GC32 Racing Tour

Mit deutschem Bronze-Star aufs Podium

Flavio Marazzis neuformiertes Team Armin Strom hat beim Premieren-Start auf dem Gardasee einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Mit Erik Heil am Steuer

Tatjana Pokorny am 15.05.2017
GC 32 Racing Tour 2017
Jesús Renedo / GC 32 Racing Tour

Armin Strom mit Skipper Flavio Marazzi und Erik Heil am Steuer

Es kommt nicht oft vor, dass deutsche Olympiasegler im internationalen Profigeschäft Aufstiegschancen erhalten. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen mangelte es in den vergangenen Jahrzehnten an olympischen Erfolgen. Zum anderen fehlten den besten deutschen Olympiaseglern oftmals die internationalen Netzwerke, von denen Erfolgssegler in Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Australien oder Neuseeland automatisch profitieren.

GC 32 Racing Tour 2017

Pfleilschnell unterwegs: Flavio Marazzis Team Amin Strom mit Steuermann Erik Heil

49er-Steuermann Erik Heil, der mit Thomas Plößel 2016 in Rio de Janeiro Bronze im 49er gewann, hat nun aber einen Weg gefunden. Der Schweizer Olympiasegler Flavio Marazzi hat Heil und weiteren starken 49er-Assen aus verschiedenen Ländern mit seinem GC32-Team Armin Strom die Chance gegeben, sich auf der Profibühne zu bewähren. Mit der ersten Regatta der GC32 Racing Tour stand für die junge Mannschaft nun nach insgesamt nur knapp 14 Tagen Training die erste gemeinsame Bewährungsprobe auf dem Programm: Beim GC32 Riva Cup ging es am Wochenende für elf Teams zur Sache. Dabei setzte sich das Schweizer Team Armin Strom in insgesamt elf Rennen hervorragend in Szene, konnte sogar ein Rennen gewinnen und segelte auf Anhieb auf den dritten Podiumsplatz. Das Nachsehen hatten Teams, die teilweise schon länger im Tour-Geschehen mitspielen. Darunter auch das Team Malizia vom Yacht Club de Monaco mit Boris Herrmann, das mit Platz neun zufrieden sein musste.

Mit diesem Trailer und eindrucksvollen Impressionen wirbt die Tour für ihren spektakulären Sport

GC 32 Racing Tour 2017

Speed kann man sehen: Schöne Studie des Teams Armin Strom im Einsatz

Für Flavio Marazzi, Teamchef und gleichzeitig GC32-Klassenpräsident, war der erste offizielle Regatta-Einsatz seiner ehrgeizigen Olympia-Equipe ein voller Erfolg. Dazu hatte Marazzi auch selbst teamdienlich beigetragen, indem er das Steuer Erik Heil überließ und sich als erfahrenster Allrounder an Bord in den Dienst der Mannschaft stellte, obwohl er laut Heil selbst ein sehr starker Steuermann ist. "Ich glaube, Flavio steuert noch besser, hat aber gleichzeitig den besten Plan von diesen Booten und ihren Einstellungen. Er hat sich fürs Team geopfert." Für Heil war das Steuern indessen so intensiv wie lehrreich: "Es ist spannend, interessant, birgt aber auch Höllentrips. Alles läuft so unfassbar schnell." Eine Speed Challenge gewannen die Eidgenossen mit Heil am Steuer und knapp über 31 Knoten. Im Training hatten sie auch schon 41,6 Knoten erreicht. 

Erik Heil hat seine Auftaktchance sehr gut genutzt, will sich weiterentwickeln. "Unser Team-Coach Frithjof Kleen hat es auf den Punkt gebracht: Vom Rio-Podium im 49er bin ich der Einzige, der nicht im America's Cup segelt." Diese Situation möchte Heil mittelfristig ändern. Der Anfang ist getan. Den Sieg auf dem Gardasee sicherten sich zum Saisonauftakt der GC32 Racing Tour das erfahrene Schweizer Realteam vor dem Team Tilt und Armin Strom. Die zweite Regatta der Saison startet am 28. Juni vor Sardinien. Bis dahin steht für Heil wieder der 49er im Fokus, denn die zweite Olympia-Kampagne ist eingeläutet.

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"Bisschen krass in die Halse rein": Erik Heil steuert für Armin Strom bei der Speed Challenge am Limit

Tatjana Pokorny am 15.05.2017

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