Volvo Ocean Race

Dongfeng macht Druck, Dee Caffari wählt die Tarnkappe

Während die Spitzenreiter auf Höhe der Kapverden um Positionen rangeln, sind die Schlusslichter auf "Turn the Tide on Plastic" in den "Stealth"-Modus gewechselt

Tatjana Pokorny am 10.11.2017
Volvo Ocean Race 2017/2018
Dongfeng Race Team

Gegen den Frust und für eine getarnte Attacke? Dee Caffaris Team auf "Turn the Tide on Plastic" ist als erstes Boot der Flotte auf Etappe 2 in den sogenannten "Stealth"-Modus gewechselt, kann über 24 Stunden von den Gegnern nicht mehr in Positionierung oder Zwischenstand gesehen werden. Diese Maßnahme mag zum einen gegen die frustrierende Erkenntnis wirken, der Flotte als letztes Boot hinterherzusegeln, dient aber vor allem der Tarnung von Kurswechseln und der Positionierung zur Flotte. Man darf also gespannt sein, wo die Mannschaft steht, wenn sie wieder sichtbar wird.

Kurz vor dem Wechsel in den "unsichtbaren" Zustand erklärt "Turn the Tide on Plastic"-Skipperin Dee Caffari, warum Wolken einem Team helfen oder es schwer zurückwerfen können.

Dee Caffari erklärte in einer Nachricht von Bord: "Wir haben uns also entschieden, unsere auf dieser Etappe erlaubte 'Stealth-Mode'-Phase einzuläuten. Jedem Boot ist das einmal auf jeder Etappe für 24 Stunden erlaubt. Es mögen dafür noch andere Gelegenheiten kommen, zu denen das sinnvoll wäre. Aber wir können nicht in die Zukunft schauen und wollen die Möglichkeit jetzt nutzen. Ich weiß, dass dieses Konzept dafür entstanden ist, uns zu großen Entscheidungen und Kursänderungen zu ermutigen... Wir werden sehen und in der Zwischenzeit versuchen, schnell zu segeln und den Rückstand auf die Flotte zu verkürzen."

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Die Reaktion von Wachführerin und Steuerfrau Liz Wardley auf einen der frustrierenden Zwischenstände, die ihr Team auf der letzten Position vermeldete

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Hier gut sichtbar, doch bis heute Abend noch in "Stealth"-Modus unterwegs und in den Zwischenständen nicht zu erkennen: "Turn the Tide on Plastic" auf Etappe 2

Solange Dee Caffairs Team nun für insgesamt 24 Stunden "unsichtbar" ist und erstmals im Positionsreport am Freitagabend wieder zu sehen sein wird, hängt die offizielle Laterne des Schlusslichts zunächst im Heck von Sun Hugn Kai / Scallywag. David Witts Team unter der Flagge Hongkongs lag am Freitagvormittag rund 60 Seemeilen hinter Charles Caudreliers weiter souverän führendem Dongfeng Race Team. Auf Platz fünf hatte Bouwe Bekkings Team Brunel den zwischenzeitlich großen Abstand seiner Mannschaft auf 21,5 Seemeilen hinter den Spitzenreitern verkürzen können, segelt nun aber in der gleichen Spur wie die führenden Boote und hat vor möglichen weiteren Kursänderungen aktuell kaum Möglichkeiten, den Rückstand noch einmal drastisch zu verkürzen.

Die erste Etappe hat der Flotte eine ganze Reihe Herausforderungen entgegengeschleudert. Wie die Teams ihre Prüfungen bestanden und wo sie aktuell stehen

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Brunels Boss Bouwe Bekking steuert, die für das Segelinventar der Yacht verantwortliche Annie Lush ist an seiner Seite

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Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier und Carolijn Brouwer beraten sich

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Schlafen im Volvo Ocean Race ist meist nur ein kurzes und beengtes Vergnügen. Die meisten Seglerinnen und Segler können aber unter allen Umständen und sofort schlafen, weil sie so müde in die Koje kriechen. Auf Kurs Äquator wird es unter Deck nun aber zunehmend heiß und schwül – eine weitere Belastung

Etwa auf der Höhe der Kapverden ist die Flotte derzeit mit Geschwindigkeiten zwischen 11,9 Knoten (Sun Hung Kai / Scallwag) und 16 Knoten (Mapfre auf Platz zwei) gen Süden in Richtung Äquator unterwegs. Rund 4150 Seemeilen hatten die Top-Boote zu diesem Zeitpunkt noch bis in den Zielhafen Kapstadt zu absolvieren, wo sie zu Beginn der letzten November-Woche erwartet werden. Es ist damit zu rechnen, dass bald schon weitere Teams in den "Tarnkappen-Modus" wechseln werden, denn dieser Joker wird oft in den Doldrums gezogen, um dort große Gewinne oder Verluste vor der Konkurrenz zu verbergen.

Hier geht es zu den Zwischenständen

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Naturschauspiel auf Kurs Äquator

Tatjana Pokorny am 10.11.2017

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