Volvo Ocean Race

Erster Sieg für Dongfeng in Kapstadt

Charles Caudreliers Dongfeng Race Team hat das Hafenrennen in Kapstadt gewonnen und ist damit hinter Mapfre auf Platz zwei in der In-Port-Wertung vorgerückt

Tatjana Pokorny am 08.12.2017
Volvo Ocean Race 2017/2018
Pedro Martinez / VOR

Hafenrennen Kapstadt: erster Sieg für Dongfeng

Charles Caudrelier und sein Dongfeng Race Team haben kurz vor dem Start in die dritte Etappe ihren ersten Sieg errungen. Beim Hafenrennen in Kapstadt setzte sich das französisch-chinesische Team nach mäßigem Start mit der besten Geschwindigkeit und guten taktischen Entscheidungen gegen das in der Gesamtwertung führende spanische Team Mapfre und das dänisch-amerikanische Team Vestas 11th Hour Racing durch. Für Caudreliers Team war es der erste Sieg bei dieser 13. Auflage des bekanntesten Rennens um die Welt, der die Mannschaft in der In-Port-Wertung auf Platz zwei hinter Mapfre vorrücken ließ.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Zweite und Dritte im Ziel: Mapfre und AkzoNobel im Duell

"Unser Team hat hervorragend agiert", freute sich der sieghungrige französische Skipper, "sehr schönes Bootshandling und gute Geschwindigkeit. Das war wirklich eine gute Teamleistung. Unser Start war nicht gerade fantastisch, doch danach haben wir eine gute Entscheidung getroffen, indem wir etwas früher gewendet sind. So konnten wir Druck auf Vestas ausüben und waren danach ziemlich schnell. Das war der Schlüsselfaktor."

Wie Dongfeng das Rennen gewann, warum Vestas 11th Hour Racing im Kampf um einen Podiumsplatz scheiterte und wie Mapfre sich noch Platz zwei erkämpfte

In traumhaft schönen Segelbedingungen mit Winden von bis zu 20 Knoten sahen die Zuschauer unter strahlend blauem Himmel ein spannendes Rennen mit einigen Positionswecheln und packenden Duellen. Auf dem zweiten Vorwind-Abschnitt segelte Vestas 11th Hour Racing in einem so unglücklichen Winkel der Wendemarke entgegen, dass Charly Enright und seine Crew größte Mühe hatten, ihr großes A3-Segel einzurollen. Das Problem wirkte sich zwar nicht direkt auf die Platzierung aus, doch an der letzten Top-Marke ließ sich das Segel nicht mehr korrekt setzen. Mit einer "Eieruhr" im großen Tuch absolvierte Vestas den letzten Kursabschnitt extrem langsam.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Verpasste das Podium nach Handling-Problemen mit dem A3-Segel knapp: Vestas 11th Hour Racing

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Guter dritter Platz für Skipper Simeon Tienpont und sein Team AkzoNobel

Navigator Simon Fisher berichtete später: "Wir sind gut ins Rennen gekommen. An der zweiten Top-Marke hat Dongfeng uns auf die benachteiligte Seite gedrückt. Das hat uns insgesamt zurückgeworfen. Die Probleme mit dem Segel haben uns dann auf dem letzten Abschnitt weh getan. Es war einfach ein typisches Beispiel für einen Schneeball-Effekt." Der Handling-Fehler kostete das Team zwei Plätze, denn sowohl Mapfre als auch AkzoNobel konnten Vestas im Finalsprint noch überholen. Damit beeindruckten vor allem die Spanier, die sich kurz vor dem Start einen Penalty eingefangen hatten und als Letzte über die Linie gegangen waren. Daraus mit fast schon aggressivem Vorwärtsdrang und kämpferischen Attacken noch einen zweiten Platz zu machen, markierte das Comeback des Tages. Für Bouwe Bekkings Team Brunel kam der sehenswerte Endspurt nach einem anfänglich intensiven Duell mit Sacllywag, in dessen Folge David Witts Crew einen Penalty kassierte, zu spät. Knapp vor den Holländern kreuzte Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic nach gelungenem Rennen die Ziellinie.

Ergebnisse Hafenrennen Kapstadt

  1. Dongfeng Race Team
  2. Mapfre
  3. Team AkzoNobel
  4. Vestas 11th Hour Racing
  5. Turn the Tide on Plastic
  6. Team Brunel
  7. Sun Hung Kai / Scallywag

Zwischenstand Inport-Wertung

  1. Mapfre (19 Punkte)
  2. Dongfeng Race Team (18 Punkte)
  3. Team Brunel (13 Punkte)
  4. Vestas 11th Hour Racing (12 Punkte)
  5. Team AkzoNobel (11 Punkte)
  6. Sun Hung Kai/Scallywag (6 Punkte)
  7. Turn the Tide on Plastic (5 Punkte)
Volvo Ocean Race 2017/2018

Nicht zufrieden mit Rang 6 im Hafenrennen: Brunel-Skipper Bouwe Bekking. Sein Team war schnell unterwegs, ist aber laut Statistik zu weite Wege gegangen

Tatjana Pokorny am 08.12.2017

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