Volvo Ocean Race

"Doppel-Whopper": auf zwei Booten in die Zukunft

Mit einem Feuerwerk an Neuigkeiten und zwei neuen Bootstypen haben Mark Turner und sein Team die Weichen für die Zukunft des Volvo Ocean Race gestellt

Tatjana Pokorny am 18.05.2017
Volvo Ocean Race Zukunft
VOR/Screenshot

Präsentation Pressekonferenz Göteborg im Mai 2017: die künftigen VOR-60-Fußer

Eine halbe Stunde lang haben die Gastgeber ihre Gäste bei der Pressekonferenz in Göteborg und Fans in aller Welt auf die Folter gespannt. Erst dann kam die Botschaft, auf die alle so gespannt waren. Der Clou: Das Volvo Ocean Race segelt nach der anstehenden Auflage 2017/2018 auf zwei Bootstypen um die Welt! Für die langen Offshore-Etappen wird von Guillaume Verdier und seinem 17-köpfigen Team ein foilender 60-Fußer konstruiert. Für die küstennahen Etappen und In-Port-Rennen sollen foilende Mehrrumpfer in einer Länge zwischen 32 und 50 Fuß entstehen. 

Wie die Veranstalter das bekannteste Mannschaftsrennen um die Welt modernisieren und für die Zukunft fit machen wollen – alle Neuerungen auf einen Blick

Volvo Ocean Race Zukunft^

Volles Haus bei der Präsentation in Göteborg, wo die Veranstalter des Volvo Ocean Race ihre Pläne für das kommende Jahrzehnt am Donnerstag vorstellten 

Volvo Ocean Race Zukunft

Animation des neuen geplanten 60-Fußers mit Foils, auf denen das Volvo Ocean Race in die Zukunft segeln will. Allerdings nur auf den langen Etappen...

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Nach dem Vorbild der beliebten Imocas: Das Volvo Ocean Race bekommt 60-Fußer, die sich bei Bedarf sogar in eine Yacht der Imoca-Klasse umwandeln lassen

Die Kampagnen-Budgets – so erklärte CEO Mark Turner – würden deshalb künftig nicht signifikant steigen. "Aktuell beträgt ein durchschnittliches Budget für eine Volvo-Ocean-Race-Kampagne etwa 10 bis 12 Millionen Euro. Wir erwarten für die Zukunft sehr ähnliche Budgets." Turners Annahme basiert darauf, dass die in Regie des Volvo Ocean Race gebauten Boote geleast werden und die Kosten dafür auch in Zukunft überschaubar bleiben. Turner wies darauf hin, dass er mit der Einführung der fliegenden Mehrrumpfer keinesfalls das von ihm erdachte und umgesetzte Konzept der Extreme Sailing Series einfach aufs Volvo Ocean Race übertragen hätte, sondern das Volvo Ocean Race der Zukunft mit seinen beiden Bootstypen der ultimative Test für die Allround-Qualitäten der Segler sein solle.

Turner erläuterte auch, warum die Entscheidung gegen nur einen neuen Bootstypen – beispielsweise einen großen foilenden Katamaran – gefallen sei: "Im America's Cup perfektionieren sie das Foiling auf küstennahen kurzen Kursen gerade. Vom beständigen Foilen auf See aber sind wir noch eine Weile entfernt. Da wird sich in den kommenden Jahren noch sehr viel tun. Und da wäre es nicht klug, jetzt einen foilenden Mehrrumpfer zu entwickeln und nach drei gebauten Booten festzustellen, dass sich wichtige neue technologische Fortschritte ergeben haben. Da müssen wir noch etwas abwarten."

CEO des Volvo Ocean Race: Mark Turner

Frostad-Nachfolger Mark Turner renoviert das Rennen auf allen Ebenen und hat sich den Teller damit sehr voll geladen. So wie auch die Volvo-Werfthallen bei Persico in Italien. In Zukunft soll auf zwei verschiedenen Bootstypen gesegelt werden...

So erklärt sich der "Doppel-Whopper", der Spagat zwischen den neuen verlässlichen, aber trotzdem hochmodernen Einrumpfern à la Imoca auf der einen und den noch zu kreierenden futuristischen foildenen Mehrrumpfern für die kurzen Rennen auf der anderen Seite. Acht der VOR-60-Yachten sollen für die nächste Auflage gebaut werden. Die Veranstalter haben sie für mindestens sechs Jahre zum Boot ihrer Wahl erklärt.

Gleichzeitig wurde in Göteborg eine ganze Reihe weiterer Ankündigungen gemacht: Das Rennen-Zyklus soll auf zwei Jahre gedrückt werden. Neue Häfen sollen angelaufen werden. Die künftigen Routen sollen immer Nordamerika, Südamerika, Australasien, China und vier bis fünf europäische Häfen beinhalten. Dabei betonte Turner ein hohes Maß an Flexibilität bei der künftigen Routengestaltung. Eine Auflage kann, muss aber nicht in Europa starten. In aller Welt sollen Volvo Ocean Race Academys für den Nachwuchs entstehen. Viele der Ankündigungen sind aber bislang Vorhaben, die erst noch umgesetzt werden wollen. Davor steht die 13. Auflage des bekanntesten Mannschaftsrennens um die Welt, die noch in diesem Jahr beginnt und für die bislang fünf Teams gemeldet haben. Turner ließ in Göteborg durchblicken, dass sein Team gerade daran arbeite, ein junges Team zu unterstützen, das möglicherweise mit einer Steuerfrau und einer paritätisch von Frauen und Männern besetzten Crew als Botschafter für die Rettung der Meere im Einsatz sein könnte. Zu Hälfte würde die Finanzierung für eine solche Mannschaft stehen.

Wie weit die Organisatoren im Voraus planen, verriet eine weitere Ankündigung: 2023 soll es zum 50. Geburtstag des Rennens, das 1973/74 erstmals ausgetragen wurde, eine Jubiläums-Regatta mit Legenden aus Vergangenheit und Gegenwart geben.

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Die Pläne für das Volvo Ocean Race in den kommenden zehn Jahren: Einige Entscheidungen sind gefallen, andere kommen erst noch

Tatjana Pokorny am 18.05.2017

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