Vendée Globe

Der Showdown naht: Thomson attackiert Le Cléac'h

Kommt es zum Final-Thriller zwischen Armel Le Cléac'h und Alex Thomson? Bis Sonntagabend hatte der Brite seinen Rückstand auf unter 100 Seemeilen reduziert

Tatjana Pokorny am 15.01.2017
Vendée Globe 2016
Lloyd Images/Vendée Globe

Alex Thomson im Endspurt angriffslustig

Für Spitzenreiter Armel Le Cléac'h sind nervöse Zeiten angebrochen. Seit Tagen schon wird er nachhaltig von seinem Verfolger Alex Thomson attackiert. Am Sonntagabend lag Thomson nur noch 95 Seemeilen hinter dem Bretonen. Seemeile für Seemeile verkürzt der "Boss" seinen Rückstand auf den "Schakal". "Eigentlich ist bei mir alles gut", hatte Armel Le Cléac'h in einem Interview grinsend gesagt, "wenn da nicht die flaue Wetterprognose wäre und das verdammte Stück Roastbeef in meinem Nacken säße." Mit Letzterem meinte Le Cléac'h scherzhaft seinen englischen Rivalen Thomson, den er früher schon einmal "Roastbeef-Rakete" genannt hatte.

Alex Thomson drückt das Gaspedal durch und kämpft: Rund 95 Seemeilen trennten den Briten am Sonntagabend noch vom französischen Spitzenreiter Armel Le Cléac'h. Thomson attackiert weiter und ließ per Video-Botschaft wissen, dass seine "Hugo Boss" der Ziellinie rasant näherkommt: "The boat is on fire!" Thomson selbst offenbar auch

Zwischen den beiden Skippern ist ein Duell entbrannt, das die Fans bis zum voraussichtlichen Zieldurchgang am Donnerstag in Atem halten könnte. Bei rund 1600 Seemeilen bis ins Ziel erschienen die 95 Seemeilen Vorsprung von Armel Le Cléac'h am Sonntagabend zwar nicht gerade wenig, doch angesichts komplizierter und "löchriger" Windbedingungen auf dem Weg nach Les Sables d'Olonne stellten sie auch kein sicheres Siegpolster dar.

Vendée Globe 2016

Von achtern rückt Alex Thomson auf "Hugo Boss" immer näher. Reicht es für Armel Le Cléac'h nach zwei zweiten Vendée-Plätzen mit "Banque Populaire VIII" dieses Mal zum Sieg?

Armel Le Cléac'h und Alex Thomson ringen nach gut 70 Tagen auf See mit aller verbliebener Energie um ihren jeweils ersten möglichen Sieg. Der Franzose hat die vergangenen beiden Auflagen als Zweiter beendet und schon vor dem Rennen unmissverständich klargestellt: "Alles andere als ein Sieg wäre für mich eine Niederlage." Auch Thomson, der in der Anfangsphase der achten Vendée-Auflage geführt hatte, will im vierten Anlauf endlich siegen und der erste Nicht-Franzose sein, der den "Mount Everest zur See" als Sieger stürmt. Worauf es ankommt, wissen beide Skipper nur zu gut: die richtige Wetterstrategie, eine gute Positionierung und eine sinnvolle Einteilung der physischen Reserven.

Noch blockiert ein Hochdruckgebiet den direkten Kurs der beiden Kontrahenten nach Les Sables d'Olonne. Es zieht aber langsam in Richtung des Englischen Kanals ab. Damit werden Le Cléac'h und Thomson in rund 36 Stunden Kurs auf den Zielhafen nehmen und ihr Verdrängungsrennen einläuten können. Es könnte zum Segel-Thriller werden.

Hugo Boss

"Hugo Boss" im Tiefflug. So wie auf diesem Bild wünscht sich Skipper Alex Thomson sein Boot für die finalen vier Tage bis ins Ziel

Tatjana Pokorny am 15.01.2017

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