Vendée Globe

Gabart spürt schon die Doldrums

"Macif" wird im Schwachwindgürtel der ITC langsamer. Mike Golding und Jean Le Cam wechseln mehrmals die Plätze fünf und sechs

Andreas Fritsch am 15.01.2013
Gamesa

Kämpft um Platz 5: Mike Golding mit seiner "Gamesa"

Vielleicht ist es eine der letzten Gelegenheiten, auf die Armel Le Cléac’h hoffen kann, um den mittlerweile auf über 230 Seemeilen angewachsenen Rückstand zum Führenden noch einmal zu verringern. Sollte er eine bessere Doldrums-Passage erwischen, könnte er sich noch einmal in Schlagdistanz für den Zielsprint nach Les Sables bringen. Zurzeit ist François Gabart an der Spitze rund fünf Knoten langsamer unterwegs als sein engster Rivale, allerdings dürfte auch der bald in die flaueren Winde hineinsegeln.

Weiter hinten im Feld gab es dagegen einmal wieder einige Positionsveränderungen. Der Brite Mike Golding ("Gamesa") ging rechnerisch an Jean Le Cam ("Synerciel") vorbei, der sich für eine Route dichter unter dem südamerikanischen Festland entschieden hat, Golding segelt weiter östlich. Beide müssen ein Hoch umfahren, das ihren direkten Weg nach Norden blockiert. Golding wählte die Ost-Variante, Le Cam die westliche. Dadurch ging der Brite rechnerisch vorbei und liegt nun auf Platz fünf. Beim Ranking heute Mittag drehte sich der Spieß wieder um: Golding wurde langsamer, Le Cam zog vorbei. Wer die Nase wirklich vorn hat, zeigt sich erfahrungsgemäß aber erst kurz vor den Doldrums, wenn die Yachten wieder zusammenkommen.

Gamesa

Die Führenden auf den Weg in die Doldrums

Mike Golding hatte gestern in der Video-Konferenz gemutmaßt, dass Le Cam vielleicht ein Problem mit einem seiner Segel hätte, weil er deutlich schneller war, doch heute morgen waren beide wieder mit nahezu identischem Speed unterwegs. Le Cam ist bekannt dafür, dass er sich nicht gern in die Karten schauen lässt, er würde einen Defekt möglicherweise kaum zugeben.

Eingependelt hat sich auch wieder der Abstand zwischen dem Briten Alex Thomson ("Hugo Boss") und Jean-Pierre Dick (Paprec Virbac 3"). Nachdem der Franzose zeitweise auf Platz vier zurückfiel, setzte er sich wegen des besseren Windeinfallswinkel und mehr Brise weiter östlich wieder auf dem Podiumsplatz fest und hat mittlerweile rund 200 Meilen Vorsprung herausgesegelt. 

Gestern Nachmittag überholte außerdem der Spanier Javier Sanso ("Acciona") den Schweizer Dominique Wavre ("Mirabaud") und liegt nun auf Rang sieben.

Andreas Fritsch am 15.01.2013

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