Volvo Ocean Race

Links abbiegen, rechts überholen?

Auf der zweiten Etappe ist ein spannendes Szenario entstanden: Die gerade noch führenden Boote segeln hinterher. Wer gewinnt den Taktik-Poker auf Kurs Kapstadt?

Tatjana Pokorny am 17.11.2017
Volvo Ocean Race 2017/2018
James Blake / VOR

Wer erreicht die starken Vorwind-Bedingungen aus Nord-Nordwest zuerst? Am zwölften Tag der zweiten Etappe ist ein interessantes Szenario entstanden: Während das holländische Team AkzoNobel die Flotte als östlichstes Boot am Freitagmorgen mit der berechnet kürzesten Distanz zum Zielhafen Kapstadt weiter souverän mit mehr als 40 Seemeilen Vorsprung vor Charles Caudreliers Dongfeng Race Team und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic anführt, stehen die nächsten wichtigen Entscheidungen und voraussichtlich auch Positionswechsel an. Alle Boote sind inzwischen links abgebogen. AkzoNobel und dahinter Turn the Tide on Plastic und Team Sun Hung Kai / Scallywag (4.) sind östlicher positioniert als das zweitplatzierte Team Dongfeng und dessen Verfolger Mapfre (5.), Brunel (6.) und Vestas 11th Hour Racing (6.). Die Boote trennen in der West-Ost-Ausrichtung etwa 175 Kilometer. Aktuell kommen die Crews mit Geschwindigkeiten von 16 bis 18 Knoten flott voran. Alle haben nur ein Ziel: das vor ihnen liegende Tiefdruckgebiet als Erste zu erreichen. Wer hat sich dafür am besten positioniert?

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Die Zusammenfassung der jüngsten Ereignisse von Freitagmorgen

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Am 12. Tag der zweiten Etappe: Spitzenreiter "AkzoNobel" unter dem Regenbogen

Darüber werden die kommenden 25 bis 40 Stunden Aufschluss geben. Weitere Halsen auf Kurs Südwest könnten deswegen schon bald wieder erfolgen. Dabei gilt es, die ebenfalls herrschenden flauen Windfelder geschickt zu umschiffen. In einem Bericht der holländischen Spitzenreiter vom Team AkzoNobel hieß es am Freitag: "Die berechneten Zielzeiten für Kapstadt sehen derzeit nur eine Differenz von 45 Minuten zwischen den favorisierten Verfolgern (die westlicher positionierten Boote) und jenen, die sich für die östliche Option entschieden haben. Unser Navigator Jules klebt beim Eintreffen der alle sechs Stunden eintreffenden Positionsmeldungen an den Bildschirmen unter Deck, um dann wieder an Deck zu springen, die Wolken zu beobachten und zu überlegen, wie wir auf dem Wasser noch ein paar Extra-Meilen herausquetschen können. Oder Meter. Es ist alles offen!" Auch "Mapfres" Steuermann Pablo Arrarte weiß: "Wir können uns nicht einen Meter unnötigen Verlust erlauben."

Das dänisch-amerikanische Team hatte am Donnerstag zur Etappen-Halbzeit seine besten Bilder in einem Zusammenschnitt präsentiert

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Das Bild zeigt die westlich und die östlich positionierten Flottengruppen. Aktueller Spitzenreiter ist AkzoNobel, erstes Boot der Ost-Teams 

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Näher an Südamerika, aber auf dem Weg nach Südafrika: Die Flotte positioniert sich für die Ansteuerung Kapstadts

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49erFX-Olympiasiegerin und AkzoNobel-Seglerin Martine Grael: Welche Entscheidungen werden die kommenden Tage bringen?

Manchmal bleibt im Ringen um Meter und Sekunden, die im Ziel entscheidend sein könnten, trotz der Hatz noch Zeit für den Blick auf die unbändige Natur, in der dieses Wettrennen stattfindet. Brunels Skipper Bouwe Bekking berichtete: "Wir haben heute eine tolle Live-Show erlebt. Vor unserem gelben Bus ist ein Buckelwal mehrfach vollständig aus dem Wasser gesprungen. Es ist immer unglaublich, so etwas beobachten zu können. Und wir werden davon in der kommenden Woche ganz sicher noch mehr erleben." Zur aktuellen Positionierung der Boote äußerte sich Bekking optimistisch: "Die große Frage ist ja immer, wie sehr man sich zum Abkürzen des Kurses traut. Insbesondere, wenn man hinten liegt. Denn mit dem Abkürzen droht weniger Wind. Man muss also die richtige Balance finden. Natürlich liegen uns noch wesentlich mehr Informationen vor. Aber die behalten wir für uns."

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Brunels Skipper Bouwe Bekking am Rad

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Wie eine Weihnachtskugel: Sam Greenfields Blick auf Dee Caffaris Crew auf "Turn the Tide on Plastic"

Der Poker um die beste Positionierung läuft auf Hochtouren. Wie sehr dabei Verluste schmerzen können, berichtete gestern Dee Caffari, deren Team inzwischen wieder vor Sun Hung Kai / Scallywag liegt: "Heute war nicht so gut wie gestern. Eine dicke schwarze Wolke, wenig bis viel Regen und extrem drehende Winde haben uns das Gefühl gegeben, zurück in den Doldrums zu sein. Und um unserem Leiden noch Beleidigung hinzuzufügen, tauchte aus der Dunkelheit unter der Wolke plötzlich Sun Hung Kais / Scallywag auf." Aktuell kämpfen beide Boote in Sichtweite und nur eine Seemeile voneinander entfernt um Platz drei. Dabei suchen sie wie alle Rivalen die Express-Verbindung ins noch rund 2700 Seemeilen entfernte Kapstadt.

Wachführerin Liz Wardly lässt den Talisman des Teams, einen Plüsch-Albatross, über die Positionierung der Boote sinnieren

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Wo ist die Autobahn nach Kapstadt? Anbord-Reporter Sam Greenfield hat für sein Team Turn the Tide on Plastic das Bild zur aktuellen Gretchenfrage gemacht

Tatjana Pokorny am 17.11.2017

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