Regatta-News

Transat 6.50: Endlich unterwegs

Nach spontaner zweitägiger Startverschiebung sind 87 Minis auf erste Etappe Richtung Madeira gegangen

Matthias Beilken am 18.09.2007

Sie haben rund 1.000 Meilen vor den Steven. Unter Spi führen wie erwartet Favoriten. Einer von ihnen, der Slowene Andrez Mihelin, ist jedoch mit einem Zuschauerboot kollidiert.

Zwei Tage weiterer Zwangsaufenthalt in La Rochelle waren für die Teilnehmer nervig genug. Aber jetzt heißt das Ziel Madeira. Früher als erwartet ging es für die nur sechseinhalb Meter langen Bötchen auf die Reise, eigentlich hatte es "Start nicht vor Mittwoch" von offizieller Seite geheißen. Grund für die Verschiebung war das Wetter, oder besser die Wetterentwicklung. Denn die Sonntag anstatt des Starts die hastig ins Programm genommene Vorregatta ("Prologue") musste abgebrochen werden – wegen Flaute, nicht wegen Sturm. Denn eine Störung, die zu heftigstem Wind und wahrscheinlich unsegelbaren Bedingungen bei Kap Finisterre führen würde, war lediglich in Sicht, aber noch nicht da.

Bei Traumbedingungen, bei etwa drei Beaufort aus Nordost, legten Favoriten erwartungsgemäß sehr hohe Geschwindigkeiten unter Spinnaker vor. Favorit Adrien Hardy war mit seinber Flügelmast-"Brossard" der erste, der die Luvtonne erreichte. Die Geschwindigkeiten der vorderen hochgerechnet, könnten einige Minis das rund 1.000 Meilen entfernte Madeira in weniger als sechs Tagen erreichen.

Der Slowene Andrez Mihelin wird wohl nicht zu denen zählen. Denn nach der Kollision mit einem Zuschauerboot scheint das Boot des Favoriten derart schwer beschädigt, dass es nicht mitrasen kann. Das Steckschwert an Steuerbord scheint zerstört worden zu sein.

Das Rennen ist noch jung und vielleicht bessern die Veranstalter deren Seite www.transat650.org ja noch nach. Aber zur Zeit ist es noch schwierig bis unmöglich, die Positionen der Boote zu verfolgen. Wer dennoch neugierig ist, kann auf die Seite des Deutschen Teilnehmers Henrik Masekowitz klicken (www.mini650.de). Dort finden sich die Positionen seiner "Beijamar", die von einem der wenigen "Privattracker" im Rennen geliefert werden.

Wer noch intensiver mitfiebern will, kann virtuell selbst das Rennen segeln. Denn Routingspezi Christian "Eddie" Dost, selbst Minisegler und zum Start vor Ort, hat der beliebten Seite www.oceanvirtuel.com das "Minitransat" als weitere Option angedient: Mit echten Wetterdaten und einem von Dost modifizierten Geschwindigkeitsdiagramm (VPP) eines Serienminis können die echten Freaks jetzt offiziell ein virtuelles Boot auf dem Monitor über den Atlantik jagen.

Aber Achtung: Häufig nachts wachen, Segel wechseln, das Wetter analysieren und neue Kurse programmieren zählt bei diesem Spiel zu den Regeln – genau, wie beim Transat selbst.

Matthias Beilken am 18.09.2007

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online