Rekordfahrt

Schafft Maserati neues Rekord-Etmal?

Giovanni Soldini und Boris Herrmann wollen mit Maserati einen neuen 24-Stunden-Rekord vorlegen und dabei 600 Meilen übertreffen

Dieter Loibner am 08.03.2012
Maserati 24-Stunden Rekordversuch

Aufgemotzt und abgespeckt. Maserati, die ehemalige Ericsson 3, soll nun ihrem Schwesterschiff den 24-Stunden Rekord abjagen

„Bin in Charleston angekommen”, bloggte Herrmann. „Machen uns bereit für einen Rekordversuch am Freitag, ein paar Hundert Meilen nördlich. Es wird ein langer 3000-Meilen Trip über Bermuda zurück nach Miami. Drücke Daumen, damit das Timing mit der zu erwartenden Kaltfront passt, (aber) der Seegang macht Sorgen.” Das ist aus zweierlei Gründen verständlich. Erstens ist Herrmann als Navigator der „Go-to-Guy" derjenige, der sagt, wann es losgehen und wohin gesegelt werden soll. Zweitens braucht ein neuer Rekord wirklich optimale Bedingungen, denn dafür müssten praktisch 600 Meilen oder rund 1106 Kilometer in 24 Stunden gesegelt werden. Das entspricht einer Autofahrt von Hamburg nach Mailand.

Genau 596.6 Seemeilen lautet zur Zeit das Top-Etmal, das die Volvo Ocean 70 Ericsson 4 im Oktober 2008, im Rahmen der ersten Etappe des Volvo Ocean Race schaffte. Das entspricht einem robusten Schnitt von fast 26 Knoten. Zum Vergleich: Der absolute Distanzrekord eines segelbetriebenen Fahrzeugs gehört dem Trimaran Banque Populaire V, der 2009 innerhalb von 24 Stunden 908.2 Seemeilen (rund 1682 km) bei einem Schnitt von 37.84 Knoten zurückgeleget hat.

Angesichts des Fanatismus für neue Geschwindigkeits- und Distanzrekorde ist es aber doch erstaunlich, dass eine Marke von 2008 noch Bestand haben kann. Aber damit soll nun Schluss sein. Mit dem optimierten VO 70 Maserati, der früher mal Ericsson 3 hieß und damit das etwas ältere Schwesterschiff der Ericsson 4 ist, wollen Soldini und Kollegen diesen Distanzrekord verbessern. Gestern verließ Maserati den Hafen von Charleston, South Carolina, in Richtung Cape Hatteras, um ein Tiefdruckgebiet zu erreichen, dessen Winde einen Rekordversuch begünstigen sollen. Am Freitag soll laut Wetterprognose eine Kaltfront durchziehen und genug Wind mit sich bringen, um einen Angriff auf die magische 600-Meilen Schallmauer zu wagen.

Maserati 24-Stunden Rekordversuch

Navigator Herrmann (l.) und Skipper Soldini hoffen auf ideale Verhältnisse und einen neuen Monohull-Rekord

„Bis jetzt hatten wir weniger Wind als erwartet, aber ärgerlich hohe Wellen,” textete Soldini von Bord. „Es ist kritisch, schnell 38 Grad Nord und 71 Grad West zu erreichen, wo wir auf die Kaltfront warten werden, die am Freitag eintreffen soll. Sobald genug Wind herrscht, geht’s los. Dabei ist das Timing extrem wichtig, also jene Zeit zu erwischen, in der der Wind zunimmt, die See aber noch ruhig ist.”

Der Rekordversuch mit Live-Tracking  und Herrmanns Facebook-Seite.

Bilder aus dem Cockpit während der Fahrt von Cadiz nach San Salvador

 

 

Dieter Loibner am 08.03.2012

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