

Sie forderten die sofortige Herausgabe von Geld, Smartphones und Pässen. Der Forderung kamen die Männer ohne zu zögern nach, nur die Pässe konnten oder wollten sie ihnen nicht aushändigen. Daraufhin drohten die Männer sie zu töten und versuchten sie zu zwingen, die verschlossene Kabine, in der sich die Frauen und Kinder verschanzt hatten, zu öffnen. Als diese sich weigerten, flüchteten die Täter nach etwa 20 Minuten mit dem Dingi des Kats. Die Schilderungen des Überfalls stammen von den Opfern, die dem "Caribbean Safety and Security Net" berichteten.

Die Crew meldete den Überfall sofort der Polizei und der Charterfirma. Die Polizei nahm die Angaben der Opfer auf, sicherte aber an Bord keinerlei Spuren. Die Polizisten sollen gegenüber der Crew wörtlich geäußert haben, dass sie "nicht die Medien in die Sache involvieren sollten, da dies möglicherweise Touristen abschrecken könnte". 

Nach Angaben der Crew habe die Charterfirma beim Briefing keinerlei gefährliche oder gar "No-Go"-Areas benannt, die besser gemieden werden sollten. Das Bojenfeld vor Soufrière gehört zu den beliebtesten Plätzen auf St. Lucia. Das Revier von St. Vincent und den Grenadinen macht allerdings immer wieder einmal durch derartige Vorfälle Schlagzeilen. 2016 kam es zu einem Gewaltverbrechen, bei dem ein deutscher Segler getötet wurde.

Andreas Fritsch am 16.11.2017

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