Regatta-News

Nordseewoche: Maxis und Minis vor Helgoland

Erstmals segeln zwei deutsche Maxi-Racer vor Helgoland gegeneinander. Mini-Transat-Segler sorgen in eigener Klasse für Premiere.

Matthias Beilken am 03.05.2007

Mit Flaute wie vor Valencia ist kaum zu rechnen. Viel Action und perfekte Bedingungen für Segler und Zuschauer sind daher programmiert, wenn zu Pfingsten rund 150 Regattayachten die Insel Helgoland ansteuern.

Mit Spannung wird das Debüt des Maxi-Racer „Calypso“ erwartet, der zur
Nordseewoche 2007 erstmals in deutschen Gewässern startet. Ganz frisch haben die Hamburger Bernd Jörg und Gerd Clausen die Yacht nach Deutschland importiert. „Calypso“ wurde 1998 als 68-Fußer gebaut, aber später vorne und hinten etwas verlängert „mit kleinen Schönheitsoperationen wie bei einem Filmstar“, wie Gerd Clausen sagt. Die jetzt 83 Fuß (25 Meter) lange Yacht konnte als „Wild Thing“ bereits Erfolge bei Offshore-Regatten in Australien ersegeln. Mit der „Calypso“ bekommt die 26 Meter lange „UCA“ von Ex-Arbeitgeberpräsident Klaus Murmann Gesellschaft in der Kategorie der ganz großen Yachten. Mit Spannung wird das Duell der Giganten erwartet, wenngleich die frisch gebackenen „Calypso“-Eigner die Erwartungen für den Anfang nicht zu hoch schrauben wollen. „Wir haben das Schiff erst im Dezember bekommen und bisher kaum Zeit gehabt zu trainieren. Die 'UCA' Crew ist dagegen gut eingespielt und kennt ihr Boot seit Jahren“, sagt Clausen. Er wird zur Nordseewoche die Kurzstrecken mit etwa acht Crewmitgliedern segeln. Bernd Jörg, der als Organisationsleiter der Nordseewoche über Pfingsten noch alle Hände voll zu tun hat, übernimmt dann zur Langstrecke das Ruder.

„Zum 20. Jubiläum ist das Interesse an der Langstrecke Helgoland-Edinburgh besonders groß“, sagt Marcus Boehlich von der Regattagemeinschaft Nordseewoche. Jeweils im Wechsel mit dem Pantaenius Rund Skagen Race wird die Wettfahrt nach Schottland alle zwei Jahre ausgeschrieben. Im Ziel richtet der Royal Forth Yacht Club (RFYC) als Gastgeber eine „Scottish Night“ mit Barbecue und Musik aus. Und die Crew der „UCA“ will auf dem Weg nach Edinburgh richtig Gas geben. Murmann und sein 17-köpfiges Team haben sich klar vorgenommen, die etwa 400 Seemeilen in Rekordzeit zu segeln. Es gilt dabei, die Zeit von Norbert Plambeck und seiner „Hexe“ zu unterbieten. Mit seiner Baltic 51 kam Plambeck im Jahr 2003 bereits nach 47 Stunden und 14 Minuten ins Ziel vor Schottland.

Ganz besondere Aufmerksamkeit wird auch den kleinsten Yachten vor Helgoland zuteil werden. Denn erstmals sind in diesem Jahr die Mini-Transat-Segler zur Nordseewoche als eigene Klasse am Start. Die nur 6,50 Meter langen Boote mit den Typenbezeichnungen TipTop, Pogo 1, Pogo 2 oder Zero und Co sind echte Hochseeyachten, wenn auch für nur ein bis zwei Crewmitglieder ausgelegt. Sie gelten als die Nachwuchsklasse der Einhandsegler und dienten schon so bekannten Seglern wie Ellen MacArthur, Isabelle Autissier und Jean Luc Van Den Heede als Einstieg in die Profikarriere. Einige der deutschen Mini-Segler bereiten sich während der Nordseewoche auf das im September startende Transat 6.50 ("Minitransat") von Frankreich nach Brasilien vor. So Henrik Masekowitz aus Hamburg, der mit seinem blauen Tip Top "Beijamar" gleich nach der Nordseewoche auf eigenem Kiel Richtung Frankreich absegelt , oder Dominik Zürrer, der mit seinem roten Pogo 1 "Ubik" extra für die Norseewoche aus der Gegenrichtung kommt. Der dritte Starter mit deutschen Wurzeln, kommt nicht. Denn erstens handelt es sich um eine Frau, und zweitens hat Isabelle Joschke, die in der Bretagne wohnt, mit ihrem neuen Einzelbau gerade sensationell die französische Transat-Vorregatta Mini Pavois gewonnen (45 Teilnehmer, 550 Seemeilen). Ihr Sieg dort kam einem Husarenritt über die Biskaya gleich — wahrscheinlich schläft sie jetzt bis nach Pfingsten durch.

Als neuer Partner der Nordseewoche ist Cuxport mit ins Boot gestiegen und hat auch der Zubringerregatta von Cuxhaven nach Helgoland einen neuen Namen gegeben: ab sofort wird am Pfingstsamstag der Cuxport-Cup gesegelt. Und noch eine Neuerung hält in diesem Jahr Einzug. „Die hanseboot ist seit zwölf Jahren der traditionelle Partner der Nordseewoche. Als Hauptsponsor haben wir unser Engagement in diesem Jahr noch einmal erweitert und zeigen diese enge Kooperation mit dem neuen Namen „hanseboot Acht“ für die anspruchsvolle Hochseeregatta rund um Helgoland (ehemals Helgoländer Acht)“, sagt Projektleiter Martin Greve. „Und das soll natürlich auch weiterhin gefeiert werden: mit der traditionellen hanseboot-Party am Samstagabend“, so Greve.Erstmals wird unter den Teilnehmern der Nordseewoche in diesem Jahr auch einGesamtsieger ermittelt. Der Nordsee-Cup geht an den punktbesten IMS-Teilnehmer aus den Zubringerregatten der Nordseewoche, des BHF-Bank-Cup-Rund.

Matthias Beilken am 03.05.2007

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