Volvo Ocean Race

Umjubelter Heimsieg für Groupama

Das Pech der Spanier ist das Glück der Franzosen. Mit dem Gewinn der Etappe vor eigenem Publikum ist der Gesamtsieg in Griffweite

Dieter Loibner am 15.06.2012
Volvo Ocean Race 2011/12

Mehr unter als über Wasser

Freitag, knapp nach 13:30 Ortszeit in Lorient an der bretonischen Küste war die Schlacht geschlagen: Franck Cammas und Groupama haben sehr zur Freude ihrer Landsleute das 8. Teilstück des Volvo Ocean Race gewonnen. Mit den 30 Punkten, die sie dafür gut geschrieben bekommen, haben sie nun einen gehörigen Vorsprung im Gesamtklassement und vor allem auf die Havaristen von Telefonica, die am Schlusstag gleich zweimal Ruderbruch erlitten und so den möglichen Etappensieg und wohl auch den Gesamtsieg verspielten. Camper, die mit 566 Meilen das Rekord-Etmal  des Rennens aufstellte auf Platz 2 und Puma auf Platz 3 komplettierten das Podium. Abu Dhabi folgte auf Platz 4.

Volvo Ocean Race 2011/12

Franck Cammas beim ersten Sieger-Interview

„Es war eine kurze, aber sehr komplizierte Etappe", verlautete Franck Cammas, der französische Segel-Volksheld, während er ein Bad in der Menge nahm. „Das fühlt sich richtig gut an, der Traum, den wir vor 10 Monaten hatten, wurde mit diesem Sieg hier Realität." Es war der verdiente Lohn für den hohen Einsatz. Bugmann Brad Marsh musste bei widrigsten Bedingungen in den Masttopp aufentern, um das klemmende Großfall zum Reffen zu klarieren. Nicht zu vergessen auch die Fähigkeit, eine wild bockende VO70 bei 8 Windstärken und Dunkelheit fehlerlos zu halsen.

Genau dieses Manöver wurde Telefonica zum Verhängnis. Die Spanier hatten sich nach dem ersten Ruderbruch und dem unglaublich schnellen Wechsel auf das Ersatzruder in großer Manier wieder an die Spitze gekämpft, bevor das zweite Ruder während eines Segelwechsels und einer Patenthalse ebenfalls den Geist aufgab. Mit nur einem Ruderblatt waren sie gezwungen, unter reduzierter Segelfläche Richtung Ziel weiter zu segeln.

Volvo Ocean Race 2011/12

Camper in Motorboothaltung. Zweiter Platz in Lorient und Top-Etmal des Rennens

„Zwei Jahre harter Arbeit haben sich in ein paar Minuten glatt in Luft aufgelöst", klagte Iker Martinez, der sichtlich frustrierte Skipper Telefonicas, der sich auch gleich bei Teamchef Pedro Campos und den Sponsoren bedankte, weil er weiß, dass der mathematisch zwar noch mögliche Gesamtsieg schon ziemlich utopisch sein dürfte, auch wenn sie auf dieser verkorksten Etappe noch den 5. Platz retten konnten.

In der Gesamtwertung liegt Groupama nun 23 Punkte vor Puma und 28 vor Camper bzw. Telefonica. Es gibt noch dreimal Punkte zu holen, und zwar bei den Inport-Races in Lorient und Galway und auf der letzten Etappe  nach Galway. Die Top-Vier haben noch theoretische Chancen auf den Gesamtsieg, wie vom Veranstalter erhofft, doch Groupama hat nun eindeutig die besten Karten.

Weiter geht's in Lorient am Samstag, den 30.Juni mit dem Hafenrennen und dem Start zur letzten Etappe am Sonntag, den 1. Juli, jeweils um 13 Uhr.

Gesamtwertung

  1. Groupama, 219 Punkte
  2. Puma,196
  3. Camper, 191
  4. Telefonica,191
  5. Abu Dhabi, 122
  6. Sanya, 39

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 15.6. veröffentlicht und am 16.6. aktualisiert

Die Skipper kommentieren die 8. Etappe

Dieter Loibner am 15.06.2012

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