Starboot-WM

Stanjek: "Unsere Zeit kommt jetzt"

Robert Scheidt gewinnt seinen zweiten goldenen Stern in Folge. Stanjek/Kleen werden Elfte und freuen sich auf den olympischen Countdown

Tatjana Pokorny am 12.05.2012
Robert Stanjek und Frithjof Kleen

Im Starboot zu den Olympischen Spielen: Robert Stanjek und Frithjof Kleen

Robert Scheidt

Robert der Große – Starboot-Weltmeister 2012

Zehn Wochen vor dem ersten olympischen Startschuss haben sich bei der Starboot-Weltmeisterschaft vor Hyères die beiden Giganten der traditionsreichen Kielbootklasse erneut ein furioses Duell um den goldenen Stern geliefert. Weltmeister wurden zum zweiten Mal in Folge Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt und Bruno Prada aus Brasilien knapp vor Doppel-Olympiasieger Iain Percy und Andrew Simpson. Die Brasilianer blieben zwar ohne Tagessieg, legten aber die konstantere Serie hin. Zwei Punkte Vorsprung vor den Briten reichten zum Triumph.

Für eine Überraschung im Feld der 72 Starter aus 28 Nationen sorgten die Dänen Michael Hestbæk und Claus Olesen, die nach nur sechs langen Rennen an sechs Tagen auf den dritten Podiumsplatz segelten und sich damit ihr Olympiaticket sicherten. Außerdem lösten die Teams aus Neuseeland, Griechenland und Kroatien ihre Starboot-Fahrkarte nach Weymouth, die Hans Spitzauer und Gerd Habermüller aus Österreich um nur zwei Punkte schmerzlich knapp verpassten. Ausgeschieden im Kampf um einen von nur 16 olympischen Startplätzen im Starboot sind so namhafte Steuerleute wie Diego Negri aus Italien und der Spanier Fernando Echavarri. „Es ist krass zu sehen, wer da jetzt zu Hause bleiben muss“, sagte Steuermann Robert Stanjek.

Sorgen um den Startplatz bei den Olympischen Spielen mussten sich die als Vize-Weltmeister nach Frankreich gereisten Robert Stanjek und Frithjof Kleen nicht mehr machen – den hatten sich die deutschen Segler des Jahres mit herausragender Leistung bereits im Dezember verdient. Und sie hätten den Startplatz auch bei dieser WM mit ihrem elften Platz noch erobert.

Dem Berliner Duo gelang jedoch keine Top-Fünf-Platzierung. Entsprechend verpassten die deutschen Olympiastarter einen Platz in den Top Ten. Dennoch zog Stanjek optimistisch Bilanz. „Der elfte Platz geht in Ordnung. Dafür muss man sich in einem solchen Feld nicht rechtfertigen. Revier und Bedingungen waren sehr schwer zu lesen – typisch Mittelmeer. Wer wie wir eher konservativ in die Wettfahrten gegangen ist, konnte nur schwerlich einen Blumentopf gewinnen. Mir hat es Spaß gemacht, mit Frithjof zu segeln, und die Mittelmeerserien sind nun beendet“, sagte Robert Stanjek nach den Titelkämpfen. „Unsere Zeit kommt jetzt mit dem Weltcup im Olympiarevier, Medemblik und den Olympischen Spielen.“

Johannes Polgar und Markus Koy ersegelten vor Hyères Platz 16. Für Furore sorgten am Finaltag Hubert Merkelbach und Nils Hollweg, die ihre sechstägige „Achterbahnfahrt“ mit einem Tagessieg beendeten (32, 46, DSQ, 5, 60, 1).

Tatjana Pokorny am 12.05.2012

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