Jules Verne Trophy

Speed-Fest für Boris Herrmann

Die Idec-Crew um Skipper Francis Joyon wählt im Südatlantik den weiten Weg nach Nordost – und freut sich auf schnelle Raumschots-Feiertage

Jochen Rieker am 23.12.2015
Idec Sport am Kap Hoorn

Boris Herrmann. Ruhe am Kap Hoorn, aber Hochgeschwindigkeitssegeln ab Heiligabend

Der Kurs auf dem Tracker zeigte es bereits an. Jetzt hat Boris Herrmann die Taktik von "Idec" im Südalantik bestätigt. Vor kurzem mailte er an die YACHT: 

»Wir haben das Kap hinter uns in der gleichen Zeit wie "Banque Poulaire V" (der aktuelle Rekordhalter bei seiner Fahrt 2011 – die Red.). Das ist schon mal super. Jetzt wirds eng nach vorne raus, aber abgerechnet wird, wie Timmy Kröger ja sagt, im Ziel.

Wir haben uns für die rein rechnerisch etwas langsamere Variante einer weiten Ostkurve raumschots entschieden, also auch für uns Feiertage. Die Alternative wäre gewesen: 9 Tage am Wind.

Beide Varianten 9 Tage zum Äquator, also knapp.«

Idec Sport am Kap Hoorn

Standorte von "Idec" und "Spindrift 2" am Mittwochabend

Auch auf der derzeit mehr als 250 Meilen weiter nördlich segelnden  "Spindrift 2" spricht die Crew von einer kniffligen Situation. "Es ist angespannt", mailten Dona Bertarelli, Yann Guichard und ihre 12 Teammitglieder soeben.

"Spindrift 2" hangelte sich in einem Zickzack-Kurs langsam nordwärts und wird wohl näher an der südamerikanischen Küste bleiben. Ein kürzerer, aber nicht zwingend schnellerer Kurs, da ein Hoch vor ihren Bügen die Taktik sehr erschwert – wie heute schon den ganzen Tag. Hier noch einmal im Rückblick das wundervoll elegische Video über die Kap-Hoorn-Rundung von "Spindrift 2" – unbedingt sehenswert!

Weihnachten soll zwar für beide Boote schnelle Ritte bringen, danach aber sieht die Wettersituation zumindest derzeit wieder sehr komplex aus. Wenn also etwas sicher ist in diesem Matchrace um die Welt, dann dies: Die Festtage über wird es spannend bleiben.

Idec Sport am Kap Hoorn

Raumschots-Festtage voraus. "Idec"-Crew 

Bemerkenswert nach wie vor, wie dicht "Idec" am Rekord und an "Spindrift 2" bis hier segelt, da die Crew nicht eimal halb so groß und das Boot kürzer und insbesondere bei leichteren Bedingungen auch langsamer ist. Da passt der Hochgeschwindigkeits-Plan gut ins Konzept, ebenso wie der neue Spitzname, den Francis Joyon der "Idec Sport" verpasst hat: "30 Knoten oder nichts". Damit spielt er auf die Stärke der ehemaligen "Groupama3" oberhalb von 25 Knoten Wind an. Wegen des etwas kürzeren Riggs und dem hohen aufrichtenden Moment des Trimarans lässt er sich relativ leicht am Limit bewegen.

Die Hochachtung, die dem Projekt in Fachkreisen mehr und mehr entgegengebracht wird, reichen Francis Joyon, Boris Herrmann und ihren Mitstreitern allerdings nicht. Sie wollen eine neue Bestzeit in Ouessant.

Noch sind es gut 7000 Seemeilen bis dahin.   

Jochen Rieker am 23.12.2015

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