Open 5

Neue Regattaserie für Kleinstkreuzer

Die Micro-KV ruft eine klassenübergreifende Binnenmeisterschaft für Eigner von Booten zwischen fünf und sechs Meter Länge ins Leben

Lars Bolle am 19.02.2016
Kleinkreuzervergleich

Mit unterschiedlichsten Kleinkreuzern, wie hier beim YACHT-Test 2013, können ab sofort gemeinsam Regatten gesegelt werden

"Es ist erst einmal nicht mehr als eine Idee", sagt Francis Marx, Vorsitzender der deutschen Micro-Klassenvereinigung gegenüber YACHT online. Er möchte möglichst viele Boote zwischen fünf und sechs Meter Rumpflänge in gemeinsamen Regatten in Deutschland zusammenführen. Vorbild ist die französische Intersérie der Croiseurs Légers, eine Binnenserie für "Leichtkreuzer", die in einer Binnenmeisterschaft mündet und bei deren regionalen Regatten 60 bis 70 Boote an den Start gehen.

"Unsere Micro-Klassenvereinigung bleibt seit Jahren bei etwa 20 bis 25 Booten stehen, auch andere Klassenvereinigungen wie Seascape oder Varianta 18 kommen nicht über ein Entwicklungsstadium hinaus", so Marx. Die Folge seien Klassenregatten mit sieben bis acht Booten. "Wir sind ja alle vor allem Segler und wollen gern in großen Feldern Regatten segeln und trainieren", sagt Marx.

Diese Felder sollen sich aus Booten wie Microcupper, Varianta18/Dehler18, Seascape 18, FarEast18, I550, Sailart 19, Jumper 19, Zagle 500, Sympathy600 oder Sixfor4 zusammensetzen (eine Bootstypenliste gibt es auf der neuen Webseite) und unter dem Begriff Open 5 zusammengefasst werden. Um den Start zu erleichtern, wird der bestehende Microcupper-Regattakalender geöffnet. Laut Marx kooperiert die Varianta18-Klasse schon, andere Klassenvereinigungen zeigten sich noch eher abwartend.

Bei den Regatten soll es eine Gesamtwertung nach Yardstick und Klassensieger der einzelnen Typen/Klassen geben. Es soll in einem gemeinsamen Feld mit gemeinsamem Start gesegelt werden, sodass es zu interessanten Wettkämpfen kommt. Hierbei sollen je nach Revier nicht nur die üblichen Regattabahnen abgesegelt werden, sondern auch Rundkurse sollen die Regatten bereichern.

Ziel sei es dabei auch, die Einstiegshürden möglichst tief zu legen. Jeder könne mitfahren, wenn sein Schiff eine Kajüte mit Kojen hat, selbstaufrichtend ist und die passende Länge besitzt. Weder ein Messbrief noch eine Klassenvereinigungs-Zugehörigkeit sei nötig. Um auch Freizeitcrews das Mitsegeln zu ermöglichen, sei ein Segeln ohne Spinnaker/Gennaker mit einer entsprechenden Yardstickvergütung möglich. Die Benutzung von Trapezeinrichtungen wird verboten.

Ostern 2016 findet am Tegeler See in Berlin die erste Open5-Regatta statt, bei der eine bereits länger bestehende Varianta18-Regatta geöffnet wird. Varianta18- und Microcupper-Crews haben ihr Kommen schon angekündigt (Ausschreibung).

Mehr Informationen: www.open5.de

Die Bootscharakteristika für eine Teilnahme:

  • Einrumpfboot
  • Lüa: 5,00–6,00 m (Rumpflänge ohne Anhänge/Ruder und Gennakerbaum)
  • Büa: 1,80–2,50 m
  • Ballastkiel/e oder -Schwert/er oder Innenballast, der/die ein aufrichtendes Moment bei 90° Lage ohne Crew auf dem Kiel garantieren
  • verschließbare Kajüte mit mindestens einer geraden Fläche, die als Koje genutzt werden kann
  • Mannschaftsstärke: min. 2
  • Ausreitgurte erlaubt, aber kein Trapez, keine über den Rumpf hinausragenden Ausreitgestelle oder Anbauteile
  • maximal zwei bewegliche Unterwasseranhänge zusätzlich zum Kiel/Schwert
  • bekannter oder einschätzbarer Yardstickwert


 

Lars Bolle am 19.02.2016

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