Volvo Ocean Race

"Wetter-Bombe" von hinten: Teams erwarten schweren Sturm

In angespannter Stimmung blicken Segler und Beobachter der "Wetter-Bombe" entgegen, die sie in den nächsten Stunden mit bis zu 55 Knoten Wind treffen wird

Tatjana Pokorny am 13.12.2017
VOR 2017/2018
Screenshot/VOR

13. Volvo Ocean Race, Etappe 3, Südpolarmeer: Der Sturm kommt von hinten und gewaltig

Volvo Ocean Race 2017/2018

"Dongfeng"-Skipper Charles Caudrelier

Das Tief kommt von hinten. Und zwar gewaltig. Die Teams im Volvo Ocean Race erwarten in den kommenden 24 Stunden haarsträubende Bedingungen. Am vierten Tag der dritten Etappe rechnen die Navigatoren und ihre Mannschaften damit, dass der aus Westen herannahende schwere Sturm mit Winden in Böen bis zu 55 Knoten über sie herfallen wird. Alle Crews haben sich und ihre Boote auf die brutalen Bedingungen vorbereitet. "Der Wind wird jetzt sehr schnell kommen. Es wird hart, sehr hart", sagte der erfahrene Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier in einem Interview am Mittag. "Wir werden einige Stunden lang nicht racen. Wir werden immer noch schnell segeln, doch oberste Priorität wird der Schutz von Mannschaft und Boot haben. Unser Ziel ist klar: Wir wollen nichts kaputt machen."

13. Volvo Ocean Race, Tag 4

So und schlimmer werden die Arbeitsbedingungen für die Crews in den kommenden Stunden aussehen. Hier ist Ben Piggott an Bord von Sun Hung Scallywag unter der Dauerdusche zu sehen

Ähnlich äußerte sich auch die Neuseeländerin Bianca Cook an Bord von Dee Caffaris "Turn the Tide on Plastic". Die mit 70.000 gesegelten Meilen sehr erfahrene Offshore-Seglerin sagte: "Wir haben uns nördlich vom Rest der Flotte positioniert, weil wir nicht mitten im Tief ohne Optionsmöglichkeiten landen wollten." Die Nord-Süd-Separation zwischen Caffaris Team im Norden und Spitzenreiter Dongfeng im Süden betrug am Mittwochmittag etwa 230 Seemeilen. In der Animation (siehe oben) ist gut zu erkennen, dass Caffaris Team versucht, der Gewalt des Sturms ein wenig zu entgehen. Bianca Cook sagte: "Wir erwarten Winde zwischen 45 und 55 Knoten. Entscheidend wird sein, die Reffs einzubinden, bevor uns das Tief trifft." Cook glaubt nicht, dass ihrem Team durch den sehr nördlichen und damit theoretisch längeren Kurs automatisch Nachteile entstehen werden: "Wir schießen uns damit nicht ab, haben volles Vertrauen zu unserem Navigator und glauben, dass wir nördlich vielleicht schneller segeln können als die anderen inmitten des Sturms." In anderen Worten: Caffaris Mitstreiter hoffen, dass sie weniger "auf die Bremse treten müssen" als die Mannschaften im Süden. Cook bezeichnete die zu erwartenden Bedingungen als "Wetter-Bombe".

13. Volvo Ocean Race, Tag 4

"Turn the Tide on Plastic"-Skipperin Dee Caffari blickt gebannt auf das Sturm-Tief, das sich der Flotte von hinten schnell nähert

Am vierten Tag der Etappe führte Charles Caudreliers Donfeng Race Team die Etappe weiter vor dem spanischen Team Mapfre und dem holländischen Team AkzoNobel an. Dabei hatte das Dongfeng Race Team bereits den 42. Breitengrad überschritten! Dahinter lagen am frühen Mittwochnachmittag die Teams Vestas 11th Hours Racing und Brunel mit rund 19 und 26 Seemeilen Rückstand auf Dongfeng auf den Plätzen vier und fünf. 40 Seemeilen hinter Dongfeng hatte sich David Witts Team Sun Hung Kai Scallywag etwas nördlicher zum aufkommendem Sturm positioniert, der das Boot unter der Flagge Hongkongs nun voraussichtlich als Erstes treffen wird.

Volvo Ocean Race 2017/2018

"Mapfre"-Skipper Xabi Fernandez

Auf "Mapfre" gab sich der spanische Skipper Xabi Fernandez betont gelassen: "Es wird rau, aber es wird auch Spaß machen." "Vestas"-Navigator Simon "Sifi" Fisher wählte drastischere Worte: "Es fühlt sich an, als würden wir die Gefechtsstationen besetzen und uns auf einen Krieg vorbereiten."

Hier geht es zum Tracker

13. Volvo Ocean Race, Tag 4

An Bord von "Dongfeng" checkt Kevin Escoffier ein letztes Mal das Rigg, bevor der Sturm von hinten über die Flotte herfallen wird

Tatjana Pokorny am 13.12.2017

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