Segeln olympisch

Bug an Bug in den Goldflotten-Krimi

29.03.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: Lars Wehrmann/ASTG, Pedro Martinez/Sailing Energy/Sofía, Jesus Renedo/Sailing Energy/Sofía - Der deutsche 49er-Krimi geht nach dem Vorspiel in die Hauptrunde: Die Rivalen um das Rio-Ticket starten als Vierte und Fünfte in Tag drei

ASTG
Fotograf: © Lars Wehrmann/ASTG

Glauben an ihre Rio-Chance: Justus Schmidt und Max Boehme im 49er

Spannender könnte die Hauptrunde für die beiden deutschen Crews im Kampf um das Rio-Ticket kaum beginnen: Erik Heil und Thomas Plößel liegen vor Beginn der dreitägigen Hauptrunde auf Platz vier, die Europameister Justus Schmidt und Max Boehme direkt dahinter auf Platz fünf. In der Goldflotte treffen die befreundeten Sparringspartner nach der Vorrunde in getrennten Gruppen nun erstmals direkt aufeinander.

Maximal neun Wettfahrten haben sie bis zum Medaillenrennen am 2. April noch zu absolvieren. Für Heil/Plößel vom Norddeutschen Regatta Verein geht es darum, ihre vier Punkte Vorsprung aus den ersten beiden Ausscheidungsregatten im Kampf um die Olympiafahrkarte zu verteidigen. Schmidt/Boehme müssen beim spanischen Regattaklassiker Trofeo Princesa Sofía ihren Rückstand egalisieren und überholen, wollen sie im August vor Rio de Janeiro für Deutschland um eine Medaille kämpfen.

Mit entsprechend unterschiedlicher Taktik starten die beiden besten 49er-Mannschaften des Audi Sailing Team Germany in die Endrunde, in der es um nichts weniger als den großen Karrierehöhepunkt Olympia geht. Heil/Plößel müssen kein Top-Ergebnis einfahren, sondern vor allem aufpassen, dass der Abstand zwischen ihnen und Schmidt/Boehme klein bleibt. Schmidt/Boehme müssen angreifen, mit ihrem neuen Boot weiterhin so schnell segeln wie in der Vorrunde und sich einen Vorsprung erarbeiten. Die Aufgabe ist schwer, das weiß Steuermann Justus Schmidt vom Kieler Yacht-Club: "Vier Punkte sind mehr, als es klingt. Doch wir glauben an unsere Chance." Was in der Goldflotte anders sein wird als in den geteilten Vorrundengruppen? Schmidt bringt es auf den Punkt: "Die Konzentration von Top-Seglern ist höher, die Luft wird dünner, der Raum für Fehler sehr klein."

Die Antworten auf alles, was Sie sich zur neuen olympischen Mixed-Katamaran-Klasse noch nie zu fragen trauten. Ein heiterer Video-Beitrag des TV-Teams bei der Trofeo Princesa Sofía.

Parallel zum Goldflotten-Krimi der 49er-Crews sorgten am Dienstag nach Ostern weitere deutsche Mannschaften für gute Ergebnisse: Die "German Wonder Kids" Paul Kohlhoff und Carolina Werner vom Kieler Yacht-Club mischen weiter munter in der Weltspitze mit, liegen in spanischen Gewässern hinter den französischen Weltmeistern und Olympia-Favoriten Billy Besson und Marie Riou auf Platz zwei. Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann vom Flensburger Segel-Club sind nach sechs Wettfahrten Neunte. Bei den 470er-Frauen haben sich Annika Bochmann und Marlene Steinherr vom Verein Seglerhaus am Wannsee mit einem Wettfahrtsieg und Rang vier auf Platz drei vorgeschoben. RS:X-Surfer Toni Wilhelm aus Dogern verbesserte sich auf Platz sechs. Ferdi Gerz und Oliver Szymanski fielen im 470er auf Platz 12 zurück, während es für die 49erFX-Frauen aufwärts ging: Victoria Jurczok und Anika Lorenz vom Verein Seglerhaus am Wannsee sind Fünfte, Tina Lutz und Susann Beucke Siebte.

Nacra-17-Flotte vor Palma de Mallorca
Fotograf: © Pedro Martinez/Sailing Energy/Sofía

Die Nacra-17-Flotte vor der Kulisse von Palma de Mallorca

Mathew Belcher/Will Ryan
Fotograf: © Jesus Renedo/Sailing Energy/Sofía

Im 470er liegt Olympiasieger und Weltmeister Mathew Belcher mit Will Ryan in Führung

ASTG
Fotograf: © Lars Wehrmann/ASTG

Segeln mit 20 Punkten Vorsprung vor Tina Lutz und Susann Beucke auf Kurs Rio: Victoria Jurczok und Anika Lorenz

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