Super 12

Mit Zwölfern zurück in die Zukunft

Eine Initiative aus San Francisco will den ehemaligen America’s Cup mit Einrumpfern, den Zwölfern nachempfunden, wiederbeleben

Lars Bolle am 18.01.2016
"Stars&Stripes" vs. "Kookaburra III"

Die alten Zeiten: Der amerikanische Zwölfer "Stars & Stripes" mit Dennis Conner (vorn) gewann das Finale 1987 vor Freemantle in rauen Bedingungen gegen die australische "Kookaburra III" mit Ian Murray

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Das neue Boote, die Anleihen sind deutlich

Tom Ehman, langjähriger America’s-Cup-Enthusiast, will mit einer neuen Regatta die "guten alten Zeiten" des Kampfes um die prestigeträchtigste Trophäe im Segelsport heraufbeschwören. Im Juli 2017 soll erstmals die San Francisco Yacht Racing Challenge auf der gleichnamigen Bucht ausgetragen werden. Zum Einsatz soll ein neues Kielboot kommen, dessen erste Entwürfe jetzt vorgestellt wurden. Entwickelt von Farr Yacht Design, einem der erfolgreichsten Konstruktionsbüros der Zwölfer-Ära, wird die Neukonstruktion optisch stark an die ehemaligen Zwölfer erinnern, mit denen von 1958 bis 1987 gesegelt wurde, eine der glanzvollsten Zeiten des America’s Cup.

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Moderne Anhänge

Das neue Boot, der Super-Zwölfer, wird ähnlich lang sein und eine ähnliche Silhouette haben wie die alten Zwölfer. Dazu trägt die große, überlappende Genua bei wie auch der auf 20 Prozent freistehende Masttopp. Spieren und das Rigg sollen jedoch aus Kohlefaser bestehen, ebenso wie beim Rumpf auf einen Verbund aus Kohle- und Glasfaser mit Schaumkern zurückgegriffen wird.

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Bekannte Silhouette

Unterhalb der Wasserlinie wurden moderne Anhänge mit Bombe, Flügeln und Trimmklappe konzipiert, wie bei den Cup-Booten der IACC-Klasse, die die Zwölfer ablösten und später durch die Katamarane auf die Schrotthalde verbannt wurden. Der neue Zwölfer wird jedoch nur 3,20 Meter tief gehen, um auf möglichst vielen Revieren einsatzfähig zu sein. Insgesamt soll er rund sechs Tonnen leichter als die Vorbilder werden und trotzdem ein ähnliches aufrichtendes Moment erzeugen. Die alten Zwölfer waren durch ihren enorm hohen Ballastanteil, der atemberaubende Matches in schwerem Wetter wie vor Fremantle ermöglichte, berühmt geworden. Da das Boot nicht mehr der alten Zwölferregel unterliegt, wird die Wasserlinie etwas länger sein, um höhere Endgeschwindigkeiten zu ermöglichen.

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Das Klassenlogo

Der Super-Zwölfer soll eine strikte Einheitsklasse sein, einzig bei den Segeln soll es etwas Spielraum geben, um die Kosten pro Boot bei rund zwei Millionen US-Dollar zu halten. Gesegelt wird mit zwölf Personen, zur Crew müssen mindestens zwei Frauen, zwei Segler unter 22 Jahren sowie einer mit 62 Jahren oder älter gehören. So soll das gesamte Spektrum der Segler angesprochen werden. Vor allem das obere Alterslimit soll potenzielle Geldgeber und wohl auch Cup-Veteranen motivieren.

Fünf Boote sollen bis zur Premiere im Juli 2017 gebaut werden, laut Ehmann dürfe in Kürze mit einem Team aus Italien zu rechnen sein, das beim eigentlichen Cup 2017 starten wollte, also wohl die ehemalige Luna Rossa Challenge des Modezaren Patrizio Bertelli. Außerdem sei man in Verhandlungen mit Teams aus Australien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Großbritannien, Thailand, Spanien und drei US-Teams.

Veranstalterseite
 

Die Entwicklung der America's Cup Boote im Zeitraffer

Lars Bolle am 18.01.2016

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