Volvo Ocean Race

Albtraum im Southern Ocean: "jede Stunde eine Halse"

Der Southern Ocean fordert den Teams des Volvo Ocean Race alles ab. An Bord von AkzoNobel passierte Unglaubliches

Lars Bolle am 18.12.2017
Volvo Ocean Race
Ugo Fonolla/Volvo Ocean Race

Der aktuelle Rennstand

"Während der nächsten 30 Stunden werden wir mindestens jede Stunde eine Halse machen, es ist ein Albtraum", sagte Dongfengs Skipper Charles Caudrelier gestern, knapp vor Mapfre in Führung liegend. Die ständigen Manöver bringen die Crews an die Belastungsgrenze. Ein Halse erfordert alle. Die Freiwache wird geweckt und muss entweder an Deck, um das Manöver zu unterstützen, oder unten bleiben, um den gesamten beweglichen Ballast, wie die Segel, von einer Seite des Bootes auf die andere zu bringen. Für ein einziges Manöver sind bis zu 30 Minuten harte körperliche Arbeit nötig.

"Es ist kein Vergnügen", so Caudrelier weiter. "Sie müssen jedes Mal etwa 600 Kilogramm bewegen. Das Boot bewegt sich, du kannst nicht schlafen, es ist einfach schrecklich. Aber wir sind vor Mapfre, das ist gut."

Tageszusammenfassung mit Reparatur auf AkzoNobel

Der Grund für die häufigen Manöver ist eine besondere Konstellation aus Windrichtung und Kurslage. Das Dongfeng Race Team und Mapfre segeln im Zickzack in Ost-Südost-Richtung so nahe wie möglich an der südlichen Grenze der Rennstrecke, die von der Antarktis-Eisausschlusszone (AIEZ) gebildet wird, einer virtuellen Linie, um die Besatzungen von gefährlichen Eisbergen fernzuhalten. Im Norden ist weniger Wind wegen eines Hochdruckgebietes, je weiter sie dagegen südlich kommen, desto mehr Wind treibt sie an, führt sie aber auch vom direkten Kurs nach Melbourne weg.

Insgesamt hat sich das Feld wieder weiter zusammengeschoben, Dongfeng liegt nur fünf Seemeilen vor Mapfre, 24 Seemeilen dahinter Vestas, Brunel 66, Sun Hung Kai 77, Turn the Tide on Plastic 143.

Auch Team AkzoNobel ist wieder im Rennen. Nachdem sich die Mastschiene des Großsegels gelöst hatte, schien diese Etappe so gut wie vorbei zu sein. Doch der zweite Versuch einer Reparatur ist offenbar geglückt, was in Anbetracht der Bedingungen unglaublich scheint. In meterhohen Wellen und Wind zwischen 25 und 30 Knoten wurde die Mastschiene, eine Travellerschiene, unter Deck mit Kleber versehen, an Deck gebracht, auf den Mast geklebt, mit Tape und Tampen fixiert und brauchte 24 Stunden, um auszuhärten. Zuletzt berichtete das Team, dass das Großsegel wieder gesetzt sei und das Team 100 Prozent segeln könne. Prompt konnte es seinen Rückstand um 125 Seemeilen reduzieren.

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Lars Bolle am 18.12.2017

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