Regatta-News

Transat 6.50: Äquator voraus für Turbo-Joschke

Deutschfranzösin offensichtlich eher an der "Linie" als Masekowitz

Matthias Beilken am 22.10.2007

Alle drei aus Deutscher Sicht interessanten Teilnehmer halten sich zufälig im selben Seegebiet auf. In dieser internen Regatta, die Masekowitz bisher angeführt hat, dürfte Joschke die Spitze übernehmen.

Zwar haben Masekowitz und Joschke, die ja streng genommen in verschiedenen Klassen segeln, noch rund 1000 Meilen vor den Steven — der führende Yves Le Blevec mit "Actual Interim" nur noch etwas mehr als 300 — aber einen wichtigen Meilenstein direkt voraus: Den Äquator. Tagelang sah es aus, als ob Masekowitz als Erster des Trios Joschke/Masekowitz/Zürrer die Südhalbkugel erreichen würde. Im Moment hat Joschke jedoch einen Vorsprung von 15 Meilen. Nichtsdestotrotz sorechen wir von einem Dreikampf im Mittelfeld. Masekowitz segelt auf Platz 17 im Serienboot-Feld und auf Platz 40 insgesamt. 43 Serienboote sind gestartet. Die Favoritin Joschke belegt derzeit Platz 21 im Protofeld, am Start waren 45. Die beiden segeln rund 655 Meilen hinter dem Führenden. Dominik Zürrer aus Bonn belegt derzeit Platz 30 im Serienbootfeld.

Die Teilnehmer der Mini-Regatta dürften jedoch von ihrem kleinen internen Wettstreit nichts wissen. Denn ein Merkmal der Klasse ist, dass die Boote in totaler Isolation segeln. Auf keiner anderen internationalen Regatta ist das mehr so. Die Nicht-Kommunikation entspricht dem "Mini Spirit", der fast nicht zulässt, was Geld kostet. Kein Satellitentelefon, keine Kurzwelle. Nur das UKW-Gerät kann gezielt Informationen versenden und empfangen. Jedoch befindet sich bei Ozeanregatten von Minis normalerweise niemand in Reichweite. Eine Kommunikation mit dem Land ist nicht möglich. Routing, Versenden von Wetterkarten? Ist nicht. Der "Guide Mini", Regelwerk der Minis mit uneingeschränkter Gültigkeit, schreibt jedoch einen Kurzwellenempfänger vor. Und während der Regatten gibt es eine spezielle Rundfunksendung, die für alle bestimmte Informationen wie einen Wetterbereicht enthält. Dass die Moderatoren der Sendung jedoch Längen- und Breitenkoordinaten von 87 Teilnehmern herunterbeten, ist unwahrscheinlich. Zumindest mitten im Feld wissen die Teilnehmer nur selten, wo genau sie sich im Bezug auf anderer Boote befinden. Deswegen dürften Zürrer, Masekowitz und Joschke nichts von der relativen Nähe zueinander ahnen.

Jedoch ist es wahrscheinlich, dass sich die beiden Favoriten Isabelle Joschke und Samuel Manuard der Nähe bewusst sind. Denn sie können sich wahrscheinlich sehen, segeln Kopf an Kopf. Laut Positionsliste trennt sie nur eine Meile von einander. Beide segeln sie schnelle Boote und beide haben sie einen gewaltigen Rückstand auf zu holen. Und für beide wird selbst halsbrecherische Geschwindigkeit dafür nicht mehr ausreichen, denn immerhin ist der führende Yves Le Blevec fast in Brasilien. Manuard musste mit seiner brandneuen, selbst gezeichneten "Sitting Bull" fast zeitgleich mit Joschke einen technischen Stopp in Mindelo auf den Kapverden einlegen. Fast aus gleichem Grund: Bei "Sitting Bull" musste die Oberkante des Stevens, die neuer "Degremont-Synergie" lediglich Gelenk un Bolzen ausgetauscht werden.

Matthias Beilken am 22.10.2007

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