Volvo Ocean Race

Vorentscheidung durch Ruderbruch

Das spanische Team Telefonica sah wie der Etappengewinner aus, doch zwei Ruderbrüche zerstörten sogar die Hoffnung auf den Gesamtsieg

Lars Bolle am 15.06.2012
Groupama taucht ab

Groupama führte kurz vor dem Ziel in Lorient

Noch spät am Donnerstagabend hatten die Spanier rund eine Seemeile vor dem französischen Team Groupama geführt. Zuvor war an ihrem Boot schon einmal das Steuerbordruder in einer Halse gebrochen, der Schaden konnte aber durch ein Ersatzruder behoben werden – und es sah nach einem Comeback aus.

Nach einer weiteren Halse jedoch brach auch das Ersatzruder. Wachführer Pepe Ribes schildert, was geschah: "Wir lagen wieder Seite an Seite mit Groupama und halsten bei 40 bis 45 Knoten Wind. Nach der Halse segelten wir mit dem Gennaker, und der war kaum zu halten. Wir wechselten die Segel, dabei traf uns eine riesige Welle. Wir fuhren eine Patenthalse, und erneut brach das Steuerbordruder. Die ganze Nacht konnten wir nur noch mit der Genua 4 und ohne Großsegel fahren, und wir versuchen nur noch, heil nach Lorient zu kommen."

Fotostrecke: Mit Topspeed durchs Tief

Zuletzt lagen die Spanier, die auf den Gesamtsieg hofften, schon 100 Seemeilen hinter der führenden Groupama zurück. "Wir haben alle Hoffnungen, dieses Rennen zu gewinnen, davonschwimmen sehen", sagt Skipper Iker Martinez. "Zwei Jahre Arbeit haben sich in Minuten in Luft aufgelöst."

Beim Positionsreport um 8.00 UTC hatte Telefonica noch 172 Seemeilen bis Lorient, Groupama nur noch 73. Von hinten jedoch rauschte Team Sanya mit 20 Knoten doppelt so schnell heran wie Telefonica und hatte auch nur noch 220 Seemeilen, wird die Spanier vermutlich noch überholen. Mit einem letzten Platz auf dieser Etappe und einem Sieg von Groupama würden die Franzosen 33 Punkte Vorsprung haben. Bei nur noch drei verbleibenden Punktchancen, zwei In-Port Races und der letzten Etappe, würde es schon einem Wunder gleichkommen, könnte sich Telefonica noch einmal an die Spitze kämpfen.

Fast nebenbei ersegelte Camper eine neue 24-Stunden-Bestmarke von 566 Seemeilen.

Bilder von den extremen Bedingungen im zweiten Teil der 8. Etappe

Lars Bolle am 15.06.2012

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