Volvo Ocean Race

Mann über Bord im Volvo Ocean Race

Schreck für das Team Sun Hung Kai / Scallywag: Alex Gaugh wurde bei einem Segelwechsel von einer Welle über Bord katapultiert, ist aber sicher zurück an Bord

Tatjana Pokorny am 14.01.2018
Volvo Ocean Race 2017 / 2018
VOR

Das Wichtigste vorab: Alex Gaugh ist wohlbehalten zurück an Bord bei seinem Team Sun Hung Kai / Scallywag. Der 24-jährige Australier war am Sonntagmittag in Winden um 15 bis 20 Knoten bei einem Segelwechsel von einer Welle über Bord katapultiert wurden. Gaugh war zu dem Zeitpunkt nicht angeleint und trug keine Rettungsweste. "Ich war ziemlich dumm", räumte Gaugh nach dem Vorfall ein, "aber zum Glück hatten die Jungs die Lage schnell im Griff. Sie sind verdammt schnell umgedreht. Ich bin okay. Mir geht es gut. Es war ein bisschen beängstigend, aber jetzt geht es weiter."

Glück im Unglück: Alex Gaugh konnte von seiner Crew binnen sieben Minuten wieder an Bord geholt werden. Er war ohne Lifebelt und Rettungsweste von einer Welle über Bord katapultiert worden. Die Führung in der laufenden vierten Etappe nach Hongkong konnte die Mannschaft dennoch behaupten

Sein Team hatte das Mann-über-Bord-Manöver sofort eingeleitet und konnte Alex Gaugh binnen sieben Minuten zurück an Bord holen. Dennoch sagte Skipper David Witt, der zum Zeitpunkt des Unglücks selbst steuerte: "Das Wichtigste ist, dass wir ihn sicher an Bord zurück haben. Aber ich denke, der Vorfall hat allen demonstriert, wie schwer es ist, jemanden im Wasser auszumachen. Sogar an einem sonnigen Tag in 18 Knoten Wind. Das willst du ganz sicher nicht in 20 Knoten und nachts machen." Witt sagte, dass Gaugh hätte angeleint sein oder dem Steuermann hätte sagen müssen, was er vorhabe. In der Hitze der Doldrums hatten viele Segler mit nackten Oberkörpern an Bord gearbeitet, die Mehrheit jedoch war angeleint.

Volvo Ocean Race 2017 / 2018

Skipper David Witt kann aufatmen: Alex Gaugh konnte schnell aus dem Wasser gefischt werden, und sein Team führt die Flotte auf Kurs Hongkong weiter an

Das Außenseiter-Team unter der Flagge Hongkongs liegt auf Etappe vier mit Kurs auf den Heimathafen Hongkong in Führung. Rund 2300 Seemeilen vor Zieldurchgang hatte David Witts Team knapp 20 Seemeilen Vorsprung vor Simeon Tienponts Team AkzoNobel und etwa 22 Seemeilen Vorsprung vor dem Dongfeng Race Team mit Skipper Charles Caudrelier. Die großen Verlierer der vergangenen zwei Tage sind aktuell die spanischen Spitzenreiter vom Team Mapfre (133 Seemeilen Rückstand), Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic (165 Seemeilen Rückstand) und Bouwe Bekkings Team Brunel (168 Seemeilen Rückstand).

Volvo Ocean Race 2017 / 2018

Ausblick der besonderen Art für Team Brunels Boat Captain Abby Ehler. Ihr Team zählt zu den großen Verlierern der Doldrums-Lotterie

Das Verfolger-Trio hatte im Flauten- und Gewitter-Poker in den Doldrums auf mittlerem Kurs zwischen dem westlich positionierten Team Sun Hung Kai / Scallywag und den östlich positionierten Teams Dongfeng, Vestas und AkzoNobel dramatische Rückschläge und binnen 40 Stunden zwischenzeitlich bis zu 180 Seemeilen Rückstand hinnehmen müssen. Die "goldene Mitte" hat sich für das Verfolger-Trio als brutale Flautenfalle entpuppt. Bouwe Bekking schrieb: "Es wird sehr schwer sein, die anderen Boote wieder einzuholen, weil sie immer in zunehmend mehr Wind segeln werden als wir. Aber fangen wir doch mal mit dem nahegelegensten Boot an: Unser Ziel ist TTT!" Damit meint der Rekordteilnehmer den Angriff auf Caffaris Team Turn the Tide on Plastic.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Die Zwischenstände auf der vierten Etappe am Morgen des 13. Tages auf See. David Witts Außenseiter-Team Sun Hung Kai / Scallywag führt die Flotte auf westlichem Kurs weiter an. Bislang scheint die neue Navigatorin Libby Greenhalgh mit goldenem Händchen zu agieren

Tatjana Pokorny am 14.01.2018

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