Volvo Ocean Race

"Diese Etappe steckt voller extremer Möglichkeiten!"

Mit ganz unterschiedlichen Zielen sind die Crews in die Etappe nach Hongkong gestartet: Für die einen geht es um den Sieg, für andere um Befreiungsschläge

Tatjana Pokorny am 02.01.2018
Volvo Ocean Race 2017/2018
VOR/A. Sanchez

Es hat nicht lange gedauert, da lagen die vier in der Gesamtwertung führenden Boote auch in der Anfangsphase der vierten Etappe wieder vorn. Nicht ganz in der Reihenfolge wie im Klassement, doch der Trend bleibt zunächst bestehen: Vestas 11th Hour Racing, Spitzenreiter Mapfre, Team Brunel und Charles Caudreliers Dongfeng Race Team trennte – in dieser Reihenfolge – rund sechs Stunden nach dem Startschuss vor Melbourne nur eine Seemeile. Knapp vier und mehr Seemeilen dahinter bildeten Dee Caffaris "Turn the Tide on Plastic", David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag und das von Pech, Material- und Crew-Problemen gebeutelte niederländische Team AkzoNobel das Verfolger-Trio. Hier geht es zum Live-Tracker.

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Vestas vor Mapfre: So ging es zunächst in die vierte Etappe

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Zunächst wieder Schlusslicht: das gebeutelte Team AkzoNobel unter niederländischer Flagge

Dabei hatten sich ausgerechnet die Schlusslichter so viel für diese Etappe vorgenommen: Nach dem demoralisierenden dritten Abschnitt, den Simeon Tienponts Team nach Materialbruch auf dem letzten Rang beendet hatte, soll es mit AkzoNobel endlich aufwärts gehen. Als "Glücksfee" hatte das Team den australischen Olympiasieger Mack Horton in der Startphase und der ersten Stunde des Rennens mit an Bord. Der Ausnahmeschwimmer sagte der Mannschaft vor seinem beherzten Absprung in die aufgewühlten Fluten in der Victoria-Port-Phillips-Bucht: "Ich wünsche euch das Beste für den weiteren Verlauf des Rennens und hoffe, dass Ihr bald ein paar Podiumsplätze ersegeln könnt."

Was die Skipper über den Abschnitt von Melbourne nach Hongkong sagten: "Die stressigste Etappe!", "So technisch!", "Voller Möglichkeiten!"

Nach dem brutalen ersten Südpolarmeer-Abschnitt von Kapstadt nach Melbourne erwartet die Teams nun ein 6000 Seemeilen langer, technisch hochanspruchsvoller Abschnitt des Rennens. "Für mich der stressigste", sagte Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier. "Man kann sagen, dass ich mir für diese Etappe die meisten Sorgen mache. Sie ist sehr, sehr kompliziert." "Sie steckt voller möglicherweise extremer Möglichkeiten", sagt auch Mapfre-Skipper Xabi Fernandez, "wir müssen auf alles vorbereitet sein." Dee Caffari erklärt: "Das ist eine große Etappe! Da ist ein ganzer Wald von Inseln, die auf uns zukommen. Inseln und Riffe, von denen wir alle nie zuvor gehört haben."

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Charles Caudreliers Dongfeng Race Team in der Anfangsphase von Etappe 4

In diese vierte Etappe starteten die Teams mit so vielen Neuzugängen wie in keine andere zuvor. Nur die spanischen Gesamtführenden gingen ohne Veränderung in den spannenden Kursabschnitt, andere Teams aber schöpften ihre Möglichkeiten voll aus. So kommen insgesamt 19 Seglerinnen und Segler an Bord, die mindestens Etappe 3 nicht gesegelt haben. Darunter zwölf, die erstmals bei dieser 13. Auflage des Mannschaftsrennens um die Welt im Einsatz sind. 18 Aktive steigen aus oder pausieren. Nie vorher war im Volvo Ocean Race das Rotationsprinzip so intensiv angewendet worden. Geschuldet sind die intensiven Wechsel-Manöver unter anderem der zurückliegenden Southern-Ocean-Etappe, die mit ihren stürmischen Anteilen für eine ganze Reihe von Knochenbrüchen, Ermüdungsverletzungen und weiteren Blessuren gesorgt hatte.

VOR 2017/2018

Neuzugang Libby Greenhalgh ist als Navigatorin in David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag im Einsatz

Im Team Vestas 11th Hour Racing hat es einen Skipper-Wechsel gegeben, weil Charlie Enright aufgrund eines Krankheitsfalls in seiner Familie eine Etappe pausiert. Sein Freund und Projektpartner Mark Towill hat die Skipper-Position übernommen. "Ich weiß", sagte Enright, "dass unser Team mit Mark und Navigator Simon Fisher in den besten Händen ist." Das Dongfeng Race Team hat den verletzten Navigator Pascal Bidégorry durch den ehemaligen Rennsieger und America's-Cup-Skipper Franck Cammas ersetzt. An Bord von Bouwe Bekkings Team Brunel müssen sich gleich vier Neuzugänge einordnen: Der Amerikaner Rome Kirby, der Australier Sam Newton und der Däne Jens Dolmer kommen neu an Bord, ersetzen Louis Balcaen, Alberto Bolzan und den pausierenden America's-Cup-Star Peter Burling. Matchrace-Ass Sally Barkow kommt für die verletzte Annie Lush.

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Mit vier Neuzugängen in Etappe 4 gestartet: Bouwe Bekkings Team Brunel

Hier geht es zum detaillierten Überblick über die Crew-Wechsel und der Crew-Liste.

Tatjana Pokorny am 02.01.2018

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