Charter

AKC warnt vor Schwarz-Charter"

Illegaler Verleih von Yachten ohne notwendige Papiere und technische Abnahme sind ein Risiko für den Kunden, so der Branchenverband des BVWW

Andreas Fritsch am 12.04.2012
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Der Arbeitskreis Charterboot (AKC) ist ein Fachgremium des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) und einer der zwei großen Charterverbände in Deutschland, in ihm sind 19 Flottenbetreiber und Agenturen vertreten. Mit "Schwarzer Charter" sind vor allem Firmen gemeint, die ihre Schiffe nicht den gesetzlichen Auflagen entsprechend technisch abnehmen lassen, die Einkünfte nicht ordnungsgemäß versteuern und oft nur einzelne Schiffe oder Kojenplätze anbieten. 

Der AKC weist darauf hin, dass "für die Kojencharter die Schiffe von der Berufsgenossenschaft Verkehr abgenommen werden müssen und der Schiffsführer eine besondere Befähigung nachzuweisen hat". Ist das nicht der Fall, drohen bei einem möglichen Unglück Sanktionen von der Staatsanwaltschaft und der Verlust der Versicherungsdeckung. Beim Chartern von Yachten ohne Skipper muss das Wasser- und Schifffahrtsamt das Schiff abnehmen. Die Ausrüstung, beispielsweise Rettungswesten, Rettungsinseln und Pyrotechnik sowie Feuerlöscher, ist im Gegensatz zu privat genutzten Schiffen zwingend vorgeschrieben. Die Wartungsintervalle sind peinlich genau zu beachten. Mehr noch: Charterboote benötigen eine höhere Versicherungspolice – eine normale Haftpflicht oder Kasko reicht nicht aus. „In einem Schadensfall können private Vermieter da böse finanzielle Überraschungen erleben“, so Reinhard Klemme, Vorsitzender des AKC. 

Das Problem ist für den Charterkunden allerdings, wie er solche Angebote von seriösen unterscheiden kann. In erster Linie ist da natürlich der Preis ein erster Anhaltspunkt. Liegt ein Angebot sehr deutlich unter denen von etablierten Anbietern mit eigenen Basen, kann der Preisvorteil mitunter durch den illegalen Wettbewerbsvorteil zu erklären sein. Der AKC gibt dazu folgende Tipps:

"Der 'Unternehmensauftritt' im Internet, auf Briefpapier oder auf Flyern wirkt oft nicht sehr professionell. Es fehlen die korrekte Unternehmensbezeichnung, verantwortliche Ansprechpartner, USt-ID und Steuernummer, Bankverbindung  oder ggf. auch Handelsregisternummern und die Gesellschaftsform. Wichtig sei es für Interessenten, sich in Zweifelsfällen immer das Bootszeugnis zeigen oder sich eine Kopie schicken zu lassen. Die Kopie der Versicherungspolice ist ebenso ein Indiz. Außerdem sollte man darauf achten, dass sich die Sicherheitsausrüstung in einem ordnungsgemäß gewarteten Zustand an Bord befindet."

All das gilt allerdings für den deutschen Chartermarkt, im Mittelmeer ist dies aufgrund jeweils geltenden nationalen Rechtes weitaus schwieriger.

Doch nicht nur auf solche "schwarzen Schafe" sollten Kunden ein Augenmerk haben. Auch legale Anbieter benachteiligen Kunden immer wieder durch unfaire Charterverträge, juristische Tricks in Versicherungsbedingungen oder Mogeleien bei der Abwicklung der Bootsübergabe und Rückgabe. Die YACHT ist diesem Problem jüngst nachgegangen, in der Ausgabe 10/2012 (ab 25. April am Kiosk) erscheint eine ausführliche Geschichte mit Tipps zu Internet-Buchungen, Charterverträgen und weiteren Infos, worauf Skipper vor Ort achten sollten, damit der Törn nicht im Fiasko endet.

Andreas Fritsch am 12.04.2012

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