Segeln olympisch

Mehr Kalorien verbrannt als konsumiert

11.02.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: privat, STG/Lars Wehrmann, Edney/EdneyAP - Mastbruchserie hält bei der WM für 49er, 49erFX und Nacra 17 an. Meyer/Stoffers glänzen mit Starkwind-Powerplay, Kohlhoff/Werner rücken vor

WM 49er, 49erFX, Nacra 17 2016
Fotograf: © privat

Minimaler Schutz bei maximaler Bruchgefahr: an den Riggs befestigte "Schwimmnudeln" 

Die Weltmeisterschaft der olympischen Klassen 49er, 49erFX und Nacra 17 blieb auch am zweiten Tag von Mastbrüchen gekennzeichnet. Bislang brachen in den starken und böigen Winden rund 40 Riggs, weil das Revier so flach ist, dass die Skiffs nicht durchkentern können, jede Kenterung damit Bruchgefahr birgt. Zum Schutz ihrer Masten haben viele 49er- und 49erFX-Segler inzwischen zum Schutz sogenannte "Schwimmnudeln" (siehe Bild) an ihren Riggs angebracht. Vor allen die sich im nur rund fünf Meter tiefen Revier aufbauende, etwa eineinhalb bis zwei Meter hohe Welle führte erneut zu vielen Schäden auf den Kursen, obwohl das WM-Programm auch am zweiten Tag stark verkürzt wurde. Die 49er-Herren kamen nach einer Wettfahrt an WM-Tag eins am zweiten Tag gar nicht zum Zug. Die 49erFX-Seglerinnen konnten am Mittwoch immerhin ihre erste, aber auch einzige WM-Wettfahrt absolvieren.

STG Teams
Fotograf: © STG/Lars Wehrmann

Leonie Meyer und Elena Stoffers vom Norddeutschen Regatta Verein gelang mit Rang 2 in ihrer ersten WM-Wettfahrt ein fast idealer Auftakt

Mit starkem Powerplay und Rang zwei in ihrer Vorrundengruppe überzeugten Leonie Meyer und Elena Stoffers vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg. Die in Osnabrück geborene Steuerfrau und ihre Kieler Vorschoterin haben ihren Ruf als Starkwind-Spezialistinnen eindrucksvoll unterstrichen und bedauerten, dass nicht mehr Rennen absolviert wurden. "Wir sind überglücklich, dass wir so toll in die WM starten konnten. Aber wir sind auch enttäuscht, dass an zwei windreichen Tagen insgesamt nur ein Rennen zustandegekommen ist. Wir hatten Spaß da draußen und hätten gern mehr gesegelt!"

Die 49erFX-Seglerinnen Leonie Meyer und Elena Stoffes vom Norddeutschen Regatta Verein stellen sich zum WM-Auftakt vor und zeigen, wie sie sich auf die zweite von drei Ausscheidungsregatten im Kampf um die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen vorbereitet haben

Die in der nationalen Olympia-Ausscheidung führenden Berlinerinnen Victoria Jurcok und Anika Lorenz vom Verein Seglerhaus am Wannsee und Tina Lutz/Susann Beucke (Holzhausen/Strande) ersegelten in ihren Vorrundengruppen zum Auftakt jeweils siebte Ränge. Jule und Lotta Görge vom Kieler Yacht-Club eröffneten die WM-Serie mit einem neunten Rang. Auf dem Rückweg in den Hafen brach mit dem Mast der Zwillinge das einzige deutsche Rigg an diesem Tag. Der Ersatzmast ist aber bereits gestellt.

WM Clearwater 2016
Fotograf: © Edney/EdneyAP

Die stark in die WM gestarteten Schweizer Matías Bühler und Nathalie Brugger fielen am zweiten Tag leicht zurück, liegen aber im Zwischenklassement nach insgesamt fünf Vorrundenrennen immer noch auf einem starken fünften Platz. Spitzenreiter bleiben vorerst die französischen Titelverteidiger Billy Besson und Marie Riou vor den starkwindliebenden Dänen Alan Norregaard und Anette Viborg Andreasen, die am Mittwoch mit den Einzelrängen 2, 7, 5 und 4 den Turbo gezündet hatten

Weniger Probleme mit den starken böigen Winden und der sich steil aufbauenden eineinhalb bis zwei Meter hohen Welle hatten die Nacra-17-Crews, die am Mittwoch mit vier Rennen ein körperlich anspruchsvolles Mammut-Programm absolvierten. "Wir haben mehr Kalorien verbrannt als konsumiert", berichtete Nacra-17-Steuermann Paul Kohlhoff aus Kiel. Er rückte dank konzentrierter Arbeit und konstanten Ergebnissen mit Vorschoterin Carolina Werner auf Platz zehn vor. Mit Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann liegen ihre Rivalen im Kampf um die Nacra-17-Olympiafahrkarte nach insgesamt fünf Wettfahrten auf Platz 20. 

STG Teams
Fotograf: © STG/Lars Wehrmann

Auf Kurs Olympia: Bislang überzeugen Paul Kohlhoff und Carolina Werner bei der zweiten von drei Ausscheidungsregatten im Kampf um die Olympia-Fahrkarte mit konzentriertem Einsatz und konstanten WM-Ergebnissen

Die Welttitelkämpfe in den drei schnellsten Olympia-Disziplinen werden am Donnerstag bereits ab 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr deutscher Zeit) fortgesetzt. Für diesen Tag werden wenig oder kein Wind erwartet. Damit könnte die Geduld der WM-Teilnehmer erneut auf die Probe gestellt werden. Ab Freitag werden die Rennen der Hauptrunde und am Sonntag alle drei Medaillenrennen live von www.49er.org übertragen.

WM Clearwater 2016
Fotograf: © Edney/EdneyAP

Berg- und Talfahrt bei der WM vor Clearwater, wo sich bei extrem wenig Tiefgang immer wieder eine steile Welle aufbaut. Hier im Bild: Die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel. In ihrer Disziplin konnte bislang an zwei WM-Tagen insgesamt nur ein Rennen ausgetragen werden

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