Einhand rund Fünen

Morgen startet größte Silverrudder-Challenge aller Zeiten

Nicht nur wegen des Melderekords wird die Soloregatta eine Herausforderung – auch sehr leichter Wind wird die Teilnehmer auf eine harte Probe stellen

Jochen Rieker am 21.09.2017
Silverrudder Start
YACHT/ B. Scheurer

So früh war der Hafen von Svendborg noch nie so voll. Heute Morgen gab es schon so gut wie keine reguläre Box mehr – und die meisten der 425 gemeldeten Teilnehmer werden erste heute im Lauf des Tages erwartet. Päckchenliegen in der sechsten, siebten, achten Reihe wird also unvermeidlich.

Wie gut, dass das imposante Feld von Starkwind verschont bleibt. Mit dem ist nämlich nicht zu rechnen, sondern mit dem genauen Gegenteil. Wie sich schon vor Tagen abzeichnete, wird das Silverrudder 2017 zu einem Geduldsspiel werden.

Für den Start Freitagmittag zwischen 10 und 14 Uhr soll es nur mit 5 Knoten aus Südost wehen, die sich in der Nacht bis zu fast totaler Flaute abschwächen sollen. Erst im Laufe des Samstags kommt allmählich wieder mehr Druck auf, dann aus nordöstlicher Richtung.

Wegen der Strömungsverhältnisse im Startbereich ist ein Rennen gegen den Uhrzeigersinn rund Fünen wahrscheinlich. Denn wenn die ersten Yachten über die Linie gehen, setzt der Strom nordwärts – und schiebt also mit.

Dafür könnte am Samstag die Passage der Eisenbahnbrücke bei Middelfart knifflig werden. Denn ab 7 Uhr herrscht dort Gegenstrom, ab 8 Uhr mit bis zu 2 Knoten sogar starker. Das könnte wegen der dann noch leichten Winde und der Landabdeckung für ein buntes Treiben sorgen – und viele zwingen, vor Anker abzuwarten, bis genug Wind steht oder der Strom nachlässt.

Und auch vor der Ziellinie könnten sich spannende Szenen abspielen. Die liegt nämlich bei Nordost direkt in Luv. Je nachdem, wann die Solisten den Sund hochkreuzen, werden sie erneut auf Gegenstrom treffen. Rekordzeiten sind deshalb unwahrscheinlich, im Gegenteil: Der ein oder andere wird bangen, noch vor der dem Zeitlimit am Sonntag um 12 Uhr mittags ins Ziel zu kommen.

Die YACHT ist vor Ort und wird online wie im Heft umfangreich über den Rennverlauf berichten. Andreas Lindlahr, MiniTransat-Finisher und Langstrecken-Fan, wird auf seiner Pogo 30 selbst mitsegeln und Fotos produzieren, Tatjana Pokorny fängt als Autorin das Geschehen von Land aus ein. 

Jochen Rieker am 21.09.2017

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