Volvo Ocean Race

Entstehung einer Einheitsklasse

Vom Computer übers Holzmodell in Originalgröße zum fertigen Boot: Wie die neue Volvo Ocean 65 entsteht. Die wichtigsten Schritte im Bild

Lars Bolle am 06.12.2012
Das komplette Boot wurde als Holzmodell vorproduziert

Das komplette Boot wurde als Holzmodell vorproduziert

Die Entwicklung des neuen Grand-Prix-One-Designs Volvo Ocean 65 für das Race 2014/2015 bedeutet neue Herausforderungen für die Organisatoren des Volvo Ocean Race. Die Boote sollen mit 4,5 Millionen Euro rund 30 Prozent günstiger sein als ihre Vorgänger, die Volvo Open 70. Zudem wird eine höhere Robustheit angestrebt, jedes Boot soll zwei Weltumsegelungen aushalten. Diese Ziele sollen durch die Einführung einer Einheitsklasse erreicht werden.

Fotostrecke: Entwicklung Volvo Ocean 65

Da bei einer Einheitsklasse kaum noch Änderungen am fertigen Boot möglich sind, versuchen die Bootsbauer durch eine aufwändige Fertigung, jeden Fehler vor Baubeginn auszumerzen. „Früher haben einige Teams Modelle von bestimmten Bereichen ihres Boots gebaut, bei denen die Ergonomie kritisch war. Aber für dieses Projekt haben wir ein Modell des Boots in seiner ganzen Größe errichtet“, erklärt Projektmanager James Dadd von Green Marine in Southampton. Dort werden die Rennyachten letztlich zusammengebaut. „Das Modell erlaubt einen genauen Blick auf das Grundlayout an und unter Deck. So haben wir bei der Navigationsecke und der Kombüse sofort einige Details erkannt, die weitere Entwicklungen benötigten.“

Der Bau des Prototypen Teil 1

„Die gesamte Kabelführung ist ein weiteres Beispiel, wie wichtig es ist, das Boot in seiner vollen Größe zu sehen. Wie die Kabel verlaufen sollen und wie die Installation vonstatten gehen wird, lässt sich am besten bei voller Größe herausfinden, besonders wenn die Kabelstränge später als Einheit für jedes Boot geliefert werden. Das Design der bedeutsamen Befestigungskonsolen für die Kommunikationsausstattung ist ein weiterer Schlüsselbereich, der vom Trockentest profitiert hat.“ Idealerweise sollen die Bootsbauer kein Maßband mehr benötigen, um eines dieser Boote zusammenzusetzen.

Der Bau des Prototypen Teil 2

Der Schritt zur Einheitsklasse erlaube zudem höhere Sicherheitsreserven bei den Booten. „Wir wussten aus Erfahrung, dass die Volvo Open 70 im vergangenen Rennen von nur 40 Kilogramm Extra-Struktur profitiert hätten“, sagt Neil Cox, früherer Bootsmann für „ABN Amro“ und Shore Manager bei „Puma“ und bei „Camper“ in den vorigen beiden Rennen. „Dieses Mal können wir solche Änderungen ohne Probleme vornehmen, da sie auf jedem Boot zum Tragen kommen werden. Von einem robusten Boot, das härter gefahren werden kann, profitiert jeder.“

Der Bau des Prototypen Teil 3

Die Segel sind ein weiterer Bereich, in dem das Einheitsdesign Vorteile bei Komplexität und Kosten bringen soll. „Jedes Team wird die gleichen neun Segel haben, darunter eine Sturmfock und ein Trysegel“, erklärt Regattaleiter Jack Lloyd. Die Segel werden zusammen mit dem Boot geliefert. Für das Rennen bekommen die Teams dann zum Start in Alicante noch einmal sieben weitere Segel. Keines dieser Segel kann von den Teams modifiziert oder repariert werden, mit Ausnahme von vom Vermesser genehmigter Maßnahmen, wenn ein Segel beschädigt wurde.

Zeitgleich mit dem Modellbau wurde mit der Fertigung des Prototypen begonnen. Die italienische Werft Persico laminierte die Außenhaut des ersten, knapp 20 Meter langen Rumpfes, während bei Multiplast in Frankreich die erste Carbonschicht für das erste Deck fertiggestellt wurde. Die Fertigstellung des ersten Boots der Produktionslinie wird Ende Juni 2013 erwartet. Anschließend wird alle sieben Wochen ein neues Exemplar aus den Toren von Green Marine auslaufen. Der Plan ist, jedes Boot innerhalb von drei bis vier Tagen segelklar zu haben.

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Lars Bolle am 06.12.2012

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