Volvo Ocean Race

"Witty" lacht, Libby macht

Skipper Witt und Navigatorin Greenhalgh sind – sagt Witt – ein "ungleiches Gespann". Doch gemeinsam haben sie ihr Team wieder einmal nach vorn geführt

Tatjana Pokorny am 13.02.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Jerémie Lecauday/VOR

David Witt hat am siebten Tag der sechsten Etappe gut Lachen: Sein Team Sun Hung Kai / Scallywag lag am Montagnachmittag knapp hinter AkzoNobel auf Platz 2

Furios, frech und erfolgreich: Gemeinsam mit Spitzenreiter AkzoNobel haben Skipper David Witt, seine Navigatorin Libby Greenhalgh und das Team Sun Hung Kai / Scallywag die Zwischenstände der ersten Woche auf den Kopf gestellt. Ihr zunächst sehr nördlicher Kurs und das anfänglich fast schmerzliche "Hinterhersegeln" haben sich ausgezahlt. Sie haben die Front von hinten eher als die zuvor führenden Boote nutzen können. Und die hat sie – auf Kurs Auckland inzwischen westlich von der Konkurrenz positioniert – schneller nach Süden getragen. Nach mehr als einem Drittel der Etappe von Hongkong nach Auckland führen Simeon Tienponts holländisches Team AkzoNobel und das unter Hongkongs Flagge segelnde Team Sun Hung Kai / Scallywag die Flotte an.

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Auckland ist Zielhafen der sechsten Etappe

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Auch nachts kämpfen die Teams in Sichtweite zueinander um jeden Meter

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Gute Laune an Bord: Simeon Tienponts Team AkzoNobel hat auf Etappe 6 die Führung erkämpft

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Am siebten Tag der sechsten Etappe von Hongkong nach Auckland hatte sich David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag auf Platz zwei knapp hinter AkzoNobel vorgearbeitet

Gleichzeitig liefern sich das in der Gesamtwertung führende spanische Team Mapfre und die im Kampf um den Sieg bei dieser 13. Auflage aktuell schärfsten Rivalen vom Dongfeng Race Team ein so enges Duell, dass die beiden Boote auf dem Tracker seit Wochenbeginn auch in der maximalen Vergrößerung oft nur als ein Boot zu erkennen sind. Die beiden roten Yachten segeln in Sicht- und immer wieder auch in Rufweite zueinander. Bei der Positions-Aktualisierung am Dienstagmittag trennten sie nicht mehr als 0,1 Seemeile. Mapfres Skipper Xabí Fernandez sagte in einem aktuellen Interview auf See: "Unser Ziel ist weiterhin der Etappensieg. Aber wir müssen natürlich auch auf Dongfeng aufpassen." 

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Könnten sich nach rund 2500 Seemeilen auf See zuwinken: die Teams Mapfre und Dongfeng im Duell

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Hat den Etappensieg, aber auch Gegner Dongfeng im Visier: Mapfre-Skipper Xabí Fernandez

Von diesem rot-roten Matchrace auf hoher See und etwas besserem Wind profitierte zuletzt Bouwe Bekkings leicht östlich von Mapfre und Dongfeng positioniertes Team Brunel, das am Dienstagvormittag vom zwischenzeitlich vorletzten wieder auf den dritten Rang vorsegeln konnte. Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic dagegen ist an diesem siebten Tag der sechsten Etappe etwas zurückgefallen, hatte am Dienstagnachmittag mehr als 11 Seemeilen Rückstand auf Xabí Fernandez' fünftplatziertes Team Mapfre.

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Viele Tage lang hatte sich ihr junges Team auf dieser sechsten Etappe nach Neuseeland in Sichtweite zu den Top-Teams in bestechender Form gezeigt. Am Dienstag aber fiel Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic zunächst auf den letzten Rang zurück

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Rückte am Dienstagvormittag mit dem neuen schnellen Großsegel wieder auf Platz drei vor: Bouwe Bekkings Team Brunel am siebten Tag der sechsten Etappe. Dass das Wetter wärmer wird, ist auch zu sehen…

Für die heitersten Szenen des Tages sorgten David Witt und Libby Greenhalgh. Witt sagte im Interview zur mutigen Etappeneröffnung: "Libby Greenhalgh hat es schon wieder getan! Man sollte ihr Beifall spenden." Weiter sagte der in Seglerkreisen "Witty" (dt.: der Witzige) genannte Skipper: "Sie ist eine großartige Navigatorin, macht einen super Job. Ich bin (Red.: im Umgang mit der modernen Technologie) eher ein Dinosaurier. Wir sind ein ungleiches Gespann, scheinen uns aber in der guten Mitte zu treffen." Anschließend lachte der kernige Australier, der am 5. März seinen 47. Geburtstag feiern wird, so laut über den jüngsten gelungenen Coup seines Teams, dass es ansteckend war. Auf die Frage, wie ihm die aktuelle Position seiner Crew gefalle, erklärte Witt: "Wenn ich mir jetzt einen Helikopter mieten könnte, der uns abholt und an eine Wunschposition bringt, dann wäre es – abgesehen von der Ziellinie – genau unsere jetzige." Für Witt ist es nach einem Einsatz 1997/98 mit Knut Frostad auf "Innovation Kvaerner" der zweite Start im Volvo Ocean Race und der erste als Skipper. Witts Team war als Außenseiter in diese Auflage gestartet, hat sich inzwischen aber zum Favoritenschreck und ernsthaften Anwärter auf einen Podiumsplatz gemausert.

Interviews, technische Informationen und eine sportliche Zusammenfassung: die tägliche Sendung des Volvo Ocean Race informiert über das aktuelle Geschehen

Neue Vestas-Informationen angekündigt

Eine kurze Nachricht gab es am Dienstagnachmittag erstmals nach langer Funkstille und Nachrichtensperre auch zum Team Vestas 11th Hour Racing, das an dieser sechsten Etappe nicht teilnimmt. Das beschädigte Boot des amerikanisch-dänischen Teams ist bereits am Montag in Neuseeland angekommen und wird nun in Auckland repariert. Dazu kommt eine neue, auf der italienischen Werft Persico Marine entstandene Bugsektion, mit der das blaue Boot unter Aufsicht eines unabhängigen Sachverständigen gemäß des Reglements wieder flottgemacht wird. Die Veranstalter des Volvo Ocean Race haben in ihrer "Tagesschau" vom 13. Februar darauf hingewiesen, dass die Untersuchungen zur Kollision des Teams Vestas 11th Hour Racing mit einem nicht am Rennen beteiligten Boot, in deren Folge ein chinesischer Fischer ums Leben gekommen war, weiter andauern. Dazu gab es den Hinweis, dass Vestas' Skipper und Co-Skipper bis Etappenende noch zu einer der Live-Sendungen erwartet werden und dann vermutlich mehr Details zum tragischen Unfall mitteilen können.

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Die Positionen der Boote und die Zwischenstände zur Mittagszeit an Tag 7 der sechsten Etappe

Tatjana Pokorny am 13.02.2018

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