Star Sailors League

Dennis Conner: "Diese Leistung sollte sie ins Finale führen"

Beim Finale der Star Sailors League rückten Philipp Buhl und Markus Koy im Traumrevier der Bahamas auf Platz 5 vor. Das beeindruckte sogar "Mr. America's Cup"

Tatjana Pokorny am 08.12.2017
SSL Finale 2017
SSL/Carlo Borlenghi

Philipp Buhl und Markus Koy jagen America's-Cup-Steuermann Francesco Bruni

Erschöpft, aber glücklich und auch ein wenig stolz: So lässt sich der Gemütszustand von Philipp Buhl und Markus Koy nach dem dritten Qualifikationstag im Finale der Star Sailors League in Kürze beschreiben. Der Sonthofener Steuermann und sein erfahrenerer Vorschoter segeln auf dem Starboot mit der Segelnummer GER 8442 weiter auf Augenhöhe mit den Besten der Welt aus unterschiedlichsten Disziplinen – und das bei Buhls Starboot-Premiere. Der Laser-Vizeweltmeister, der seine zweite Olympiateilnahme 2020 anstrebt, ist vor Nassau für den beruflich verhinderten Johannes Polgar im Einsatz. "Ein Platz in den Top Ten war das Ziel", so Buhl. "Dass wir nun nach acht Rennen Fünfte sind, macht uns wirklich glücklich." Die Galavorstellung des drittjüngsten Steuermanns in der mit Stars und Legenden besetzten Flotte und seines Vorschoters fiel auch dem prominenten Gast-Kommentator der Live-Übertragung auf. "Mr. America's Cup" Dennis Conner sagte über die Deutschen: "Diese Leistung sollte sie ins Finale führen."

Penaltys, Frühstarts und Weltklasse-Leistungen: Der dritte Qualifikationstag beim Finale der Star Sailors League hatte es in sich

Hinter den amerikanischen Spitzenreitern und Titelverteidigern Mark Mendelblatt und Brian Fatih (23 Punkte), dem brasilianischen Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt und Henry Boening (31 Punkte), dem dreimaligen italienischen Olympiateilnehmer und Starboot-Vizeweltmeister Diego Negri mit Sergio Lamberthengi (35 Punkte) und dem amerikanischen Volvo-Ocean-Race- und Louis-Vuitton-Cup-Gewinner Paul Cayard mit Phil Trinter liegen Philipp Buhl und Markus Koy mit 49 Punkten auf Platz fünf. Damit haben der Allgäuer und der Hamburger vom Norddeutschen Regatta Verein den Grundstein für den Einzug in die finalen K.-o-Runden am Samstag bereits gelegt. Eine solide Leistung ohne große Patzer am letzten Qualifikationstag würde zur Teilnahme an der Runde der besten zehn Teams reichen. 

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Am "italienischen Tag" der Qualifikationsrunde setzten sich Francesco Bruni und Nando Collanino nicht nur mit Rang vier und einem Rennsieg auffallend in Szene

Der fünfmalige olympische Medaillengewinner Robert Scheidt, im Laser erst Vorbild und später Gegner des aufstrebenden Philipp Buhl bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, erklärte, warum ein Segler wie Buhl beim ersten Einsatz seiner Karriere auf einem Starboot so gut sein kann: "Die Laserklasse ist extrem stark, der Wettkampf brutal. Ich empfinde es als Ehre, dass Philipp hier in diesem Feld mit dabei ist und wünsche ihm Glück." Buhl selbst sagte lächelnd: "Ich habe für diese Einladung einige Pläne ändern müssen, bedaure das aber nicht. Es ist eine riesige Ehre, gegen all die Legenden hier antreten zu dürfen. Diese Erfahrung wird mir auch für die Laser-Kampagne etwas bringen, die bei mir bis 2020 klar die Nummer eins ist."

Buhl profitiert neben seinem Talent und seiner schnellen Auffassungsgabe vom großen Erfahrungsschatz seines Vorschoters, der am Donnerstag nach den Wettfahrten sagte: "Ich bin heute wirklich erschöpft." Das war vor allem geistig gemeint, denn Koy muss an der Seite des Starboot-Lehrlings Buhl sehr viel mehr leisten und mehr Aufgaben übernehmen als sonst. "Auf diese Weise ermöglicht er mir die Konzentration aufs schnelle Steuern und ein gutes Gefühl für das Boot zu entwickeln", erklärt Buhl in Nassau. "Markus sagt eigentlich alles an: ob höher oder tiefer, wo die Gegner sind, die Bootseinstellungen, die Neigungen. Der macht einfach einen Riesenjob."

Auch der Überlinger Hubert Merkelbach konnte am Donnerstag mit seinem brasilianischen Vorschoter Arthur Lopes gute Ergebnisse erkämpfen. Der einzige Steuermann mit Amateur-Status in der Starflotte hatte sich als Neunter der Jahresrangliste für das Finale der Star Sailors League qualifiziert. Mit den Rängen 8 und 13 rückte das Duo auf Platz 18 vor. Der WM-Fünfte dieses Jahres sagte in Nassau: "Die Konkurrenz hier ist brutal. Vor allem die olympischen Segler beherrschen das taktische Segeln in kleinen Flotten sehr gut."

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Konnten sich am dritten Tag der Qualifikation mit den Rängen 8 und 13 deutlich verbessern: Hubert Merkelbach und Arthur Lopes

Mit etwas weniger Fortune als an den Vortagen war Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen mit Starboot-Neueinsteiger Paul Goodison am Donnerstag unterwegs. Der britische Laser-Olympiasieger und zweimalige Motten-Weltmeister und sein versierter Berliner Vorschoter lagen vor dem letzten Qualifikationstag auf Platz 10, müssen am Freitag kämpfen, um den Cut zu überstehen. Frithjof Kleen erheiterte bei der Pressekonferenz die Zuhörer mit seiner Antwort auf die Frage nach der Herausforderung, mit einem Starboot-Neuling zu segeln: "In einem Moment sage ich ihm, wie absolut großartig er ist. Fünf Minuten später bereue ich meine Worte."

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Mit viel Licht, aber auch Schatten unterwegs: Starboot-Weltmeister Frithjof Kleen mit dem zweimaligen Motten-Weltmeister und Laser-Olympiasieger Paul Goodison, der wie Philipp Buhl als eingeladener "VIP"-Segler die erste Starboot-Regatta seines Lebens bestreitet

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Hubert Merkelbach und Arthur Lopes im Einsatz vor Nassau

Tatjana Pokorny am 08.12.2017

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