Volvo Ocean Race

Neustart in den Doldrums: "Kämpfen mit allem, was wir haben"

Endlich Spannung im Volvo Ocean Race: Positionswechsel mit jedem Sechs-Stunden-Report, Dee Caffaris Team Turn the Tide of Plastic führt im Flautenpoker

Tatjana Pokorny am 09.01.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
Konrad Frost/VOR

Schöne Impression: Tag 8 der vierten Etappe in den Doldrums

Aus Seglersicht ist es ein grausames Spiel: Mit teilweise nicht mehr als ein oder zwei Knoten Speed quälen sich die Crews auf der vierten Etappe nach Hongkong nordöstlich der Solomon-Inseln durch die Doldrums. Dieses Mal macht der Kalmengürtel seinem Namen – anders als auf der Etappe nach Kapstadt – alle Ehre. Mit Spannung erwarten Crews und Beobachter die alle sechs Stunden aktualisierten Positionsberichte. Endlich einmal stecken viele Positionswechsel drin. Am Dienstagmorgen hatte Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic die Führung übernommen, während die Co-Favoriten Dongfeng und Mapfre auf die Plätze fünf und sechs zurückgerutscht waren und Bouwe Bekkings Team Brunel die 50 Seemeilen Rückstand von vor ein paar Tagen nahezu egalisiert und sich auf Platz vier vorgearbeitet hat.

Volvo Ocean Race 2017/2018

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Allzu große Bedeutung darf den aktuellen Platzierungen allerdings nicht beigemessen werden, denn die ersten sechs Boote trennen in der Flautenschieberei nur zehn Seemeilen. Auf der Suche nach jedem Hauch Wind bewegt sich die Flotte auf Kurs Hongkong auf den Äquator zu. Alle haben das gleiche Ziel: Am Ausgang der Doldrums möchten sie in der Spitzengruppe segeln, denn dann beginnt wieder das Spiel "Die Reichen werden reicher", weil es mit den auffrischenden Winden für die führenden Boote zuerst flotter vorangeht. Das erklärt auch die strahlende Dee Caffari: "Wenn wir jetzt dranbleiben können und mit den Spitzenreitern durch die Flaute kommen, den neuen Wind zuerst erreichen und auch mit den Wolkenaktivitäten in den Doldrums etwas Glück haben, dann haben wir im Verdrängungsrennen auf dem Weg ins Ziel eine Chance, wobei die Reichen immer reicher werden."

Volvo Ocean Race 2017/2018

Für Bouwe Bekkings Team Brunel ging es in den vergangenen Tagen immer nur vorwärts. Von der Spitze trennt das holländische Team nur noch eine Handvoll Seemeilen

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"Mapfre" mit Mühe im Kalmengürtel

Aktuell ist es noch anders herum: Mit den sinkenden Bootsgeschwindigkeiten ist die Anspannung gewachsen. Wer entkommt der Flautenfalle am schnellsten und erreicht die noch ein paar Hunderte Seemeilen entfernt einsetzenden nordöstlichen Passatwinde zuerst? "Wir kämpfen mit allem, was wir haben", erklärte AkzoNobel-Skipper Simeon Tienpont. Er stellte nach den vielen Rückschlägen für sein Team klar: "Natürlich dürfte Dongfeng in den vergangenen Tagen einigen Druck durch uns verspürt haben. Wir haben die gleichen Boote, und ich habe großartige Segler in meinem Team. Ich sehe keinen Grund, warum wir mit denen nicht den ganzen Weg nach Hongkong kämpfen können. Deswegen sind wir hier."

Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic hat im Flautenpoker inzwischen sogar die Führung der Flotte übernommen. "Gut für die Moral der Truppe", hieß es an Bord einstimmig

Tatjana Pokorny am 09.01.2018

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